{"id":62749,"date":"2022-09-02T07:48:17","date_gmt":"2022-09-02T05:48:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=62749"},"modified":"2022-09-02T18:29:19","modified_gmt":"2022-09-02T16:29:19","slug":"himalaya-irrefuehrende-werbung-herkunftsangabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/himalaya-irrefuehrende-werbung-herkunftsangabe\/","title":{"rendered":"Himalaya in den K\u00f6pfen \u2013 Zur Irref\u00fchrenden Wirkung einer Herkunftsangabe"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_62750\" aria-describedby=\"caption-attachment-62750\" style=\"width: 536px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-62750 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/himalaya-herkunfsangabe-620x414.jpg\" alt=\"Himalaya Herkunftsangabe\" width=\"536\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/himalaya-herkunfsangabe-620x414.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/himalaya-herkunfsangabe-310x207.jpg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/himalaya-herkunfsangabe-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/himalaya-herkunfsangabe-1536x1026.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/himalaya-herkunfsangabe.jpg 1984w\" sizes=\"(max-width: 536px) 100vw, 536px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-62750\" class=\"wp-caption-text\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@medini108?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Andreas G\u00e4bler<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/mount-everest?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Das Himalaya-Gebirge \u2013 Heimat der 14 Achttausender \u2013 erstreckt sich von Pakistan \u00fcber Nepal und den Norden Indiens bis in die chinesischen Provinzen Tibet und Xinjiang. Es ist nicht nur Ziel zahlreicher Expeditionen ambitionierter Bergsteiger, sondern auch Herkunftsgebiet des ber\u00fchmten Himalaya-Salzes. Das war unl\u00e4ngst Gegenstand einer rechtlichen Auseinandersetzung vor dem OLG K\u00f6ln, das ein Urteil des LG K\u00f6ln best\u00e4tigte, nach dem die Werbung f\u00fcr ein \u201eHimalayaK\u00f6nigsSalz\u201c aus Punjab (Pakistan) als irref\u00fchrend zu gelten hat (OLG K\u00f6ln, Urteil vom 8.4.2022, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I-6%20U%20162\/21\" title=\"OLG K?ln, 08.04.2022 - 6 U 162\/21: Bewerbung von Steinspeisesalz mit &#039;Himalaya K?nigsSalz&...\">I-6 U 162\/21<\/a>; LG K\u00f6ln, Urteil der Vorinstanz vom 17.9.2021, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=84%20O%20118\/21\" title=\"LG K&ouml;ln, 17.09.2021 - 84 O 118\/21\">84 O 118\/21<\/a>).<\/em><\/p>\n<h2>Aus dem Himalaya, aber&#8230;<\/h2>\n<p>Das besondere an der Entscheidung: Trotz der Tatsache, dass die Herkunftsregion des Salzes im pakistanischen Punjab geographisch gerade noch im Himalaya-Gebirge liegt, sieht das OLG wie schon das LG die Gefahr einer <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/irrefuehrende-werbung\/\">Irref\u00fchrung<\/a> der Verbraucher, denn auf deren Einsch\u00e4tzung k\u00e4me es an. Die Verbraucherin bzw. der Verbraucher verbinde mit \u201eHimalaya\u201c n\u00e4mlich eine unber\u00fchrte Hochgebirgsregion, in denen sich die Gipfel majest\u00e4tisch in den Himmel erheben, heldenhaft bezwungen von einsamen Bergsteigern.<\/p>\n<h2>&#8230;nicht aus dem Hochgebirge<\/h2>\n<p>Gegen diese mythische Verkl\u00e4rung des Himalaya d\u00fcrfen nicht die Fakten der Geographie ins Feld gef\u00fchrt werden. Entscheidend in Sachen wettbewerbsgerechter Werbebotschaft ist allein, wie diese im allgemeinen aufgefasst wird. Und nach eben diesem Verkehrsverst\u00e4ndnis des Durchschnittsverbrauchers liege eine irref\u00fchrende Herkunftsbezeichnung vor, wenn das \u201eHimalayaK\u00f6nigsSalz\u201c aus dem verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig unromantischen und dicht besiedelten Punjab in Pakistan stammt. Und das auch, betonten die K\u00f6lner Gerichte, wenn auf dem Etikett die Herkunft mit \u201eaus Pakistan\/Punjab\u201c unzweideutig angegeben ist. Zu sehr dominiert das Zauberwort \u201eHimalaya\u201c die Botschaft, verbunden mit dem Bild im Kopf des Durchschnittsverbrauchers, das weniger von Geographie als vielmehr von Gef\u00fchlen gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Himalaya-Gebirge \u2013 Heimat der 14 Achttausender \u2013 erstreckt sich von Pakistan \u00fcber Nepal und den Norden Indiens bis in die chinesischen Provinzen Tibet und Xinjiang. Es ist nicht nur Ziel zahlreicher Expeditionen ambitionierter Bergsteiger, sondern auch Herkunftsgebiet des ber\u00fchmten Himalaya-Salzes. 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