{"id":62732,"date":"2022-08-29T20:14:48","date_gmt":"2022-08-29T18:14:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=62732"},"modified":"2022-08-29T20:14:48","modified_gmt":"2022-08-29T18:14:48","slug":"werbung-mit-testergebnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/werbung-mit-testergebnis\/","title":{"rendered":"\u201eSehr gut\u201c? OLG K\u00f6ln zur Werbung mit Testergebnissen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_62733\" aria-describedby=\"caption-attachment-62733\" style=\"width: 569px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-62733 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/werbung-testergebnis-621x414.jpg\" alt=\"Werbung Testergenis\" width=\"569\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/werbung-testergebnis-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/werbung-testergebnis-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/werbung-testergebnis-310x207.jpg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/werbung-testergebnis-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/werbung-testergebnis-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/werbung-testergebnis.jpg 1984w\" sizes=\"(max-width: 569px) 100vw, 569px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-62733\" class=\"wp-caption-text\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/es\/@gcarov?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Gisela Carolina<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/photo-book?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Wenn man sagt, man habe eine Eins in Deutsch, bei n\u00e4herer Betrachtung stellte sich hingegen heraus, die Eins bezieht sich auf die Lesbarkeit der Schrift, w\u00e4hrend Inhalt, Stil, Grammatik und Rechtschreibung mangelhaft sind, dann w\u00e4re man wohl als Aufschneider verschrien. Das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/\">Wettbewerbsrecht<\/a> kennt f\u00fcr diese F\u00e4lle den Begriff der Irref\u00fchrung.<\/em><\/p>\n<h2>\u201eSehr gut\u201c \u2013 trotz erheblicher M\u00e4ngel?<\/h2>\n<p>Das OLG K\u00f6ln hatte einen Fall zu entscheiden, in dem ein Vertreiber von Fotob\u00fcchern, damit warb, in Sachen Bildqualit\u00e4t von der renommierten Stiftung Warentest ein \u201eSehr gut\u201c bekommen zu haben, w\u00e4hrend das Gesamttestergebnis eine glatte F\u00fcnf war, u.a. wegen erheblicher M\u00e4ngel im Hinblick auf den Datenschutz. Das, so das Gericht, sei irref\u00fchrend. Man d\u00fcrfe nicht eine positive Einzelheit hervorheben, wenn das Urteil insgesamt schlecht ausgefallen ist. Allerdings best\u00fcnde die Irref\u00fchrung nicht, wenn hinsichtlich der M\u00e4ngel mittlerweile Besserung erfolgt sei und dies dann auch von der Pr\u00fcforganisation in ihrem Test ber\u00fccksichtigt wurde (OLG K\u00f6ln, Urteil vom 24.6.2022 &#8211; Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20U%208\/22\" title=\"6 U 8\/22 (3 zugeordnete Entscheidungen)\">6 U 8\/22<\/a>).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Keine unlautere Beeinflussung der Kaufentscheidung<\/h2>\n<p>Das wiederum war beim beklagten Fotobuchbetreiber der Fall, der somit weiterhin damit werben darf, dass seine Produkte in der Kategorie Bildqualit\u00e4t eine Eins bekamen. Das darf er auch dann, so die K\u00f6lner Richter, wenn die Stiftung Warentest trotz der erfolgten Verbesserungen an ihrem Gesamturteil \u201eMangelhaft\u201c festhalte. Das \u00fcberrascht, schlie\u00dflich geht es bei <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/irrefuehrende-werbung\/\">irref\u00fchrender Werbung<\/a> um die Erwartung der Verbraucher, mit der unzul\u00e4ssig gespielt wird. Diese erwarten schlie\u00dflich bei einem \u201eSehr gut\u201c in einem f\u00fcr Fotob\u00fccher wichtigen Punkt, n\u00e4mlich Bildqualit\u00e4t, kein \u201eMangelhaft\u201c f\u00fcr das Produkt insgesamt. Doch diese Werbung sei \u201eausnahmsweise nicht geeignet, sie in ihrer Marktentschlie\u00dfung zu beeinflussen\u201c, urteilte das OLG K\u00f6ln, weil die Verbraucher \u201ezeitgleich erfahren\u201c, wie es zu der negativen Gesamtbewertung kam und was sich seitdem ge\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man sagt, man habe eine Eins in Deutsch, bei n\u00e4herer Betrachtung stellte sich hingegen heraus, die Eins bezieht sich auf die Lesbarkeit der Schrift, w\u00e4hrend Inhalt, Stil, Grammatik und Rechtschreibung mangelhaft sind, dann w\u00e4re man wohl als Aufschneider verschrien. 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