{"id":61226,"date":"2022-05-23T14:40:51","date_gmt":"2022-05-23T12:40:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=61226"},"modified":"2022-05-20T23:44:15","modified_gmt":"2022-05-20T21:44:15","slug":"nahrungsergaenzungsmittel-generische-gesundheitsbehauptungen-unzulaessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/lebensmittelrecht-arzneimittelrecht\/nahrungsergaenzungsmittel-generische-gesundheitsbehauptungen-unzulaessig\/","title":{"rendered":"Nahrungserg\u00e4nzungsmittel: Generische Gesundheitsbehauptungen unzul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_61227\" aria-describedby=\"caption-attachment-61227\" style=\"width: 491px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-61227 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/nahrungsergaenzungsmittel-gesundheitsbehauptung-620x414.jpg\" alt=\"Nahrungserg\u00e4nzungsmittel Gesundheitsbehauptung\" width=\"491\" height=\"328\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/nahrungsergaenzungsmittel-gesundheitsbehauptung-620x414.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/nahrungsergaenzungsmittel-gesundheitsbehauptung-310x207.jpg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/nahrungsergaenzungsmittel-gesundheitsbehauptung-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/nahrungsergaenzungsmittel-gesundheitsbehauptung-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/nahrungsergaenzungsmittel-gesundheitsbehauptung-2048x1367.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 491px) 100vw, 491px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-61227\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Anshu A on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Der Markt f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel boomt. Vor allem in den USA, aber auch in Europa. Damit die Anbieter nicht das Blaue vom Himmel versprechen, gibt es eine Norm, die regelt, womit die Pr\u00e4parate beworben werden d\u00fcrfen und womit nicht: die Verordnung (EG) Nr. 1924\/2006 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 \u00fcber n\u00e4hrwert- und gesundheitsbezogene Angaben \u00fcber Lebensmittel, kurz und auf deutsch: <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/die-health-claims-verordnung-hcvo\/\">Health-Claims-Verordnung (HCVO)<\/a>.<\/em><\/p>\n<h2>Gesundheitsbezogenen Angaben m\u00fcssen belegt sein<\/h2>\n<p>Behauptungen \u00fcber die angebotenen Mittel und Mittelchen m\u00fcssen im Sinne des Gesundheitsschutzes wissenschaftlich belegt sein. Die Einrichtung, die hierzu die Entscheidungen f\u00e4llt und bei Vorliegen der Voraussetzungen die Genehmigungen erteilt, ist die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA). Nur, wenn die EFSA die Erlaubnis erteilt hat, darf mit einer gesundheitsbezogenen Angaben geworben werden. So k\u00f6nnen die Verbraucherin und der Verbraucher einigerma\u00dfen sicher sein, dass Eigenschaften, die einem Pr\u00e4parat zugeschrieben werden, R\u00fcckhalt finden in der Forschung.<\/p>\n<h2>Allgemeine Kategoriebezeichnungen wettbewerbswidrig<\/h2>\n<p>So weit, so gut \u2013 der Kontinent, auf dem die Universit\u00e4ten entstanden und die Wissenschaft einst zu florieren begann, macht seinem Ruf alle Ehre. Allerdings geht der Anspruch der EFSA bzw. der HCVO recht weit. Dass beispielsweise schon mit den Kategoriebezeichnungen \u201eImmunsystem\u201c und \u201eAbwehrkr\u00e4fte\u201c im Online-Shop einer Apotheke, in dem Nahrungserg\u00e4nzungsmittel angeboten werden, ein <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/\">wettbewerbswidriger<\/a> Versto\u00df gegen Art. 10 Abs. 3 HCVO vorliegt, hat nun das LG Osnabr\u00fcck entschieden (LG Osnabr\u00fcck, Urteil v. 25.2.2022, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=13%20O%2024\/22\" title=\"LG Osnabr&uuml;ck, 25.02.2022 - 13 O 24\/22: Nahrungserg&auml;nzungsmittel: Generische Gesundheitsbehauptu...\">13 O 24\/22<\/a>).<\/p>\n<h2>Butter bei die Fische!<\/h2>\n<p>Art. 10 Abs. 3 HCVO regelt, dass \u201eallgemeine, nichtspezifische Vorteile des N\u00e4hrstoffs oder <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/lebensmittelrecht\/\">Lebensmittels<\/a> f\u00fcr die Gesundheit im Allgemeinen oder das gesundheitsbezogene Wohlbefinden\u201c nur dann Gegenstand der Werbung f\u00fcr ein Pr\u00e4parat sein darf, wenn diese Vorteile dann in ihrer konkreten Art spezifiziert werden. Ohne diese \u201espezielle gesundheitsbezogene Angabe\u201c, die dann ihrerseits wiederum einer wissenschaftlichen \u00dcberpr\u00fcfung durch die EFSA standhalten muss, ist eine generische Bemerkung zur Wirkung (wie etwa \u201est\u00e4rkt die Abwehrkr\u00e4fte\u201c) nicht zul\u00e4ssig. Butter bei die Fische \u2013 so will es Europa!<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Markt f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel boomt. Vor allem in den USA, aber auch in Europa. Damit die Anbieter nicht das Blaue vom Himmel versprechen, gibt es eine Norm, die regelt, womit die Pr\u00e4parate beworben werden d\u00fcrfen und womit nicht: die Verordnung (EG) Nr. 1924\/2006 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 20. 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