{"id":62924,"date":"2022-09-22T18:42:24","date_gmt":"2022-09-22T16:42:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=62924"},"modified":"2022-09-22T18:52:04","modified_gmt":"2022-09-22T16:52:04","slug":"wortmarke-malle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/markenrecht\/wortmarke-malle\/","title":{"rendered":"\u201eMalle\u201c keine Marke mehr"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_62925\" aria-describedby=\"caption-attachment-62925\" style=\"width: 617px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-62925 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/wortmarke-malle-621x414.jpg\" alt=\"Wortmarke Malle\" width=\"617\" height=\"411\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/wortmarke-malle-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/wortmarke-malle-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/wortmarke-malle-310x207.jpg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/wortmarke-malle-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/wortmarke-malle.jpg 1417w\" sizes=\"(max-width: 617px) 100vw, 617px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-62925\" class=\"wp-caption-text\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@tompodmore86?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Tom Podmore<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/mallorca?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Die Wortmarke \u201eMalle\u201c ist nichtig. Das hat der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) entschieden (EuGH, Beschluss v. 17.6.2022, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=C-145\/22%20P\" title=\"EuGH, 17.06.2022 - C-145\/22: L&uuml;ck\/ EUIPO - R. H. Investment - Rechtsmittel - Unionsmarke - Zula...\">C-145\/22 P<\/a>).<\/em><\/p>\n<h2>Keine Abmahnung mehr zu bef\u00fcrchten<\/h2>\n<p>F\u00fcr Partyveranstalter ist das eine gute Nachricht. Denn gegen sie war Markeninhaber J\u00f6rg L\u00fcck aus Hilden, der Produzent von Ballermann-Stars wie Tim Toupet und Mickey Krause, doch regelm\u00e4\u00dfig vorgegangen, mit Hinweis auf die Wortmarke \u201eMalle\u201c, die er sich vom Amt der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr geistiges Eigentum (EUIPO) hatte sch\u00fctzen lassen. In mehr als 80 Abmahnungen gegen Veranstalter von Malle-Partys hatte er die Zahlung von 1.822 Euro und den Abschluss eines Lizenzvertrags verlangt. Damit ist nun Schluss.<\/p>\n<h2>Langer Rechtsstreit um umfangreichen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/markenrecht\/\">Markenschutz<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h2>\n<p>Vorangegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit um die Malle-Marke, die sich auf <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/schutz-von-musik-und-filmen\/\">Tontr\u00e4ger<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/irrefuehrende-werbung\/\">Werbung<\/a>, Ausstrahlung f\u00fcr TV- und Rundfunksendungen und auf jegliche Partys bezog. Zwei der abgemahnten Partyveranstalter hatten sich gegen die Abmahnungen gewehrt und stellten bereits vor einigen Jahren L\u00f6schungsantr\u00e4ge. Das Europ\u00e4ische Markenamt erkl\u00e4rte die Wortmarke \u201eMalle\u201c daraufhin f\u00fcr nichtig (Beschluss v. 18.5.2020, Az. 32 783 C).\u00a0Der Begriff habe beschreibenden Charakter und keine Unterscheidungskraft.<\/p>\n<p>Dagegen legte wiederum Markeninhaber J\u00f6rg L\u00fcck Rechtsmittel beim Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuG) ein, der allerdings die Entscheidung des Europ\u00e4ischen Markenamts best\u00e4tigte (Urteil v. 15.12.2021, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=T-188\/21\" title=\"T-188\/21 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">T-188\/21<\/a>). Problem hier: Der Kl\u00e4ger hatte die Beurteilung der Beschwerdekammer, dass es der angegriffenen Marke an Unterscheidungskraft im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung 2017\/1001 fehle, nicht mit einem hinreichend klar und deutlich dargelegten Klagegrund angegriffen.<\/p>\n<p>Daher blieb auch die Beschwerde beim EuGH erfolglos und die \u201eMalle\u201c-Marke ist endg\u00fcltig Geschichte.<\/p>\n<h2>Marke in Deutschland ausgelaufen<\/h2>\n<p>In Deutschland war die Marke f\u00fcr Werbung und Tontr\u00e4ger gesch\u00fctzt. Allerdings ist diese mittlerweile ausgelaufen \u2013 L\u00fcck hatte die beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) f\u00e4llige Verl\u00e4ngerungsgeb\u00fchr nicht bezahlt. Im Ergebnis ist die Marke also europaweit nichtig und aus dem Markenregister des EUIPO gel\u00f6scht, in Deutschland ausgelaufen \u2013 die Malle-Partys k\u00f6nnen wieder steigen.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wortmarke \u201eMalle\u201c ist nichtig. Das hat der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) entschieden (EuGH, Beschluss v. 17.6.2022, Az.: C-145\/22 P). Keine Abmahnung mehr zu bef\u00fcrchten F\u00fcr Partyveranstalter ist das eine gute Nachricht. 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