{"id":65324,"date":"2023-09-11T07:51:40","date_gmt":"2023-09-11T05:51:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=65324"},"modified":"2023-09-12T14:16:25","modified_gmt":"2023-09-12T12:16:25","slug":"skiverhaltensregeln-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/sportrecht\/skiverhaltensregeln-in-europa\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich, Schweiz, Italien: Was sie \u00fcber die FIS-Regeln im Ausland wissen sollten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_65331\" aria-describedby=\"caption-attachment-65331\" style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-65331 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Oesterreich-Schweiz-Italien-Was-sie-ueber-die-FIS-Regeln-im-Ausland-wissen-sollten-1-276x414.jpg\" alt=\"Skiverhaltensregeln in Europa\" width=\"276\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Oesterreich-Schweiz-Italien-Was-sie-ueber-die-FIS-Regeln-im-Ausland-wissen-sollten-1-276x414.jpg 276w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Oesterreich-Schweiz-Italien-Was-sie-ueber-die-FIS-Regeln-im-Ausland-wissen-sollten-1-413x620.jpg 413w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Oesterreich-Schweiz-Italien-Was-sie-ueber-die-FIS-Regeln-im-Ausland-wissen-sollten-1-138x207.jpg 138w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Oesterreich-Schweiz-Italien-Was-sie-ueber-die-FIS-Regeln-im-Ausland-wissen-sollten-1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Oesterreich-Schweiz-Italien-Was-sie-ueber-die-FIS-Regeln-im-Ausland-wissen-sollten-1-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Oesterreich-Schweiz-Italien-Was-sie-ueber-die-FIS-Regeln-im-Ausland-wissen-sollten-1-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Oesterreich-Schweiz-Italien-Was-sie-ueber-die-FIS-Regeln-im-Ausland-wissen-sollten-1-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"(max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-65331\" class=\"wp-caption-text\">Foto von <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/@ottrdan?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Ottr Dan<\/a> auf <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/fotos\/icEOMOEF2q0?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/sportrecht\/fis-regeln\/?preview_id=65147&amp;preview_nonce=9027e0ce64&amp;_thumbnail_id=-1&amp;preview=true\">FIS-Regeln<\/a> des Internationalen Skiverbandes wurden geschaffen, um Skiunf\u00e4lle zu verhindern und gelten universell. In \u00d6sterreich, der Schweiz und Italien gibt es jedoch weitergehende Regeln, die erg\u00e4nzend gelten und die Ski- und Snowboardfahrer kennen sollten.<\/em><\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/assets.fis-ski.com\/image\/upload\/fis-prod\/assets\/10_FIS_Rules.pdf\">\u201e10 FIS-Verhaltensregeln f\u00fcr Skifahrer und Snowboardfahrer\u201c<\/a> der F\u00e9d\u00e9ration Internationale de Ski (FIS) gelten als wichtige Rechtsgrundlage, wenn es um Streitf\u00e4lle bei Skiunf\u00e4llen geht.<\/p>\n<h2>\u00d6sterreich<\/h2>\n<p>In \u00d6sterreich gilt neben den FIS-Regeln auch der Pisten-Ordnungs-Entwurf (POE) des \u00d6sterreichischen Kuratoriums f\u00fcr Alpine Sicherheit. Der POE beinhaltet allgemeine Verhaltensregeln f\u00fcr den organisierten Skiraum und geht \u00fcber die FIS-Regeln hinaus. Er stellt kein Gewohnheitsrecht dar. Gerichte ziehen den POE jedoch bei Skiunf\u00e4llen genauso wie die FIS-Regeln als wichtigen Ma\u00dfstab zur Beurteilung von Sorgfaltspflichten bei der Aus\u00fcbung des alpinen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/sportrecht\/\">Skisports<\/a> heran.<\/p>\n<p>Der Oberste Gerichtshof der Republik \u00d6sterreich (OGH) hat entschieden, dass es sich bei den Regeln \u201ezwar um keine Rechtsnormen\u201c handelt, \u201eaber um die Zusammenfassung allgemein anerkannter Regeln f\u00fcr das Verhalten auf Skipisten und damit der beim Skilauf zu beachtenden Sorgfaltsgrunds\u00e4tze, die das erlaubte Risiko des Skifahrers abgrenzen. Diesen Regeln kommt f\u00fcr die Ermittlung der objektiven Sorgfaltswidrigkeit und damit als Beurteilungsma\u00dfstab f\u00fcr fahrl\u00e4ssiges Handeln beim Skifahren eine wesentliche Bedeutung zu\u201c (OGH, Entscheidung vom 29.04.1986, Az.: 110s70\/86). In dem konkreten Fall ging es um die Frage, ob eine Strafbarkeit wegen fahrl\u00e4ssiger K\u00f6rperverletzung vorliegt.<\/p>\n<p>Der POE gilt f\u00fcr Skipisten, einschlie\u00dflich \u201eAbfahrtsstrecken und \u00dcbungsh\u00e4ngen, die allgemein und regelm\u00e4\u00dfig von zahlreichen Skifahrern ben\u00fctzt werden\u201c. Wer die POE-Regeln befolgt, dem kann kein Vorwurf gemacht werden, wenn es doch zu einem Unfall kommt. Wenn es um die Paragrafen 80 (\u201aFahrl\u00e4ssige T\u00f6tung\u2018), 81 (\u201aGrob fahrl\u00e4ssige T\u00f6tung\u2018) oder 88 (\u201aAbsichtliche schwere K\u00f6rperverletzung\u2018) des Strafgesetzbuchs geht, besteht jedoch eine Ausnahme. Hier verlangt die Rechtsordnung unter Umst\u00e4nden ein anderes Verhalten von dem Ski- bzw. Snowboardfahrer als der POE.<\/p>\n<p>Der POE entscheidet sich in einigen Punkten von den FIS-Regeln und ist detaillierter: Anders als die FIS-Regeln trifft der POE auch eine Regelung zur Skiausr\u00fcstung. Nach \u00a7 2 POE hat sich ein Skifahrer danach \u201eso auszur\u00fcsten, dass er andere nicht mehr als gew\u00f6hnlich gef\u00e4hrdet\u201c. In \u00a7 7 POE ist eine Pflicht zum Notsturz ausdr\u00fccklich geregelt. So hat sich ein Skifahrer \u201ehinzuwerfen\u201c, falls \u201e rechtzeitiges Anhalten oder Ausweichen nicht m\u00f6glich ist [\u2026] um einen drohenden Zusammenstoss mit einem anderen zu vermeiden\u201c. Auch der Sicherheitsabstand wird in \u00a7 9 POE ausdr\u00fccklich aufgef\u00fchrt. \u00a7 10 POE gew\u00e4hrt \u201edem vom Skilift geschleppten Skifahrer Vorrang gegen\u00fcber den Lifttrasse querenden Personen\u201c. Der POE enth\u00e4lt weitere Regeln, die in den FIS-Regeln nicht enthalten sind. So hat nach \u00a7 12 POE \u201ejedermann [\u2026] die Zeichen an den Skipisten zu beachten\u201c. Nach \u00a7 14 POE d\u00fcrfen Skipisten \u201ed\u00fcrfen nur mit Skiern und solchen Wintersportger\u00e4ten ben\u00fctzt werden, die eine besondere Gef\u00e4hrdung anderer Ben\u00fctzer nicht herbeif\u00fchren\u201c. \u00a7 17 POE regelt, dass die POE-Bestimmungen \u201eauch f\u00fcr die Ben\u00fctzer anderer Wintersportger\u00e4te auf Skipisten\u201c gelten. \u00a7 15 POE verbietet dar\u00fcber hinaus, \u201eTiere auf der Abfahrtsstrecke frei herumlaufen lassen\u201c.<\/p>\n<h2>Schweiz<\/h2>\n<p>Die FIS-Regeln sind auch in der Schweiz gerichtlich anerkannt. Erg\u00e4nzend gibt es in der Schweiz die Regeln der Schweizerischen Kommission f\u00fcr Unfallverh\u00fctung auf Schneesportabfahrten (SKUS), einer gemeinn\u00fctzigen Stiftung mit Sitz in Bern. Die SKUS-Richtlinien enthalten Richtlinien f\u00fcr Snowparks wie \u201eErst schauen, dann springen\u201c oder \u201eGeh es langsam an\u201c. Daneben enthalten die kurz gehaltenen SKUS-Regeln zwei zus\u00e4tzliche Richtlinien f\u00fcr Snowboarderinnen und Snowboarder. So sieht eine davon vor, dass \u201edas Snowboard immer mit der Bindungsseite nach unten in den Schnee\u201c gelegt werden soll, um ein gef\u00e4hrliches Wegrutschen des Snowboards zu verhindern.<\/p>\n<p>Die Kommission Rechtsfragen Schneesportanlagen hat dar\u00fcber hinaus Richtlinien und Erl\u00e4uterungen mit dem Titel \u201eDie Verkehrssicherungspflicht auf Schneesportanlagen\u201c ver\u00f6ffentlicht, auch SBS-Richtlinien genannt. Die SBS-Richtlinien treffen Regelungen nicht nur zur Anlage von Pisten und Abfahrten, sondern auch zur Hilfeleistungspflicht sowie zu Snowparks. Danach sind etwa \u201eXL-Elemente (extra large) [\u2026] absoluten K\u00f6nnern vorbehalten\u201c und Gap-Spr\u00fcnge, also solche \u00fcber eine L\u00fccke, die zu \u00fcberbr\u00fccken ist, \u201ein \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Snowparks nicht erlaubt\u201c. Die SBS-Richtlinien treffen auch eine Regelung zum Einschreiten gegen r\u00fccksichtslose Schneesportler (Pistenrowdys). Danach k\u00f6nnen \u201eSchneesportler, welche durch r\u00fccksichtslose und unbeherrschte Fahrweise andere Personen erheblich gef\u00e4hrden, [\u2026] bei der Polizei oder bei der Staatsanwaltschaft wegen St\u00f6rung des \u00f6ffentlichen Verkehrs im Sinne von Art. 237 des Schweizerischen Strafgesetzbuches angezeigt werden\u201c.<\/p>\n<h2>Italien<\/h2>\n<p>Italien hat die FIS-Regeln im Jahr 2003 in das italienische Pistengesetz 363 \u00fcbernommen, welches verbindliche Verhaltensregeln f\u00fcr Wintersportler beinhaltet und auch Aufgaben der Betreiber von Skigebieten regelt. Das Pistengesetz trifft etwa in Artikel 9 eine Regelung zur Geschwindigkeit, etwa \u201ean Kreuzungen, an Weggabelungen, bei Nebel, Dunst, wenig Sichtbarkeit oder Gedr\u00e4nge in Engp\u00e4ssen und in Anwesenheit von Anf\u00e4ngern\u201c und in Artikel 19 eine Schuldregel. Nach dieser wird im Falle eines Zusammensto\u00dfes zwischen Skifahrern bis zum <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/beweis\/?utm_content=glossar\">Beweis<\/a> des Gegenteils davon ausgegangen, dass jeder von ihnen in gleicher Weise zur Entstehung etwaiger Sch\u00e4den beigetragen hat. Au\u00dferdem gilt in Italien an Kreuzungen generell die Vorfahrtregel \u201erechts vor links\u201c. Geregelt ist dies in Artikel 12 des Pistengesetzes: \u201eAn Kreuzungen m\u00fcssen Skifahrer denjenigen, die von rechts kommen, Vorrang geben oder den Hinweisen auf den Schildern folgen.\u201c Und in Erg\u00e4nzung zur FIS-Regel Nr. 7 ist in ganz Italien das Aufsteigen auf der Piste verboten. Die Einhaltung des Pistengesetzes 363 wird durch Carabinieri, die in Skigebieten unterwegs sind, kontrolliert.<\/p>\n<h2>Sonderregeln mit Geldstrafe in Italien<\/h2>\n<p>Speziell in Italien gilt beim Skifahren eine Obergrenze von 0,5 Promille Blutalkoholgehalt. Bei einem zu hohen Alkoholpegel droht ein dreistelliges Bu\u00dfgeld. Au\u00dferdem gilt in Italien eine generelle Helmpflicht f\u00fcr Minderj\u00e4hrige. Wer in Italien Ski oder Snowboard f\u00e4hrt, muss seit dem 1. Januar 2022 zudem eine Haftpflichtversicherung haben, die Sch\u00e4den im Zusammenhang mit Wintersport abdeckt. Wer ohne Helm oder entsprechende Haftpflichtversicherung auf der Piste unterwegs ist, dem droht ein dreistelliges Bu\u00dfgeld und ein Entzug des Skipasses.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die FIS-Regeln des Internationalen Skiverbandes wurden geschaffen, um Skiunf\u00e4lle zu verhindern und gelten universell. In \u00d6sterreich, der Schweiz und Italien gibt es jedoch weitergehende Regeln, die erg\u00e4nzend gelten und die Ski- und Snowboardfahrer kennen sollten. 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