{"id":625,"date":"2009-01-19T00:26:16","date_gmt":"2009-01-18T22:26:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=625"},"modified":"2009-01-19T00:26:16","modified_gmt":"2009-01-18T22:26:16","slug":"bgh-kostenerstattung-bei-vertragsstrafenforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/bgh-kostenerstattung-bei-vertragsstrafenforderung\/","title":{"rendered":"BGH: Kostenerstattung bei Vertragsstrafenforderung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Der Bundesgerichtshof hat am 08.05.2008 <a href=\"\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/339\/5\/2\">(BGH, Urteil v. 08.05.2008, I ZR 88\/06)<\/a> entschieden, dass die Kosten f\u00fcr ein Anspruchsschreiben, das die Einforderung einer Vertragsstrafe enth\u00e4lt, grunds\u00e4tzlich von dem Vertragsstrafenschuldner zu erstatten sind; jedoch nur wenn sich dieser in Verzug befindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Berufungsgericht hatte fehlerhaft angenommen, eine entsprechende Erstattung dieser au\u00dfergerichtlichen Anwaltskosten sei wegen <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/340.html\" title=\"&sect; 340 BGB: Strafversprechen f&uuml;r Nichterf&uuml;llung\">\u00a7 340 Abs. 2 BGB<\/a> ausgeschlossen. Dieser Ansicht erteilte der BGH eine klare Absage. Das Gericht stellte fest, dass zwischen dem Anspruch auf Zahlung der Vertragsstrafe und dem Anspruch auf Ersatz der Anwaltskosten keine Interessenidentit\u00e4t besteht wie von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/340.html\" title=\"&sect; 340 BGB: Strafversprechen f&uuml;r Nichterf&uuml;llung\">\u00a7 340 Abs.\u00a0 2 BGB<\/a> gefordert. Die au\u00dfergerichtlichen Anwaltskosten entstehen erst, nachdem die Vertragsstrafe verwirkt ist und\u00a0 stellen\u00a0 somit keinen identischen, sondern einen weiteren Schaden dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Ergebnis hatte das Berufungsgericht in dem konkreten Fall aber den Anspruch auf Erstattung der Anwaltskosten f\u00fcr dieses Aufforderungsschreiben zu Recht abgelehnt. Ein Erstattungsanspruch ergibt sich hier weder aus einem UWG-Tatbestand, da es vorliegend nicht um die Geltendmachung eines wettbewerbsrechtlichen, sondern eines vertraglichen Anspruchs geht. Auch kommt eine Erstattung nach dem Grundsatz der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung ohne Auftrag nicht in Betracht, da in einem solchen Fall der Fremdgesch\u00e4ftsf\u00fchrungswille fehlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Erstattungsanspruch der Anwaltskosten f\u00fcr ein Anspruchsschreiben bez\u00fcglich einer Vertragsstrafe ist also nur dann durchzusetzen, wenn der Schuldner sich in Verzug gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/286.html\" title=\"&sect; 286 BGB: Verzug des Schuldners\">\u00a7 286 BGB<\/a> befindet (nh). <a href=\"\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/339\/5\/2\">Zum Urteil<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat am 08.05.2008 (BGH, Urteil v. 08.05.2008, I ZR 88\/06) entschieden, dass die Kosten f\u00fcr ein Anspruchsschreiben, das die Einforderung einer Vertragsstrafe enth\u00e4lt, grunds\u00e4tzlich von dem Vertragsstrafenschuldner zu erstatten sind; jedoch nur wenn sich dieser in Verzug befindet. Das Berufungsgericht hatte fehlerhaft angenommen, eine entsprechende Erstattung dieser au\u00dfergerichtlichen Anwaltskosten sei wegen \u00a7 340 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-625","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=625"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}