{"id":63042,"date":"2022-10-08T08:00:38","date_gmt":"2022-10-08T06:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=63042"},"modified":"2022-10-06T21:03:01","modified_gmt":"2022-10-06T19:03:01","slug":"mediation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/verhandlungsstrategie-prozesstaktik\/mediation\/","title":{"rendered":"Vom Wert der Mediation"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_63043\" aria-describedby=\"caption-attachment-63043\" style=\"width: 572px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-63043 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/mediation-621x414.jpg\" alt=\"Mediation\" width=\"572\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/mediation-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/mediation-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/mediation-311x207.jpg 311w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/mediation-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/mediation-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/mediation-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 572px) 100vw, 572px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-63043\" class=\"wp-caption-text\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@wocintechchat?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Christina @ wocintechchat.com<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/talking?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Miteinander reden \u2013 es gibt keine bessere Form der Konfliktbew\u00e4ltigung. Wie wichtig der Dialog ist, zeigt sich gerade im Zuge der \u201e<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/cancel-culture\/\">Cancel Culture<\/a>\u201c, die als Teil ihrer Konfliktl\u00f6sungsstrategie auf Diskursverweigerung und Ausschluss des Anderen setzt. Die Argumente der Gegenseite werden nicht geh\u00f6rt, sondern systematisch zum Verstummen gebracht. Mit dieser Absage an den Dialog versch\u00e4rft die \u201eCancel Culture\u201c die Probleme und vertieft die weltanschaulichen Gr\u00e4ben, die schlie\u00dflich un\u00fcberwindbar werden.<\/em><\/p>\n<h2>Kultur des Dialogs, oder: Im Gespr\u00e4ch bleiben<\/h2>\n<p>Wenden wir es zum Positiven: Wir wissen, wie wir es besser machen k\u00f6nnen. Eine Kultur des Dialogs ist gewisserma\u00dfen der Gegenentwurf zur \u201eCancel Culture\u201c, die Beachtung des <i>Audiatur et altera pars <\/i>methodischer Garant der Verst\u00e4ndigung. Zumindest bietet es die Chance, den Anderen zu verstehen, wenn man ihn erstmal anh\u00f6rt. Macht man ihn mundtot, hat man diese M\u00f6glichkeit nicht.<\/p>\n<h2>Eine neutrale Person kann helfen<\/h2>\n<p>Doch: Miteinander reden f\u00e4llt oft schwer, wenn bereits Konflikte bestehen. Hier kann es ratsam und hilfreich sein, eine neutrale Person als Moderatorin hinzuzuziehen. Nicht als Schiedsrichter oder gar als Entscheider, sondern als Begleiter auf dem Weg zu einer L\u00f6sung. Diese au\u00dfergerichtliche Mediation ist ein wertvoller Beitrag zu einem Rechtssystem, das Gesetze nicht als G\u00e4ngelung und Gerichte nicht als Orte der Macht begreift, sondern f\u00fcr die Menschen wirken will und ihnen daher Platz einr\u00e4umt, durch den Dialog ein Verfahren zu verhindern.<\/p>\n<h2>Mediationschats gegen hate speech<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h2>\n<p>Doch auch im Alltag, wenn es gar nicht um eine strukturelle Alternative zum formalen Rechtsweg durch die Instanzen geht, sondern einfach \u201enur\u201c darum, einigerma\u00dfen gut miteinander auszukommen, kann eine Mediation helfen, den Anderen und seine Argumente wirklich ernst- und vielleicht ja am Ende sogar anzunehmen. In einer Zeit wie unserer, in der ein Gro\u00dfteil der Kommunikation online stattfindet und gerade dort Konflikte schnell eskalieren, sollten Bedingungen f\u00fcr eine dialogbasierte Vermittlung zwischen den Konfliktparteien geschaffen werden, etwa Mediationschats, in denen der Austausch von kompetenten Personen begleitet wird.<\/p>\n<p>Auch dann ist und bleibt es schwierig, zu L\u00f6sungen zu kommen, mit denen beide Seiten leben k\u00f6nnen. Dialog ist ein m\u00fchsames Gesch\u00e4ft. Doch es geht am m\u00f6glichst offenen Gespr\u00e4ch kein Weg vorbei \u2013 wenn man nicht in einer destruktiv-toxischen \u201eCancel Culture\u201c landen will.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Miteinander reden \u2013 es gibt keine bessere Form der Konfliktbew\u00e4ltigung. Wie wichtig der Dialog ist, zeigt sich gerade im Zuge der \u201eCancel Culture\u201c, die als Teil ihrer Konfliktl\u00f6sungsstrategie auf Diskursverweigerung und Ausschluss des Anderen setzt. Die Argumente der Gegenseite werden nicht geh\u00f6rt, sondern systematisch zum Verstummen gebracht. 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