{"id":63970,"date":"2023-02-10T08:24:19","date_gmt":"2023-02-10T06:24:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=63970"},"modified":"2023-02-14T12:08:55","modified_gmt":"2023-02-14T10:08:55","slug":"anwaltsblogs-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/anwaltsblogs-wahrheit\/","title":{"rendered":"Anwaltsblogs: Die ganze Wahrheit soll es sein"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_63971\" aria-describedby=\"caption-attachment-63971\" style=\"width: 537px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-63971 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Anwaltshomepage_JoBo-621x414.jpg\" alt=\"Anwaltsblogs Wahrheit\" width=\"537\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Anwaltshomepage_JoBo-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Anwaltshomepage_JoBo-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Anwaltshomepage_JoBo-311x207.jpg 311w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Anwaltshomepage_JoBo-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Anwaltshomepage_JoBo-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Anwaltshomepage_JoBo-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 537px) 100vw, 537px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-63971\" class=\"wp-caption-text\">Foto von <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/es\/@markuswinkler?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Markus Winkler<\/a> auf <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/fotos\/yYpmCA32U_M?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Klappern geh\u00f6rt bekanntlich zum Handwerk. Und in unseren Tagen wird vor allem virtuell geklappert. Kein Verband, kein Unternehmen, kein Freiberufler mehr ohne aussagekr\u00e4ftigen Internetauftritt. <\/em><\/p>\n<p><em>Oft erg\u00e4nzt dort<\/em><em>\u00a0ein Blog, eine Art \u00f6ffentliches Online-Tagebuch, die statische Seite mit den grundlegenden Informationen. Im Blog wird \u00fcber das aktuelle Geschehen berichtet \u2013 die Zielgruppe soll schlie\u00dflich sehen, dass es l\u00e4uft.<\/em><\/p>\n<h2>Wann Blogbeitr\u00e4ge zu aktualisieren sind<\/h2>\n<p>So betreiben auch viele Anwaltskanzleien ein Blog, in dem \u00fcber Erfolge vor Gericht informiert wird. Dass dabei besondere Anforderungen an die Redlichkeit gelten, hat nun das OLG Frankfurt a.M. festgestellt (OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 15.12.22, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=16%20U%20255\/21\" title=\"OLG Frankfurt, 19.01.2023 - 16 U 255\/21: Kein L&ouml;schungs-, aber Nachtragsanspruch bei nicht mehr...\">16 U 255\/21<\/a>). Der Grundsatz des <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/beschluss\/?utm_content=glossar\">Beschlusses<\/a> lautet: Wenn Rechtsanw\u00e4lte Blogbeitr\u00e4ge zu gerichtlichen Erfolgen ver\u00f6ffentlichen und die Entscheidung sp\u00e4ter aufgehoben wird, muss der Beitrag zwar nicht gel\u00f6scht, wohl aber im Sinne des ver\u00e4nderten Prozessergebnisses aktualisiert werden.<\/p>\n<h2>Wahrheit und Aktualit\u00e4t<\/h2>\n<p>In dem verhandelten Fall ging es um den Bericht \u00fcber den Erlass einer Einstweiligen Verf\u00fcgung, die sp\u00e4ter rechtskr\u00e4ftig aufgehoben wurde. Die Vorinstanz, das LG Frankfurt a.M., hatte noch die L\u00f6schung des Beitrags verlangt, das OLG sah die Sache differenzierter: Der Bericht sei an sich wahr und insoweit hinzunehmen, allerdings verschweige er die nachtr\u00e4glich eingetretene \u00c4nderung der Sachlage und sei daher eben nur \u201edie halbe Wahrheit\u201c. Der Artikel m\u00fcsse insoweit aktualisierend erg\u00e4nzt werden. Das bedeutet: Wer als Anwalt ein Blog betreibt, muss diesen auch pflegen und dabei auf Aktualit\u00e4t achten, um der Leserschaft bei der Schilderung von Prozessverl\u00e4ufen immer die ganze Wahrheit zu vermitteln.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klappern geh\u00f6rt bekanntlich zum Handwerk. 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