{"id":62965,"date":"2022-10-05T07:07:25","date_gmt":"2022-10-05T05:07:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=62965"},"modified":"2022-10-05T03:07:57","modified_gmt":"2022-10-05T01:07:57","slug":"unerwuenschte-werbemails-persoenlichkeitsrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/unerwuenschte-werbemails-persoenlichkeitsrecht\/","title":{"rendered":"AG M\u00fcnchen: Werbung, die trotz Widerspruch versendet wird, verletzt Pers\u00f6nlichkeitsrecht"},"content":{"rendered":"
\"unerw\u00fcnschte
Photo by Stephen Phillips – Hostreviews.co.uk<\/a> on Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n

Werbung per E-Mail<\/a> – wer kennt es nicht, wen nervt sie nicht? Doch \u00fcber diese Empfindungsqualit\u00e4t hinaus, haben unerw\u00fcnschte Werbemails auch einen handfesten Rechtscharakter: Sie stellen einen Eingriff in das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht dar. Das hat das AG M\u00fcnchen entschieden (AG M\u00fcnchen, Urteil v. 5.8.2022, Az.: 142 C 1633\/22<\/a>).\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n

Die Werbemail eines Pay-TV Anbieters als Eingriff in das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht<\/h2>\n

Gegen unerw\u00fcnschte Werbemails bestehe, so das Gericht, ein Unterlassungsanspruch aus \u00a7 823 Abs. 1<\/a>, \u00a7 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB<\/a> wegen eines rechtswidrigen Eingriffs in das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht des Betroffenen. Dieses sch\u00fctze n\u00e4mlich \u201eden Bereich privater Lebensgestaltung und gibt dem Betroffenen das Recht, im privaten Bereich in Ruhe gelassen zu werden\u201c. In dem vorliegenden Fall hatte sich der Inhaber des E-Mail-Accounts gerichtlich gegen die Werbemail eines Pay-TV Anbieter gewehrt, nachdem die au\u00dfergerichtliche Unterlassungsaufforderung unber\u00fccksichtigt geblieben war.<\/p>\n

Widerspruch gegen elektronische Werbung auch formlos m\u00f6glich<\/h2>\n

Der Pay-TV Anbieter begr\u00fcndete dies mit formalen Aspekten: Der Kunde h\u00e4tte seinen Unwillen, Werbemails zu empfangen, durch entsprechende Einstellungen im Kundenverwaltungssystem kundtun m\u00fcssen. Da er das nicht tat, sei man \u2013 trotz seiner gegenteiligen, formlosen Erkl\u00e4rung \u2013 davon ausgegangen, dass er Werbung<\/a> erhalten will. Das AG M\u00fcnchen stellte klar, dass es allein auf die Erkennbarkeit des Willens ankomme \u2013 und die ist auch gegeben, wenn der Widerspruch formlos erfolgt. Die Verwaltung der Kundendaten sei Sache des Pay-TV Anbieters und k\u00f6nne \u201enicht auf den Kunden abgew\u00e4lzt werden\u201c, betonten die Richter.<\/p>\n

Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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