{"id":63478,"date":"2022-12-14T07:17:08","date_gmt":"2022-12-14T05:17:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=63478"},"modified":"2022-12-19T16:57:25","modified_gmt":"2022-12-19T14:57:25","slug":"gluehwein-wettbewerbsverstoss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/gluehwein-wettbewerbsverstoss\/","title":{"rendered":"Nicht alles, was gl\u00fcht, ist Wein"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_63480\" aria-describedby=\"caption-attachment-63480\" style=\"width: 491px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-63480\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Gluehwein_JoBo-621x414.jpg\" alt=\"Gl\u00fchwein Wettbewerbsversto\u00df\" width=\"491\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Gluehwein_JoBo-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Gluehwein_JoBo-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Gluehwein_JoBo-310x207.jpg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Gluehwein_JoBo-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Gluehwein_JoBo-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Gluehwein_JoBo-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 491px) 100vw, 491px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-63480\" class=\"wp-caption-text\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@8bitago?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Serj Sakharovskiy<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/gl%C3%BChwein?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Der Gl\u00fchwein ist das \u201eWinterbier\u201c der Deutschen. Geht man im Sommer \u201eauf ein Bier\u201c ins Gartenlokal, trifft man sich im Winter zum Gl\u00fchweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt. Doch mit Bier soll es gerade nichts zu tun haben, das besonders gew\u00fcrzte, warm servierte Weingetr\u00e4nk. Das hat jetzt das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/lg-landgericht\/\">LG<\/a> M\u00fcnchen klargestellt, indem es entschied, dass ein <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/\">Wettbewerbsversto\u00df<\/a> vorliegt, wenn mit Bockbierw\u00fcrze versetzte weinhaltige Getr\u00e4nke als \u201eGl\u00fchwein\u201c angeboten werden (LG M\u00fcnchen, Urteil vom 17.11.2022, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=17%20HKO%208213\/18\" title=\"LG M&uuml;nchen I, 17.11.2022 - 17 HKO 8213\/18: Wettbewerbsversto&szlig;, wenn mit Bockbierw&uuml;rze versetzte...\">17 HKO 8213\/18<\/a>).<\/em><\/p>\n<h2>Wasser in den Wein<\/h2>\n<p>In der Verordnung 251\/2014 Anl. II B, Ziff. 8 hat die EU die zul\u00e4ssigen Bestandteile des Gl\u00fchweins geregelt. Gl\u00fchwein darf laut dieser europ\u00e4ischer Verordnung nur Wein, S\u00fc\u00dfungsmittel und Gew\u00fcrz enthalten. Ein Brauhaus hatte hingegen zwei mit Bockbierw\u00fcrze versetzte weinhaltige Getr\u00e4nke mit einem zus\u00e4tzlichen Wassergehalt von 2 Prozent als \u201eGl\u00fchwein\u201c in den Verkehr gebracht. Der Begriff \u201eWein\u201c werde dadurch unzul\u00e4ssig \u201everw\u00e4ssert\u201c, so die M\u00fcnchner Richter, denn der Wassergehalt, der beim Zuf\u00fchren von Bockbierw\u00fcrze in beide Getr\u00e4nke gelange, sei zu hoch. Es liege somit in der Bezeichnung \u201eGl\u00fchwein\u201c eine Irref\u00fchrung der Verbraucher.<\/p>\n<h2>Bockbierw\u00fcrze ist kein Gew\u00fcrz<\/h2>\n<p>Zudem sei \u201eBockbierw\u00fcrze\u201c nur dem Namen nach ein Gew\u00fcrz. Es sei vielmehr, so ein \u00d6nologe, der als Sachverst\u00e4ndiger geh\u00f6rt wurde, eine Fl\u00fcssigkeit, die ein Gew\u00fcrz empfange. Vor allem sei es kein hochkonzentrierter Stoff, was der Begriff \u201eGew\u00fcrz\u201c suggeriert, so dass der Wasserzusatz in den beiden Getr\u00e4nken im Ergebnis \u201eerheblich\u201c sei. Dieser \u00f6nologischen Einsch\u00e4tzung schloss sich das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/lg-landgericht\/\">LG<\/a> M\u00fcnchen an. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gl\u00fchwein ist das \u201eWinterbier\u201c der Deutschen. Geht man im Sommer \u201eauf ein Bier\u201c ins Gartenlokal, trifft man sich im Winter zum Gl\u00fchweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt. Doch mit Bier soll es gerade nichts zu tun haben, das besonders gew\u00fcrzte, warm servierte Weingetr\u00e4nk. 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