{"id":61194,"date":"2022-05-13T07:59:45","date_gmt":"2022-05-13T05:59:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=61194"},"modified":"2022-05-12T22:13:19","modified_gmt":"2022-05-12T20:13:19","slug":"bezahlte-bewertungen-verbraucher-haben-recht-auf-hinweis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/bezahlte-bewertungen-verbraucher-haben-recht-auf-hinweis\/","title":{"rendered":"Bezahlte Bewertungen: Verbraucher haben Recht auf Hinweis"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_61195\" aria-describedby=\"caption-attachment-61195\" style=\"width: 563px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-61195 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/bezahlte-bewertung-621x414.jpg\" alt=\"bezahlte Bewertung\" width=\"563\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/bezahlte-bewertung-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/bezahlte-bewertung-620x414.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/bezahlte-bewertung-310x207.jpg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/bezahlte-bewertung-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/bezahlte-bewertung-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/bezahlte-bewertung-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 563px) 100vw, 563px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-61195\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Towfiqu barbhuiya on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Bewertungen sind relevant, wenn es um Kaufentscheidungen geht. In umk\u00e4mpften M\u00e4rkten gibt es ein bizarres Bewertungsbusiness, das f\u00fcr die n\u00f6tigen Sternchen und Punkte sorgt. Im Klartext: Die Anbieter geben Bewertungen in Auftrag oder sorgen selbst daf\u00fcr, dass diese abgegeben werden.<\/em><\/p>\n<h2>Bewertung gegen Gutschein<\/h2>\n<p>So bat ein Bautr\u00e4ger seine Kundschaft per E-Mail um eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/reputationsmanagement\/schlechte-bewertungen-loeschen-lassen\/\">Bewertung<\/a> auf Google und versprach daf\u00fcr einen 50-Euro-Gutschein f\u00fcr wahlweise Online-H\u00e4ndler oder Baum\u00e4rkte. Die Wettbewerbszentrale klagte gegen diese Art der \u201eBewertungsmotivation\u201c und bekam Recht. Das LG Hildesheim urteilte, dass bezahlte Bewertungen ohne entsprechenden Hinweis <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/\">wettbewerbsrechtlich<\/a> unlauter sind (LG Hildesheim, Beschluss vom 28.12.2021, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=11%20O%2012\/21\" title=\"11 O 12\/21 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">11 O 12\/21<\/a>).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Screeshot als Ergebenheitsbeweis?<\/h2>\n<p>Das Problem dabei: Der \u201eAuftraggeber\u201c verlangte einen Screeshot der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/reputationsmanagement\/google-bewertung-loeschen\/\">Google-Bewertung<\/a>. Als Beleg, dass \u00fcberhaupt eine Bewertung erfolgt ist \u2013 oder zur inhaltlichen Kontrolle der Bewertung bei Gef\u00e4hrdung der ausgelobten Belohnung? Als Kunde muss man wohl auch mit letzterem rechnen, so das LG Hildesheim, das feststellte, unter den gegebenen Bedingungen k\u00f6nnten die Kunden geneigt sein, \u201eeher positive als negative Bewertungen \u00fcber die Beklagte abgeben, um sicher in den Genuss des Gutscheins zu kommen\u201c.<\/p>\n<h2>Zwei Probleme<\/h2>\n<p>In der Folge entstehen zwei rechtliche Probleme: Zum einen ist es nicht zul\u00e4ssig, eine derart zustande gekommene Bewertung f\u00fcr die werbende Selbstdarstellung im Internet zu nutzen, ohne auf die Bedingungen des Zustandekommens hinzuweisen, also auf die Bezahlung per Gutschein. Zum anderen ist bereits der Versand solcher \u201eMotivations-E-Mails\u201c wettbewerbswidrig. Zumindest, wenn es nach dem LG Hildesheim geht; dessen Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bewertungen sind relevant, wenn es um Kaufentscheidungen geht. In umk\u00e4mpften M\u00e4rkten gibt es ein bizarres Bewertungsbusiness, das f\u00fcr die n\u00f6tigen Sternchen und Punkte sorgt. Im Klartext: Die Anbieter geben Bewertungen in Auftrag oder sorgen selbst daf\u00fcr, dass diese abgegeben werden. 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