{"id":59858,"date":"2021-11-18T21:26:30","date_gmt":"2021-11-18T19:26:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=59858"},"modified":"2021-11-18T21:26:30","modified_gmt":"2021-11-18T19:26:30","slug":"ottifanten-kunstpersiflage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/ottifanten-kunstpersiflage\/","title":{"rendered":"Holahiti! Kunstpersiflage mit Ottifanten rechtm\u00e4\u00dfig"},"content":{"rendered":"<div>\n<figure id=\"attachment_59859\" aria-describedby=\"caption-attachment-59859\" style=\"width: 546px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-59859\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/ottifant-kunstpersiflage-708x345.jpeg\" alt=\"Ottifanten Kunstpersiflage\" width=\"546\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/ottifant-kunstpersiflage-708x345.jpeg 708w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/ottifant-kunstpersiflage-620x302.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/ottifant-kunstpersiflage-354x173.jpeg 354w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/ottifant-kunstpersiflage-768x374.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/ottifant-kunstpersiflage-1536x748.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/ottifant-kunstpersiflage-2048x998.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 546px) 100vw, 546px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-59859\" class=\"wp-caption-text\">Spatzenballet &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"Textbody\"><em>Wer in unserer Comedy-Kultur in die \u00d6ffentlichkeit tritt, ob als Politiker, Sportler oder K\u00fcnstler, muss damit rechnen, parodiert zu werden. Auch ganze Werke sind oft Gegenstand von Satire \u2013 je bekannter und bedeutungsschwerer desto beliebter ist das Zielobjekt der Persiflage, sei es ein Film, ein Musikst\u00fcck oder ein Bild.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">\u201eOttifanten in the City\u201c: Weder Urheberrechtsverletzung noch Herkunftst\u00e4uschung<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Um ein solches ging es in einem Rechtsstreit, der nun vom OLG Hamburg entschieden wurde. Die Richter in der Hansestadt befanden, dass die Ottifanten-Parodie \u201eOttifanten in the City\u201c des Werks \u201eSummer in the City\u201c von James Rizzi keine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">Urheberrechtsverletzung<\/a> und keine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/\">wettbewerbswidrige<\/a> Herkunftst\u00e4uschung oder Rufausbeutung darstellt (OLG Hamburg,\u00a0<span class=\"StrongEmphasis\">Urteil v. 10.6.2021, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=5%20U%2080\/20\" title=\"5 U 80\/20 (3 zugeordnete Entscheidungen)\">5 U 80\/20<\/a>).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Die Parodie als Variation der Originalvorlage<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\"><span class=\"StrongEmphasis\">Entscheidend daf\u00fcr ist, dass Ursprungswerk und Parodie deutliche Unterschiede aufweisen. Und das tun sie, nach Auffassung des Gerichts. Zum einen <\/span>wichen sie schon augenscheinlich ganz erheblich voneinander ab, auch wenn in der Parodie zahlreiche Elemente des Originals zu erkennen sind und dieses insoweit ganz offensichtlich als gestalterische Vorlage genutzt wurde. Doch anderseits werden, so das OLG Hamburg, f\u00fcr den verst\u00e4ndigen Betrachter auch gravierende Unterschiede deutlich. Als da w\u00e4re ein ganz besonderer Elefant, der \u201eOttifant\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Hierzulande gut bekannt: Herr Waalkes und sein Ottifant<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Der tierische Protagonist der Persiflage sei nun f\u00fcr sich genommen so prominent, dass schon von daher eine Verwechslungsgefahr mit dem Original nicht best\u00fcnde. Mit Bezug auf den Sch\u00f6pfer des Ottifanten, den Emdener Komiker Otto Waalkes, stellt das OLG fest, dieser sei \u201eauch nach seinem Aussehen deutschlandweit sehr bekannt\u201c. Insgesamt k\u00f6nne daher der Plagiatsvorwurf nicht verfangen, eine Verwechsung von Parodie und Originalwerk ausgeschlossen werden. Insoweit liege keine Urheberrechtsverletzung vor und auch keine Herkunftst\u00e4uschung bzw. Rufausbeutung. Die Parodie \u201eOttifanten in the City\u201c ist mithin zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in unserer Comedy-Kultur in die \u00d6ffentlichkeit tritt, ob als Politiker, Sportler oder K\u00fcnstler, muss damit rechnen, parodiert zu werden. 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