{"id":59864,"date":"2021-11-22T07:55:29","date_gmt":"2021-11-22T05:55:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=59864"},"modified":"2021-11-22T01:33:27","modified_gmt":"2021-11-21T23:33:27","slug":"bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung\/","title":{"rendered":"Bezahlte Amazon-Bewertungen m\u00fcssen entsprechenden Hinweis enthalten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_59866\" aria-describedby=\"caption-attachment-59866\" style=\"width: 532px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-59866 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung-scaled.jpeg\" alt=\"bezahlte Amazon Bewertung Kennzeichnung\" width=\"532\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung-621x414.jpeg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung-620x414.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung-310x207.jpeg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/bezahlte-amazon-bewertung-kennzeichnung-2048x1366.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 532px) 100vw, 532px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-59866\" class=\"wp-caption-text\">ink drop &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Die Meinung Anderer ist f\u00fcr viele Menschen relevant, wenn es um Entscheidungen geht. Selbst bei Lebensentscheidungen wie der Studien- oder Berufswahl gilt das Votum der Freundinnen und Freunde oft mehr als das Ergebnis einer n\u00fcchternen Analyse von Chancen und Risiken eines bestimmten Wegs. <\/em><\/p>\n<p><em>Umso mehr gilt dies beim Kauf von Produkten. Kaum noch jemand erwirbt etwas, ohne zuvor einen Blick auf die Bewertungen seitens anderer Kunden geworfen zu haben. Das hei\u00dft f\u00fcr die Anbieter wiederum, dass ihr gesch\u00e4ftlicher Erfolg ganz wesentlich von guten <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/reputationsmanagement\/schlechte-bewertungen-loeschen-lassen\/\">Bewertungen<\/a> abh\u00e4ngt.<\/em><\/p>\n<h2>Das Bewertungsbusiness sorgt f\u00fcr gute Stimmung<\/h2>\n<p>Doch wann ist eine Bewertung gut? Zun\u00e4chst: Wenn sie positiv ist. Das allein reicht aber nicht \u2013 sie muss auch authentisch sein, unabh\u00e4ngig, ehrlich, echt. Im umk\u00e4mpften Markt der Online-H\u00e4ndler gibt es hingegen schon lange ein begleitendes Bewertungsbusiness, das f\u00fcr die n\u00f6tigen Sternchen und Punkte sorgt. Im Klartext: Der Anbieter eines Produkts gibt <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/reputationsmanagement\/amazon-bewertung-loeschen\/\">Bewertungen<\/a> in Auftrag, die Testkunden erhalten das Produkt und schreiben dann ihre \u2013 auftragsgem\u00e4\u00df eher wohlwollende \u2013 Rezension. Wie bestellt.<\/p>\n<h2>Fehlender Hinweis auf Gegenleistung ist Irref\u00fchrung der Kunden<\/h2>\n<p>Da nun f\u00fcr den Kunden erstmal nicht zu unterscheiden ist, ob eine Bewertung auf echten Gebrauchserfahrungen fu\u00dft oder ob sie Ergebnis eines solchen Deals zwischen H\u00e4ndler, Agentur und Rezensenten ist, muss eine beauftragte und bezahlte Bewertung als solche kenntlich gemacht werden. Alles andere ist Irref\u00fchrung der Kundschaft. Meinte <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/reputationsmanagement\/amazon-bewertung-loeschen\/\">Amazon<\/a>, klagte gegen eine Bewertungserstellungsagentur und bekam vor dem LG Hamburg Recht: Online-Produktbewertungen m\u00fcssen einen entsprechenden Hinweis auf den finanziellen Vorteil enthalten, den der jeweilige Rezensent erhalten hat (LG Hamburg, Urteil v. 12.3.2021, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=315%20O%20464\/19\" title=\"315 O 464\/19 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">315 O 464\/19<\/a>). Der Kunde erwarte schlie\u00dflich, dass Produktbewertungen grunds\u00e4tzlich ohne Gegenleistung erstellt werden.<\/p>\n<h2>Rezensenten m\u00fcssen wirksam kontrolliert werden<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Agentur hei\u00dft das, sie tr\u00e4gt die Verantwortung f\u00fcr die Umsetzung dieser Kennzeichnungspflicht in der Praxis. Eine blo\u00dfe Erw\u00e4hnung dieser Pflicht in den AGB reiche nicht aus, so das LG Hamburg. Die Agentur m\u00fcsse vielmehr die beauftragten Rezensenten dahingehend kontrollieren und k\u00f6nne das auch, da jede Bewertung zun\u00e4chst auf ihrer Website erscheint. Im vorliegenden Fall fehlte jedoch jeglicher Kontrollmechanismus.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Meinung Anderer ist f\u00fcr viele Menschen relevant, wenn es um Entscheidungen geht. 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