{"id":64515,"date":"2023-04-24T07:01:24","date_gmt":"2023-04-24T05:01:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=64515"},"modified":"2023-04-24T04:04:52","modified_gmt":"2023-04-24T02:04:52","slug":"green-claims-direktive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/green-claims-direktive\/","title":{"rendered":"Gegen das \u201eGreenwashing\u201c: Eine neue Direktive der EU nimmt Unternehmen in die Pflicht"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_64518\" aria-describedby=\"caption-attachment-64518\" style=\"width: 443px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-64518 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Green-Claims-Direktive_JoBo-621x414.jpeg\" alt=\"Green Claims Direktive\" width=\"443\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Green-Claims-Direktive_JoBo-621x414.jpeg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Green-Claims-Direktive_JoBo-620x413.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Green-Claims-Direktive_JoBo-310x207.jpeg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Green-Claims-Direktive_JoBo-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Green-Claims-Direktive_JoBo-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Green-Claims-Direktive_JoBo-2048x1366.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 443px) 100vw, 443px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-64518\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 jirsak &#8211; Adobe Stock<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Auch wenn j\u00fcngst eine Berliner Initiative f\u00fcr mehr Tempo beim Klimaschutz in der Hauptstadt scheiterte \u2013 der Klimawandel ist eines der Themen unserer Zeit und Emissionsverminderungen bei allen Aktivit\u00e4ten des Menschen das Gebot der Stunde. Eine Schl\u00fcsselrolle spielt neben Gro\u00dftechnologien zur gr\u00fcnen Energieversorgung, neben neuen Mobilit\u00e4tskonzepten und umweltgerechtem Bauen auch der allt\u00e4gliche Konsum jeder und jedes Einzelnen. Klimafreundlichkeit ist ein stichhaltiges Verkaufsargument im Supermarkt des 21. Jahrhunderts.<\/em><\/p>\n<h2>Europa macht ernst: Die Green Claims Direktive<\/h2>\n<p>Da wundert es nicht, dass pl\u00f6tzlich alle behaupten, immer schon klimaneutral gewesen zu sein und es Zukunft noch mehr werden zu wollen. Und es wundert auch nicht, dass diese Ambitionen mit oft undurchsichtigen Zahlenspielereien und einer Flut dubioser Umweltlabels untermauert werden sollen. \u201eGreenwashing\u201c ist das Stichwort. Damit soll nun nach dem Willen der Europ\u00e4ischen Kommission Schluss sein, eine Green Claims Direktive soll her. Ihre Zielsetzung: Die verwirrten Verbraucher sollen beim Einkauf verl\u00e4ssliche Orientierung erhalten, durch klare Angaben und \u00fcberpr\u00fcf- bzw. belegbare Informationen.<\/p>\n<h2>Mindeststandards, Transparenz und Wissenschaftlichkeit<\/h2>\n<p>Der verabschiedete Entwurf einer Green Claims Direktive sieht vor, dass Unternehmen bei konkreten Behauptungen zu Umwelt- und Klimaschutz Mindeststandards einhalten m\u00fcssen. Dazu geh\u00f6rt etwa, dass entsprechende <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/irrefuehrende-werbung-schadensersatz\/\">Werbeaussagen<\/a>, beispielsweise zur Unsch\u00e4dlichkeit von Produktverpackungen oder zur Klimaneutralit\u00e4t des Warenversands, wissenschaftlich haltbar sind. Die Richtlinie verlangt ferner, dass Vergleiche zwischen Produkten hinsichtlich ihrer Umwelt- und Klimabilanz auf vergleichbaren Daten beruhen. In Sachen Treibhausgasemissionen hat das Unternehmen in seiner Kommunikation mit der Kundschaft offenzulegen, in welchem Verh\u00e4ltnis dabei tats\u00e4chliche CO2-Einsparungen und blo\u00dfe CO2-Kompensationen stehen. Gar nicht mehr erlaubt sind pauschale Green Claims \u00fcber Produkte.<\/p>\n<h2>Die Kontrolle ist Sache der Mitgliedsstaaten<\/h2>\n<p>Die europ\u00e4ische Green Claims Direktive ist durchaus als ambitioniert zu bezeichnen. Sie nimmt Unternehmen klimapolitisch an die kurze Leine. Zumindest ist dieser Wille deutlich erkennbar. Die Kontrolle der Behauptungen und Angaben, der Label und Etiketten obliegt den Mitgliedsstaaten, die daf\u00fcr unabh\u00e4ngige Stellen f\u00fcr \u00dcberpr\u00fcfungs- und Durchsetzungsverfahren schaffen m\u00fcssen. Auch wenn hier innerhalb der EU gro\u00dfe Unterschiede zu erwarten sind, weil diese schon bei grunds\u00e4tzlichen Fragen der Klimapolitik auftreten, d\u00fcrfte es f\u00fcr die Wirtschaft in Europa k\u00fcnftig schwieriger werden, die Verbraucherinnen und Verbraucher, also uns alle, mit leeren Klimaversprechungen zu t\u00e4uschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn j\u00fcngst eine Berliner Initiative f\u00fcr mehr Tempo beim Klimaschutz in der Hauptstadt scheiterte \u2013 der Klimawandel ist eines der Themen unserer Zeit und Emissionsverminderungen bei allen Aktivit\u00e4ten des Menschen das Gebot der Stunde. 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