{"id":62771,"date":"2022-09-12T07:44:00","date_gmt":"2022-09-12T05:44:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=62771"},"modified":"2022-09-09T21:44:29","modified_gmt":"2022-09-09T19:44:29","slug":"facebook-anhoerung-loeschung-post","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/social-media-recht\/facebook-anhoerung-loeschung-post\/","title":{"rendered":"Zur Facebook-L\u00f6schpraxis \u2013 Anh\u00f6rung des Nutzers kann nach L\u00f6schung des Posts erfolgen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_62773\" aria-describedby=\"caption-attachment-62773\" style=\"width: 592px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-62773\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/facebook-anhoerung-708x398.jpg\" alt=\"Facebook Anh\u00f6rung\" width=\"592\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/facebook-anhoerung-708x398.jpg 708w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/facebook-anhoerung-620x349.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/facebook-anhoerung-354x199.jpg 354w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/facebook-anhoerung-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/facebook-anhoerung-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/facebook-anhoerung-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-62773\" class=\"wp-caption-text\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@neos_design?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Roman Martyniuk<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/facebook?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Immer wieder gibt es \u00c4rger mit gel\u00f6schten Facebook-Posts. Nutzer der Plattform f\u00fchlen sich ungerecht behandelt. Das auch deswegen, weil <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/klau-der-homepage-zugangsdaten-oder-rausschmiss-von-facebookseite\/\">Facebook<\/a> ihnen bei der L\u00f6schung des Beitrags zun\u00e4chst verweigert, was nach rechtsstaatlichen Prinzipien geboten ist: in der Sache angeh\u00f6rt zu werden.<\/em><\/p>\n<h2>OLG Frankfurt: Anh\u00f6rung kann nachtr\u00e4glich stattfinden<\/h2>\n<p>Das OLG Frankfurt am Main hat nun entschieden, dass eine fehlende Anh\u00f6rung des Nutzers durch Facebook vor L\u00f6schung eines Facebook-Posts im Prozess um die erneute Freischaltung des Beitrags nachgeholt werden kann (OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 30.6.2022, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=16%20U%20229\/20\" title=\"OLG Frankfurt, 30.06.2022 - 16 U 229\/20: L&ouml;schung von Post bei Facebook - Nachholung unterlasse...\">16 U 229\/20<\/a>). Damit konkretisiert das OLG Frankfurt eine Grundsatzentscheidung des BGH, in der Facebook f\u00fcr seine L\u00f6schpraxis ger\u00fcgt und das Verfahren insgesamt f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt wurde, weil darin keine hinreichende Kommunikation mit den betroffenen Nutzerinnen und Nutzern vorgesehen sei. Diese k\u00f6nne, so das OLG Frankfurt, im Prozess um die Wiederfreischaltung des Posts erfolgen.<\/p>\n<h2>Hassrede darf nach eigenen Regeln gel\u00f6scht werden<\/h2>\n<p>In dem Vefrahren ging es um einen Post, der von Facebook als Hassrede eingestuft wurde. Zu Recht, wie bereits das LG Frankfurt am Main feststellte (LG Frankfurt a.M., Urteil vom 3.9.2020, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2-03%20O%20282\/19\" title=\"LG Frankfurt\/Main, 03.09.2020 - 3 O 282\/19: Zur K&uuml;ndigung eines Kontos in einem sozialen Netzwe...\">2-03 O 282\/19<\/a>). Das OLG Frankfurt schloss sich dieser Einsch\u00e4tzung an. Tats\u00e4chlich sei der Begriff der Hassrede von Facebook selbst hinreichend genau definiert worden und umfasse explizit Beitr\u00e4ge, in denen \u201eeine gewaltt\u00e4tige und entmenschlichende Sprache\u201c Verwendung findet und \u201edurch Aussagen \u00fcber Minderwertigkeit und durch Aufrufe, Personen auszuschlie\u00dfen und zu isolieren\u201c. Entscheidend ist: Facebook darf auch l\u00f6schen, wenn Posts keine \u201estrafbare oder rechtsverletzende Meinungs\u00e4u\u00dferungen\u201c enthalten, sondern eben \u201enur\u201c Hassrede nach eigener Definition. Diese sei, so bekr\u00e4ftigt das OLG Frankfurt, allen Nutzerinnen und Nutzern mit den Gemeinschaftsstandards bekannt gegeben worden und daher f\u00fcr alle verbindlich, die im Facebook aktiv sein wollen.<\/p>\n<h2>Entscheidung nicht rechtskr\u00e4ftig \u2013 Revision zugelassen<\/h2>\n<p>Die Entscheidung des OLG Frankfurt am Main ist nicht rechtskr\u00e4ftig. Der urteilende Pressesenat hat wegen der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung des Falls die Revision zum BGH zugelassen. Was allerdings jetzt schon feststeht: Es ist hinsichtlich der Diskussionskultur bedauerlich, dass die Auseinandersetzung um Hassredebeitr\u00e4ge \u201egrunds\u00e4tzliche Bedeutung\u201c erlangt hat<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder gibt es \u00c4rger mit gel\u00f6schten Facebook-Posts. Nutzer der Plattform f\u00fchlen sich ungerecht behandelt. Das auch deswegen, weil Facebook ihnen bei der L\u00f6schung des Beitrags zun\u00e4chst verweigert, was nach rechtsstaatlichen Prinzipien geboten ist: in der Sache angeh\u00f6rt zu werden. OLG Frankfurt: Anh\u00f6rung kann nachtr\u00e4glich stattfinden Das OLG Frankfurt am Main hat nun entschieden, dass [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":74,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[13,1229],"tags":[21,43,12,446],"class_list":["post-62771","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht","category-social-media-recht","tag-facebook","tag-social-media","tag-personlichkeitsrecht","tag-medienrecht","topic_category-medienrecht-persoenlichkeitsrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/74"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62771"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62771\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62776,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62771\/revisions\/62776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}