{"id":65137,"date":"2023-08-08T07:28:44","date_gmt":"2023-08-08T05:28:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=65137"},"modified":"2023-08-08T00:30:06","modified_gmt":"2023-08-07T22:30:06","slug":"die-superlizenz-der-formel-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/sportrecht\/die-superlizenz-der-formel-1\/","title":{"rendered":"Fahrerlizenzen und die Superlizenz der Formel 1"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_65142\" aria-describedby=\"caption-attachment-65142\" style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-65142 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Fahrerlizenzen-und-die-Superlizenz-der-Formel-1-1-276x414.jpg\" alt=\"Die Superlizenz der Formel 1\" width=\"276\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Fahrerlizenzen-und-die-Superlizenz-der-Formel-1-1-276x414.jpg 276w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Fahrerlizenzen-und-die-Superlizenz-der-Formel-1-1-413x620.jpg 413w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Fahrerlizenzen-und-die-Superlizenz-der-Formel-1-1-138x207.jpg 138w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Fahrerlizenzen-und-die-Superlizenz-der-Formel-1-1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Fahrerlizenzen-und-die-Superlizenz-der-Formel-1-1-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Fahrerlizenzen-und-die-Superlizenz-der-Formel-1-1-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Fahrerlizenzen-und-die-Superlizenz-der-Formel-1-1-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"(max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-65142\" class=\"wp-caption-text\">Foto von <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/@kennyleys?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Kenny Leys<\/a> auf <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/fotos\/JAD82NI3l2Y?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Jeder Rennfahrer, der an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnehmen m\u00f6chte, ben\u00f6tigt eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/lizenz\/\">Rennlizenz<\/a>, die sogenannte Superlizenz. Sie wird von der F\u00e9d\u00e9ration Internationale de l\u2019Automobile (FIA) vergeben. Mit ihr steht der Weg in die K\u00f6nigsklasse des <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/sportrecht\/\">Motorsports<\/a> offen.<\/em><\/p>\n<p>Den FIA Formula One World Championship (Formel 1) gibt es seit 1950 und ist die bekannteste Rennsportveranstaltung weltweit. Die rechtlichen Grundlagen f\u00fcr die Superlizenz sind in Anhang L des International Sporting Code der FIA geregelt. Dieser enth\u00e4lt in seinen Artikeln 1 bis 12 detailliertere Bestimmungen zur \u201eFIA International Drivers\u2018 Licence\u201c.<\/p>\n<h2>Mindestalter 16 Jahre<\/h2>\n<p>Um eine Fahrerlizenz der FIA erhalten zu k\u00f6nnen, muss eine Rennfahrerin beziehungsweise ein Rennfahrer mindestens 16 Jahre alt sein. Eine medizinische Untersuchung ist verpflichtend, bevor eine FIA-Fahrerlizenz ausgestellt wird.<\/p>\n<p>Jede FIA-Fahrerlizenz ist nur f\u00fcr eine oder mehrere bestimmte Motorsportevents g\u00fcltig. Die FIA veranstaltet eine ganze Reihe verschiedener Trophies, Cups und Challenges \u2013 von der weltber\u00fchmten Formel 1 \u00fcber die FIA European Rally Trophy bis hin zu den FIA Hill Climb Masters. In Artikel 2.1 von Anhang L des International Sporting Code wird die Superlizenz geregelt. Diese ben\u00f6tigen alle Teilnehmer der Formula One World Championship. Die FIA stellt verschiedenen Arten von Fahrerlizenzen aus:<\/p>\n<ul>\n<li>Grad A: Eine Fahrerlizenz dieses Typs wird f\u00fcr alle Fahrzeuge ben\u00f6tigt mit einem Kraft-Gewicht-Verh\u00e4ltnis, das kleiner oder gleich einem Kilogramm pro Pferdest\u00e4rke ist.<\/li>\n<li>Grad B: Diese Fahrerlizenz wurde ben\u00f6tigt f\u00fcr alle Fahrzeuge mit einem Kraft-Gewicht-Verh\u00e4ltnis zwischen einem und zwei Kilogramm pro Pferdest\u00e4rke bei der FIA World Touring Car Championship, die nicht mehr existiert.<\/li>\n<li>Grad C: Diese Fahrerlizenz ist Voraussetzung f\u00fcr eine Wettbewerbsteilnahme mit Fahrzeugen mit einem Kraft-Gewicht-Verh\u00e4ltnis zwischen zwei und drei Kilogramm pro Pferdest\u00e4rke. Sie ist Voraussetzung f\u00fcr die Teilnahme an Autocross-, Rallycross und Truck-Wettbewerben der FIA.<\/li>\n<li>Grad R: Diese Fahrerlizenz gilt f\u00fcr alle \u201eStra\u00dfen\u201c-Events, die im internationalen Sportkalender der FIA gelistet sind. Sie gilt f\u00fcr Rallys, Cross-Country-Rallys, Hill-Climbs und andere Wettbewerbe, bei denen jedem Teilnehmer einen anderer Startpunkt zugewiesen ist.<\/li>\n<li>Grad D: Diese Art von Fahrerlizenz ben\u00f6tigen alle Fahrer eines Fahrzeugs mit einem Kraft-Gewicht-Verh\u00e4ltnis gr\u00f6\u00dfer als drei Kilogramm pro Pferdest\u00e4rke sowie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der von der FIA ausgetragenen internationalen Club- und Bronze-Serien.<\/li>\n<li>Grad D1: Diese Fahrlizenz erlaubt Fahrern, die ansonsten keine Rennlizenz haben, bei bestimmten Einzelevents mit internationalen Teilnehmern zu starten, die f\u00fcr Grad-D-Lizenzinhaber offen sind und als solches im internationalen Sportkalender der FIA angegeben sind.<\/li>\n<li>Grad FIA Junior-C Off-road: Diese spezielle Fahrerlizenz ist einschl\u00e4gig f\u00fcr Autocross-Fahrer zwischen 13 und 16 Jahren und Rallycross-Fahrer zwischen 14 und 17 Jahren sowie die Junior-Kategorien von Rennfahrzeugen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In Artikel 5 ff. von Anhang L sind die Voraussetzungen f\u00fcr eine Qualifikation f\u00fcr eine Superlizenz genauer geregelt. Um eine Superlizenz erhalten zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt man nach Artikel 5.1.1 zun\u00e4chst eine g\u00fcltige Grad A-Lizenz.<\/p>\n<h2>Vom Testfahrer zur Superlizenz<\/h2>\n<p>Um eine Superlizenz zu erhalten, muss man nach Artikel 5.1.2 dar\u00fcber hinaus mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erf\u00fcllen:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Fahrer muss entweder im letzten Jahr f\u00fcnf oder in den letzten drei Jahren f\u00fcnfzehn Starts bei Rennen gemacht haben, die in die Wertung des FIA Formula One World Championship einflie\u00dfen, oder<\/li>\n<li>zuvor Inhaber einer Superlizenz und im letzten Jahr der regul\u00e4re Testfahrer eines Formel-1-Teams gewesen sein oder<\/li>\n<li>in den letzten zwei Jahren unter den drei Bestplatzierten der Endwertung der Formel 2, der F3-Trophy, der GP2-Serie, der GP2-Asia-Serien oder des Japan-Grand-Prix gewesen sein oder<\/li>\n<li>in den letzten zwei Jahren unter den vier Bestplatzierten der Endwertung der Indycar-Serie gewesen sein oder<\/li>\n<li>Europ\u00e4ischer Formel-3-Meister, nationaler F3-Meister in Gro\u00dfbritannien, Italien, Japan oder Spanien oder Champion der Weltserie Formel Renault V6 sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn ein Fahrer nach Ansicht der FIA au\u00dferordentliche F\u00e4higkeiten bewiesen hat, ein Einsitzer-Formel-Fahrzeug zu fahren, sich aber nicht f\u00fcr eine der genannten Wertungswettbewerbe qualifiziert hat, gibt es noch eine weitere M\u00f6glichkeit, eine Superlizenz zu erhalten.<\/p>\n<h2>300 km in 48 Stunden<\/h2>\n<p>Das Team des Fahrers kann nachweisen, dass dieser \u00fcber einen Zeitraum von zwei Tagen mindestens 300 Kilometer in einem aktuellen Formel-Fahrzeug dauerhaft mit Renngeschwindigkeit gefahren ist. Die Fahrt muss von der Sportautorit\u00e4t des Landes, in dem die Fahrt durchgef\u00fchrt wird, zertifiziert werden. Die M\u00f6glichkeit, auf diese Weise eine Superlizenz zu erhalten, nutzte auch der Niederl\u00e4nder Max Verstappen. Er legte mit 16 auf einer Rennstrecke in Italien 148 Runden zur\u00fcck und erhielt mit 17 Jahren seine erste Formel-1-Superlizenz, noch bevor er einen regul\u00e4ren nationalen F\u00fchrerschein hatte.<\/p>\n<p>Eine Superlizenz muss mindestens 14 Tage vor dem ersten Rennevent, an dem Teilnahme beabsichtigt ist, beantragt werden. Die nationale Sportautorit\u00e4t, welche die aktuelle Wettbewerbslizenz ausgestellt hat, muss der FIA eine Empfehlung samt Rennergebnissen des Fahrers \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit gab es Kritik der Fahrergewerkschaft Grand Prix Drivers\u2019 Association an der H\u00f6he der Geb\u00fchren f\u00fcr die Ausstellung einer FIA-Superlizenz. Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton musste 270.000 Euro f\u00fcr seine Superlizenz berappen, sein Weltmeister-Kollege Max Verstappen 963.800 Euro.<\/p>\n<p>Wird eine Superlizenz ausgestellt, gilt diese immer nur bis zum Ende des Jahres, in dem sie ausgestellt wird. Ein Fahrer kann eine Erneuerung einer ersten Superlizenz um acht Monate ab Ausstellung der Superlizenz beantragen. Dann wird allerdings die Empfehlung der nationalen Sportautorit\u00e4t und die Zahlung der Geb\u00fchr erneut f\u00e4llig.<\/p>\n<p>Wer zum ersten Mal eine Superlizenz erh\u00e4lt, muss au\u00dferdem eine zw\u00f6lfmonatige Probezeit durchlaufen, in der die Superlizenz als nur vorl\u00e4ufig ausgestellt gilt und jederzeit \u00fcberpr\u00fcft werden kann.<\/p>\n<h2>Gesonderte technische Vorgaben<\/h2>\n<p>Die Superlizenz ist nicht zu verwechseln mit den technischen Vorgaben f\u00fcr den Formel-1-Betrieb. In diesen ist zum Beispiel geregelt, welche Kubikzahl der Motor des Rennwagens haben darf, dass ein Feuerl\u00f6schsystem vorhanden sein und der Fahrer bestimmte Sicherheitskleidung tragen muss. Jedes Fahrzeug muss au\u00dferdem wie ein privates Fahrzeug beim T\u00dcV den Prozess der sogenannten Homologation durchlaufen.<\/p>\n<p>Ein normaler deutscher F\u00fchrerschein berechtigt \u00fcbrigens nicht zum Start in der Formel 1. Auch wenn man erst seit 2015 einen g\u00fcltigen F\u00fchrerschein f\u00fcr eine Superlizenz ben\u00f6tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder Rennfahrer, der an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnehmen m\u00f6chte, ben\u00f6tigt eine Rennlizenz, die sogenannte Superlizenz. Sie wird von der F\u00e9d\u00e9ration Internationale de l\u2019Automobile (FIA) vergeben. Mit ihr steht der Weg in die K\u00f6nigsklasse des Motorsports offen. 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