{"id":59416,"date":"2021-10-07T07:20:07","date_gmt":"2021-10-07T05:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=59416"},"modified":"2021-10-04T19:28:54","modified_gmt":"2021-10-04T17:28:54","slug":"hausverbot-fc-bayern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/sportrecht\/hausverbot-fc-bayern\/","title":{"rendered":"FC-Bayern-Fan scheitert mit Klage im Banner-Streit"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_59419\" aria-describedby=\"caption-attachment-59419\" style=\"width: 497px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-59419 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/hausverbot-fc-bayern-1-708x380.jpg\" alt=\"Hausverbot FC Bayern\" width=\"497\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/hausverbot-fc-bayern-1-708x380.jpg 708w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/hausverbot-fc-bayern-1-620x333.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/hausverbot-fc-bayern-1-354x190.jpg 354w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/hausverbot-fc-bayern-1-768x413.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/hausverbot-fc-bayern-1-1536x825.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/hausverbot-fc-bayern-1-2048x1100.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 497px) 100vw, 497px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-59419\" class=\"wp-caption-text\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@hrrbhn?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Herr Bohn<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/fc-bayern?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Die Bundesliga ist wieder im vollen Gange und f\u00fcr den FC Bayern l\u00e4uft es gerade \u2013 wie so oft \u2013 sehr gut. <\/em><\/p>\n<p><em>Auf juristischer Ebene k\u00f6nnte dies anders aussehen, denn ein Fan hat den FC Bayern verklagt, weil dieser gegen ihn ein umfangreiches Hausverbot f\u00fcr alle Spiel- und Trainingsst\u00e4tten \u2013 von der Allianzarena bis zum Stadion an der Gr\u00fcnwalder Stra\u00dfe \u2013 erlassen hat. Doch der Verein kann erst einmal aufatmen.<\/em><\/p>\n<h2>Die Strafe des FC Bayern<\/h2>\n<p>Anlass f\u00fcr den Schritt des Vereins war ein nichtgenehmigtes Banner, das Mitte Februar beim Drittligaspiel des FC Bayern II gegen den Halleschen FC zu sehen war, wodrauf \u201eBayern-Amateure gegen Montagsspiele\u201c zu lesen war. W\u00e4hrend des Spiels fand das Plakat jedoch nicht so viel Beachtung, wie zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt. Denn einen Monat sp\u00e4ter erhielt der Fan Post von \u201eseinem\u201c Verein, in dem ihm ein Hausverbot auferlegt wurde, weil er als <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">Urheber<\/a> des Plakats ausgemacht wurde.<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger, langj\u00e4hriges Mitglied im Verein und Teil der aktiven Fan-Gruppe \u201eMunich\u2018s Red Pride\u201c, war der Auffassung, er sei weder Urheber des Plakates, noch k\u00f6nne man das Hausverbot darauf st\u00fctzen, denn das Plakat sei von der Meinungsfreiheit gedeckt.<\/p>\n<h2>Sachlicher Grund f\u00fcr Stadionverbot<\/h2>\n<p>Anderer Auffassung war das Amtsgericht M\u00fcnchen und best\u00e4tigte das Stadionverbot f\u00fcr den Fan. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Fan das nicht genehmigte Banner unter seinem Platz hervorgeholt habe und es unter Beteiligung anderer Personen ausgerollt und ausgeh\u00e4ngt habe. Zum anderen liege ein sachlicher Grund f\u00fcr das Hausverbot vor.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Richter sei diese besonders harte Strafe eines unbefristeten Stadionverbots gerechtfertigt, da der Fan bereits im Jahr 2019 an einer nicht genehmigten Fan-Choreographie mitgewirkt haben soll. Insofern machen sie deutlich, dass insbesondere die Gefahr bestehe, dass der Kl\u00e4ger bei zuk\u00fcnftigen Spielen auch versuchen werde, nicht genehmigte Banner in das Stadion hineinzuschmuggeln. Au\u00dferdem soll er mehrfach versucht haben, Transparente ohne Genehmigung einzuschleusen.<\/p>\n<h2>Spielen Hintergrund-Informationen eine Rolle?<\/h2>\n<p>Der Kl\u00e4ger ist ein Kritiker der umstrittenen Gesch\u00e4ftsbeziehungen des FC Bayern mit dem Emirat Katar. Bei einer Mitgliederversammlung reichte er einen Satzungs\u00e4nderungsvertrag ein, in dem sich der Verein zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichten sollte, der aber damals als unzul\u00e4ssig abgelehnt wurde.<\/p>\n<p>Im Januar 2020 hatte er dann in M\u00fcnchen eine Katar-kritische Podiumsdiskussion zum Thema \u201eKatar, Menschenrechte und der FC Bayern \u2013 Hand auf, Mund zu?\u201c mitorganisiert und den Er\u00f6ffnungsvortrag gehalten, wo er scharfe Kritik am Umgang \u201eseines\u201c Clubs mit dem Land ge\u00e4u\u00dfert hat. Dennoch hatte der Verein einen Zusammenhang zwischen der kritischen Haltung des jahrelangen Fans und dem verh\u00e4ngten Hausverbot immer abgestritten. Demnach sei der Fan bereits vor dem Vorfall eingeladen worden, als Gast an einer Satzungskommission zum Thema Menschenrechte teilzunehmen.<\/p>\n<h2>Mit dem Urteil des Amtsgerichts nicht genug<\/h2>\n<p>Rechtskr\u00e4ftig ist das Urteil noch nicht, der Kl\u00e4ger kann Berufung einlegen. Und das wird er wohl auch tun, denn er bestreitet weiter, gegen Auflagen versto\u00dfen zu haben. Damit wird die Auseinandersetzung vor dem Landgericht M\u00fcnchen in Zukunft weitergehen, denn das Verbot trifft den Fan hart.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesliga ist wieder im vollen Gange und f\u00fcr den FC Bayern l\u00e4uft es gerade \u2013 wie so oft \u2013 sehr gut. 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