{"id":64540,"date":"2023-05-03T07:16:21","date_gmt":"2023-05-03T05:16:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=64540"},"modified":"2023-05-03T03:17:29","modified_gmt":"2023-05-03T01:17:29","slug":"datenscraping-zu-ersetzender-schaden-muss-nachgewiesen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/datenschutzrecht\/datenscraping-zu-ersetzender-schaden-muss-nachgewiesen-werden\/","title":{"rendered":"Datenscraping: Zu ersetzender Schaden muss nachgewiesen werden"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_64541\" aria-describedby=\"caption-attachment-64541\" style=\"width: 332px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-64541 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scraping_JoBo-332x414.jpg\" alt=\"Facebook und Datenscraping\" width=\"332\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scraping_JoBo-332x414.jpg 332w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scraping_JoBo-497x620.jpg 497w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scraping_JoBo-166x207.jpg 166w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scraping_JoBo-768x958.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scraping_JoBo-1231x1536.jpg 1231w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scraping_JoBo-1641x2048.jpg 1641w\" sizes=\"(max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-64541\" class=\"wp-caption-text\">Foto von <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@ds01?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Dawid Soko\u0142owski<\/a> auf <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/fotos\/rqnaRQCEVsE?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Die Saga \u201eFacebook und der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/\">Datenschutz<\/a>\u201c ist um ein weiteres Kapitel fortgeschrieben worden \u2013 diesmal mit einem guten Ende f\u00fcr Facebook. In einem Fall vor dem LG Offenburg ging es um so genanntes Scraping. Dabei nutzen Dritte \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Daten eines Facebookprofils. Nicht sch\u00f6n, aber auch nicht immer ein Grund f\u00fcr einen Anspruch auf Schadensersatz. Der Schaden, der nach der DSGVO ersetzt werden soll, muss n\u00e4mlich nachvollziehbar dargelegt werden. Gelingt das nicht, gibt es kein Geld. Die Entscheidung des LG Offenburg fiel f\u00fcr das Scraping-Opfer entsprechend ern\u00fcchternd aus (LG Offenburg, Urteil vom 28.2.2023 \u2013 Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20O%2098\/23\" title=\"2 O 98\/23 (3 zugeordnete Entscheidungen)\">2 O 98\/23<\/a>).<\/em><\/p>\n<h2>Immaterielle Sch\u00e4den m\u00fcssen glaubhaft dargelegt werden<\/h2>\n<p>Gerade, wenn es um Gef\u00fchle und Befindlichkeiten geht, h\u00e4ngt die Latte hoch. Die DSGVO-Schadensersatzregelung umfasst zwar auch immaterielle Sch\u00e4den, doch m\u00fcssen diese dergestalt sein, dass es die Richter \u00fcberzeugt. Wer, wie der Facebook-User, der Opfer von Datenscraping geworden war, massive psychische Beeintr\u00e4chtigungen \u2013 etwa das Gef\u00fchl, st\u00e4ndig beobachtet zu werden \u2013 als Schaden angibt, dann aber in der Verhandlung einen ganz anderen Eindruck erweckt, leistet diese \u00dcberzeugungsarbeit gerade nicht.<\/p>\n<h2>Kontrollverlust besteht bereits bei der Dateneingabe<\/h2>\n<p>Diffuse \u00c4ngste verfangen nicht, schon gar nicht, wenn dabei ein Gef\u00fchl des \u201eKontrollverlusts\u201c als Ausl\u00f6ser ins Feld gef\u00fchrt wird. Denn es handelt sich ja um \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Daten, \u00fcber die bereits beim Zeitpunkt ihrer Preisgabe \u2013 also der Eintragung ins Facebook-Profil \u2013 keine Kontrolle mehr bestand. Zudem sprach nach Ansicht der Offenburger Richter die Tatsache, dass das Opfer weiterhin auf Facebook angemeldet war, gegen die traumatisierende Wirkung des Scrapings, zumal er dort auch keine ma\u00dfgeblichen \u00c4nderungen seiner Profileinstellungen vornahm, um die vorhandenen Daten bestm\u00f6glich vor unerw\u00fcnschten Zugriffen von au\u00dfen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<h2>Pers\u00f6nlicher Schadensersatzanspruch verlangt individuelle Gr\u00fcnde<\/h2>\n<p>Was jedoch insbesondere gegen den Schadensersatzanspruch sprach, war der pikante Umstand, dass die Ausf\u00fchrungen des Scraping-Opfers denen in zahlreichen Parallelverfahren glichen, also bereits massenhaft vorgetragen wurden und \u2013 wie man sieht \u2013 immer noch werden. Wer sich in der Argumentation an Parallelprozesse anlehnt und beispielsweise Textbausteine aus Klageschriften verwendet, muss damit rechnen, dass sein individuell erlittener immaterieller Schaden besonders intensiv begutachtet wird, ehe daraus eine Esatzleistung in Geld erw\u00e4chst. Bei dieser Pr\u00fcfung ist das Scraping-Opfer durchgefallen \u2013 kein Schaden, kein Geld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Saga \u201eFacebook und der Datenschutz\u201c ist um ein weiteres Kapitel fortgeschrieben worden \u2013 diesmal mit einem guten Ende f\u00fcr Facebook. In einem Fall vor dem LG Offenburg ging es um so genanntes Scraping. Dabei nutzen Dritte \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Daten eines Facebookprofils. Nicht sch\u00f6n, aber auch nicht immer ein Grund f\u00fcr einen Anspruch auf Schadensersatz. 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