{"id":60838,"date":"2022-04-08T14:14:00","date_gmt":"2022-04-08T12:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=60838"},"modified":"2022-04-07T22:18:10","modified_gmt":"2022-04-07T20:18:10","slug":"urheberrecht-radschlaeger-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/urheberrecht-radschlaeger-duesseldorf\/","title":{"rendered":"Urheberrecht am D\u00fcsseldorfer Radschl\u00e4ger: Abstand einhalten!"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_60839\" aria-describedby=\"caption-attachment-60839\" style=\"width: 531px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-60839 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/urheberrecht-radschlaeger-621x414.jpeg\" alt=\"Urheberrecht Radschl\u00e4ger\" width=\"531\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/urheberrecht-radschlaeger-621x414.jpeg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/urheberrecht-radschlaeger-620x414.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/urheberrecht-radschlaeger-310x207.jpeg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/urheberrecht-radschlaeger-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/urheberrecht-radschlaeger-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/urheberrecht-radschlaeger-2048x1366.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 531px) 100vw, 531px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-60839\" class=\"wp-caption-text\">Mapics &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>In Fragen des <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheber-und-designrecht-2\/\">Urheberrechts<\/a> ist entscheidend, wie neuartig ein Werk ist bzw. wie sehr es sich an das urheberrechtlich gesch\u00fctzte Werk anlehnt. Ist es eine blo\u00dfe Kopie oder zumindest sehr \u00e4hnlich \u2013 dann ist von einem widerrechtlicher Eingriff in das Urheberrecht auszugehen, wenn die Nutzung des neuen Werks vom Urheber des alten Werks nicht erlaubt wurde. Ist jedoch ein \u201ehinreichender Abstand\u201c von Alt und Neu erkennbar, dann ist die Nutzung des Ursprungswerks aus <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">urheberrechtlicher<\/a> Sicht nicht zu beanstanden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<h2>LG und OLG D\u00fcsseldorf: Hinreichender Abstand gegeben<\/h2>\n<p>Ein \u201ehinreichender Abstand\u201c liegt vor, wenn angesichts der Eigenart des neuen Werks die entlehnten charakteristischen Z\u00fcge des gesch\u00fctzten alten Werks verblassen. Dieser Abstand war in einem Fall gewahrt, den zun\u00e4chst das Landgericht D\u00fcsseldorf entschieden hatte (LG D\u00fcsseldorf, Urteil v. 15.7.2020, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=12%20O%20288\/19\" title=\"12 O 288\/19 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">12 O 288\/19<\/a>) und der danach dem Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf im Zuge der Berufung vorlag. Das OLG schloss sich dem LG an (OLG D\u00fcsseldorf, Urteil v. 24.2.2022, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=20%20U%20254\/20\" title=\"OLG D&uuml;sseldorf, 24.02.2022 - 20 U 254\/20: &quot;D&uuml;sseldorfer Radschl&auml;ger&quot;\">20 U 254\/20<\/a>). Es ging dabei um ein k\u00fcnstlerisches Werk, das ein Vorbild in einer Figur aus dem Jahr 1961 hat; geklagt hatte die Erbin des Urhebers. Das Werk behandelt das Thema der D\u00fcsseldorfer Radschl\u00e4ger. Das bekannte Motiv versinnbildlicht gleichsam die Geschichte der nordrhein-westf\u00e4lischen Landeshauptstadt und fand von daher Eingang in das Brauchtum D\u00fcsseldorfs.<\/p>\n<h2>Entscheidend: Sch\u00f6pferische Eigenart des neuen Werks<\/h2>\n<p>Beide Werke beziehen sich also auf das gleiche Motiv, allerdings sahen die Gerichte die sch\u00f6pferische Eigenart des neuen Werks durch die eigene Form sowie den hohen Grad der Abstrahierung und den dadurch entstehenden andersartigen Gesamteindruck gew\u00e4hrleistet. Besonders wegen der \u201eweichen Formgebung mit ausschlie\u00dflich geschwungenen Linien\u201c erinnere die \u201eGestaltung der Beklagten nur noch entfernt an die das \u00e4ltere Werk pr\u00e4gende und in ihrem Gesamteindruck eckig wirkende X-Form\u201c, so die D\u00fcsseldorfer Richter. So vermittle \u201edas neue Werk einen eigenen \u00e4sthetischen Gesamteindruck, der sich ganz erheblich vom \u00e4lteren Werk abhebt\u201c. Ergo: Keine Urheberrechtsverletzung.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Fragen des Urheberrechts ist entscheidend, wie neuartig ein Werk ist bzw. wie sehr es sich an das urheberrechtlich gesch\u00fctzte Werk anlehnt. 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