{"id":641,"date":"2009-01-26T00:33:31","date_gmt":"2009-01-25T22:33:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=641"},"modified":"2009-01-26T00:33:31","modified_gmt":"2009-01-25T22:33:31","slug":"olg-koln-ist-ein-coldcall-eines-meinungsforschungsinstituts-unlauter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/olg-koln-ist-ein-coldcall-eines-meinungsforschungsinstituts-unlauter\/","title":{"rendered":"OLG K\u00f6ln: Ist ein &quot;Coldcall&quot; eines Meinungsforschungsinstituts unlauter?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Das Oberlandesgericht K\u00f6ln hat im Dezember 2008 \u00fcber die Wettbewerbswidrigkeit eines sogenannten &#8220;Coldcall&#8221; eines Meinungsfoschungsinstitutes entschieden (OLG K\u00f6ln, Urteil vom 12.12.2008, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20U%2041\/08\" title=\"6 U 41\/08 (5 zugeordnete Entscheidungen)\">6 U 41\/08<\/a>). Grunds\u00e4tzlich d\u00fcrfen Meinungsforschungsinstitute Telefonumfragen zu wissenschaftlichen Zecken durchf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In diesem Fall jedoch war das Institut von einem Unternehmen zu dieser Kundenbefragung beauftragt worden. Und damit stellten die Anrufe Wettbewerbshandlungen im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UWG: Begriffsbestimmungen\">\u00a7 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG<\/a> dar. Das Meinungsforschungsinstitut, so das Gericht, handelte in diesem Fall nicht neutral, sondern zur F\u00f6rderung des Absatzes eines anderen Unternehmens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Sofern also das Forschungsinstitut im Auftrag eines Unternehmens Verbraucher anruft, ohne deren vorherige, ausdr\u00fcckliche, Einwilligung einzuholen, stellt dies unlautere Telefonwerbung gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/7.html\" title=\"&sect; 7 UWG: Unzumutbare Bel&auml;stigungen\">\u00a7 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG<\/a> dar. Die Anrufe stellen dann eine unzumutbare Bel\u00e4stigung dar, wenn sie zumindest mittelbar der Absatzf\u00f6rderung des Auftragsunternehmens dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch eine schriftliche Ank\u00fcndigung eines solchen Anrufes mit einer Widerspruchsfrist \u00e4ndert hieran nichts. Das OLG K\u00f6ln stellte klar, dass eine sogenannte &#8220;Opt-Out-Einwilligung&#8221; nicht wirksam ist. Eine derart erlangte voreingestellte Einwilligung, bzw. ein Schweigen des Verbrauchers, z\u00e4hlen also nicht als Einverst\u00e4ndnis. Die bei einer Wettbewerbshandlung grunds\u00e4tzlich vorzunehmende Erheblichkeitspr\u00fcfung im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/3.html\" title=\"&sect; 3 UWG: Verbot unlauterer gesch&auml;ftlicher Handlungen\">\u00a7 3 UWG<\/a> entf\u00e4llt bei sogenannten &#8220;Coldcalls&#8221;, da diese nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/7.html\" title=\"&sect; 7 UWG: Unzumutbare Bel&auml;stigungen\">\u00a7 7 UWG<\/a> stets unzumutbare Bel\u00e4stigungen darstellen und eine entsprechende Abw\u00e4gung hinf\u00e4llig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir wissen jetzt also, dass auch Anrufe von Meinungsforschungsinstituten unlauter sein k\u00f6nnen &#8211; das Problem wird weiterhin nur sein, diese erfolgreich zu unterbinden (nh).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht K\u00f6ln hat im Dezember 2008 \u00fcber die Wettbewerbswidrigkeit eines sogenannten &#8220;Coldcall&#8221; eines Meinungsfoschungsinstitutes entschieden (OLG K\u00f6ln, Urteil vom 12.12.2008, 6 U 41\/08). 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