{"id":63212,"date":"2022-11-08T07:31:45","date_gmt":"2022-11-08T05:31:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=63212"},"modified":"2022-11-08T07:31:45","modified_gmt":"2022-11-08T05:31:45","slug":"fussnoten-werbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/fussnoten-werbung\/","title":{"rendered":"Fu\u00dfnoten in der Werbung nicht ma\u00dfgebend"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_63213\" aria-describedby=\"caption-attachment-63213\" style=\"width: 549px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-63213 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/fussnote-werbung-623x414.jpg\" alt=\"Fu\u00dfnote Werbung\" width=\"549\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/fussnote-werbung-623x414.jpg 623w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/fussnote-werbung-620x412.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/fussnote-werbung-312x207.jpg 312w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/fussnote-werbung-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/fussnote-werbung-1536x1020.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/fussnote-werbung-2048x1360.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-63213\" class=\"wp-caption-text\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@naomish?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Naomi H\u00e9bert<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/kitchen?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Wie wichtige Fu\u00dfnoten sind, wei\u00df jeder, der schon mal eine wissenschaftliche Qualifikationsarbeit vorlegen musste. In der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/irrefuehrende-werbung-schadensersatz\/\">Werbung<\/a> allerdings ist die Bedeutung von Fu\u00dfnoten begrenzt.<\/em><\/p>\n<h2>Falsche Angabe? \u201eDreiste L\u00fcge\u201c!<\/h2>\n<p>Das hat das OLG N\u00fcrnberg in einem Verfahren entschieden, in dem es um eine rei\u00dferische Online-Blickfangwerbung ging, deren vollmundiges Preisversprechen durch eine Bemerkung in der Fu\u00dfnote relativiert bzw. korrigiert wurde \u2013 und genau das geht nicht (Beschluss vom 16.8.2022 &#8211; Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=3%20U%20747\/22\" title=\"OLG N&uuml;rnberg, 16.08.2022 - 3 U 747\/22: Blickfangwerbung eines K&uuml;chenh&auml;ndlers mit Rabatten f&uuml;r d...\">3 U 747\/22<\/a>). Denn: Wenn eine falsche Angabe zu einer leicht nachpr\u00fcfbaren, objektiven Tatsache gemacht wird, um Kunden zu gewinnen, dann nennt man das eine \u201edreiste L\u00fcge\u201c, weil und soweit diese bei den Verbrauchern zu einem durchaus beabsichtigten Irrtum hinsichtlich des Angebots f\u00fchrt. Und eine solche Irref\u00fchrung kann man nicht durch eine Erl\u00e4uterung in der Fu\u00dfnote richtiggestellen, so die N\u00fcrnberger Richter.<\/p>\n<h2>Platz war da, der Wille nicht<\/h2>\n<p>In der beanstandeten Werbung ging es um einen Preisnachlass beim Kauf einer K\u00fcche. Verschwiegen wurde in der plakativen Blickfangwerbung jedoch, dass man die 33 Prozent Rabatt nur auf K\u00fcchen im Wert von \u00fcber 6900 Euro erh\u00e4lt. Das erf\u00e4hrt die potentielle Kundschaft aber erst in der Fu\u00dfnote, f\u00fcr deren Lekt\u00fcre er eine Weile auf der website nach unten scrollen muss. Der H\u00e4ndler h\u00e4tte, so das OLG N\u00fcrnberg, die einschr\u00e4nkende Bedingung in die Blickfangwerbung selbst aufnehmen m\u00fcssen, etwa durch den Zusatz \u201eab einem Kaufpreis von 6900 Euro\u201c. Platz sei daf\u00fcr genug vorhanden gewesen, so das Gericht. Was wohl fehlte, war der Wille zur fairen Konsumenteninformation.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie wichtige Fu\u00dfnoten sind, wei\u00df jeder, der schon mal eine wissenschaftliche Qualifikationsarbeit vorlegen musste. In der Werbung allerdings ist die Bedeutung von Fu\u00dfnoten begrenzt. Falsche Angabe? \u201eDreiste L\u00fcge\u201c! 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