{"id":66433,"date":"2024-03-18T08:26:05","date_gmt":"2024-03-18T06:26:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=66433"},"modified":"2024-06-12T10:24:16","modified_gmt":"2024-06-12T08:24:16","slug":"urheberrechtsverletzung-auf-instagram","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/urheberrechtsverletzung-auf-instagram\/","title":{"rendered":"Kontoinhaber haftet f\u00fcr Insta-Post: Auch wenn es die Tochter war"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_66436\" aria-describedby=\"caption-attachment-66436\" style=\"width: 453px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-66436\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Urheberrechtsverletzender-Insta-Post-Verweis-auf-Tochter-nicht-ausreichend-621x414.jpeg\" alt=\"Urheberrechtsverletzung auf Instagram\" width=\"453\" height=\"302\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Urheberrechtsverletzender-Insta-Post-Verweis-auf-Tochter-nicht-ausreichend-621x414.jpeg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Urheberrechtsverletzender-Insta-Post-Verweis-auf-Tochter-nicht-ausreichend-620x413.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Urheberrechtsverletzender-Insta-Post-Verweis-auf-Tochter-nicht-ausreichend-310x207.jpeg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Urheberrechtsverletzender-Insta-Post-Verweis-auf-Tochter-nicht-ausreichend-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Urheberrechtsverletzender-Insta-Post-Verweis-auf-Tochter-nicht-ausreichend-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Urheberrechtsverletzender-Insta-Post-Verweis-auf-Tochter-nicht-ausreichend-2048x1366.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 453px) 100vw, 453px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-66436\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Prostock-studio &#8211; Adobe Stock<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Dass Familienmitglieder (Social-Media-)Accounts teilen, kommt h\u00e4ufig vor. Ein Fall, in dem eine Frau wegen eines Instagram-Postings in Anspruch genommen wurde, landete jetzt vor dem Landgericht Berlin (LG Berlin, Beschluss vom 27.09.2023, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Gericht=LG%20Berlin&amp;Datum=27.09.2023&amp;Aktenzeichen=15%20O%20464%2F23\">15 O 464\/23<\/a>). Die Frau hatte eine gesch\u00fctzte Urkunde gepostet und behauptet, der Post stamme von ihrer Tochter.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ging um die Frage, wer bei einer <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">Urheberrechtsverletzung<\/a> als St\u00f6rer in Anspruch genommen werden kann. Das LG Berlin st\u00fctzt sich hier auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 18.10.2001, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Gericht=BGH&amp;Datum=18.10.2001&amp;Aktenzeichen=I%20ZR%2022\/99\">I ZR 22\/99<\/a>), wonach derjenige in Anspruch genommen werden kann, wer willentlich und ad\u00e4quat kausal zur Verletzung eines gesch\u00fctzten Rechtsguts oder zu einer verbotenen Handlung beigetragen hat.<\/p>\n<p>Im konkreten Fall war mit dem Instagram-Account einer \u201ezertifizierte[n] Wimpernstylistin\u201c in einem Post ein Siegel (\u201eGlobal-Trust Deutschlands gro\u00dfer Firmen-Index<em>\u201c<\/em>) und eine Urkunde (\u201eTop Kosmetikstudio 2023 Sie geh\u00f6ren zu Deutschlands TOP-Kosmetikstudios<em>\u201c<\/em>) \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gemacht worden.<\/p>\n<h2>Urheberrechtlich gesch\u00fctzte Urkunde in Instagram-Post genutzt<\/h2>\n<p>Beides seien pers\u00f6nliche geistige Sch\u00f6pfungen, welche die Schutzh\u00f6he des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7 2 Urhebergesetz (UrhG<\/a>) erreichten, entschied das LG Berlin. Nach der neueren Rechtsprechung des BGH sei bei Gestaltungen, welche auch Schutz nach dem <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheber-und-designrecht\/\">Designgesetz<\/a> beanspruchen k\u00f6nnen, keine gesteigerte Gestaltungsh\u00f6he mehr zu fordern.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des LG Berlin griff die Antragsgegnerin in die ausschlie\u00dflichen Verwertungsrechte der Antragstellerin ein oder erm\u00f6glichte dies zumindest willentlich, indem sie das Siegel und die Urkunde eigenm\u00e4chtig im Internet abrufbar machte oder abrufbar machen lie\u00df.<\/p>\n<h2>Zugangsdaten der Tochter zur Verf\u00fcgung gestellt<\/h2>\n<p>Die Antragsgegnerin behauptete, der Post stamme von ihrer Tochter. Doch auch dann hafte sie als St\u00f6rerin, so das LG Berlin. Die Antragsgegnerin h\u00e4tte die Urkunde n\u00e4mlich nur dann posten k\u00f6nnen, wenn sie der Tochter sowohl die Zugangsdaten zu ihrem Instagram-Account als auch die Urkunde zur Verf\u00fcgung gestellt h\u00e4tte. Beides setze aber willentliches Handeln voraus. Dies reiche aus, um als St\u00f6rerin in Anspruch genommen zu werden.<\/p>\n<h2>Unterlassungsanspruch ohne Verschulden<\/h2>\n<p>Der Antragstellerin, beschloss das LG Berlin, stehe ein urheberrechtlicher Unterlassungsanspruch nach den <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/97.html\" title=\"&sect; 97 UrhG: Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz\">\u00a7\u00a7 97 Abs. 1 Satz 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/31.html\" title=\"&sect; 31 UrhG: Einr&auml;umung von Nutzungsrechten\">31<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/15.html\" title=\"&sect; 15 UrhG: Allgemeines\">15 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 Satz 2 Nr. 2<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/16.html\" title=\"&sect; 16 UrhG: Vervielf&auml;ltigungsrecht\">16 Abs. 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/19a.html\" title=\"&sect; 19a UrhG: Recht der &ouml;ffentlichen Zug&auml;nglichmachung\">19a UrhG<\/a> zu. Auf ein Verschulden komme es f\u00fcr den Unterlassungsanspruch nicht an.<\/p>\n<h2>Wiederholungsgefahr und Eilbed\u00fcrftigkeit<\/h2>\n<p>Es bestehe auch eine Wiederholungsgefahr. Diese entfalle nicht durch ein blo\u00dfes Entfernen des Siegels und der Urkunde aus dem Instagram-Auftritt. Vielmehr bed\u00fcrfe es in einem solchen Fall der Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserkl\u00e4rung, um die Antragstellerin abzusichern. Das LG Berlin sah auch eine Eilbed\u00fcrftigkeit. Diese ergebe sich aus dem Verletzungsgeschehen.<\/p>\n<p>Der Fall zeigt: Wer die Zugangsdaten seines Instagram-Accounts f\u00fcr sich beh\u00e4lt, ist, was die Haftung angeht, auf der sichersten Seite.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Familienmitglieder (Social-Media-)Accounts teilen, kommt h\u00e4ufig vor. Ein Fall, in dem eine Frau wegen eines Instagram-Postings in Anspruch genommen wurde, landete jetzt vor dem Landgericht Berlin (LG Berlin, Beschluss vom 27.09.2023, Az. 15 O 464\/23). 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