{"id":59159,"date":"2021-08-30T16:31:27","date_gmt":"2021-08-30T14:31:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=59159"},"modified":"2021-08-30T16:31:27","modified_gmt":"2021-08-30T14:31:27","slug":"schadensersatz-urheberrecht-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/schadensersatz-urheberrecht-gebaeude\/","title":{"rendered":"Ein Bild, ein Haus, ein Schadensersatzanspruch"},"content":{"rendered":"<div>\n<figure id=\"attachment_59160\" aria-describedby=\"caption-attachment-59160\" style=\"width: 527px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-59160 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/foto-gebaeude-schadensersatz-677x414.jpeg\" alt=\"Foto Geb\u00e4ude Schadensersatz\" width=\"527\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/foto-gebaeude-schadensersatz-677x414.jpeg 677w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/foto-gebaeude-schadensersatz-620x379.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/foto-gebaeude-schadensersatz-338x207.jpeg 338w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/foto-gebaeude-schadensersatz-768x470.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/foto-gebaeude-schadensersatz-1536x940.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/foto-gebaeude-schadensersatz-2048x1253.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 527px) 100vw, 527px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-59160\" class=\"wp-caption-text\">Andy Dean &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"Textbody\"><em>Eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheber-und-designrecht-2\/\">urheberrechtliche<\/a> Dreiecksgeschichte wurde vor der 14. Zivilkammer des LG K\u00f6ln verhandelt. Akteure der Geschichte sind ein Fotograf, ein Architekt und ein Modeunternehmen. <\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\"><em>Der Fotograf hatte ein Geb\u00e4ude abgelichtet, das der Architekt f\u00fcr das Modeunternehmen geplant hatte. Dieses erwarb die Rechte an zwei Bildern des Fotografen. Eines dieser Bilder stellte es dem Architekten zur Verf\u00fcgung, der es jahrelang auf seiner Website nutzte \u2013 ohne an den Fotografen zu zahlen und ohne dessen Namen zu nennen. <\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\"><em>Das LG K\u00f6ln erkannte hierin eine rechtswidrige \u00f6ffentliche Zug\u00e4nglichmachung des Lichtbilds und sprach dem Fotografen Schadensersatz zu (LG K\u00f6ln, Urteil v. 1.7.2021, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=14%20O%2015\/20\" title=\"LG K&ouml;ln, 01.07.2021 - 14 O 15\/20: Urheberschutz f&uuml;r Lichtbild, das seinerseits gegen Urheberrec...\">14 O 15\/20<\/a>).<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Schadensersatz in lizenzanaloger H\u00f6he<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Bei der Bemessung des Schadens griff das Gericht auf die MFM-Tabelle zur\u00fcck, ein von der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing erstelltes Honorarverzeichnis, das Bildlieferanten und Bildnutzern als wichtiges Informations- und Planungsinstrument dient. Einen kleinen Aufschlag gibt es f\u00fcr die besonderen Umst\u00e4nde des Falls, d.h. f\u00fcr die Tatsache, dass der Fotograf dem Architekten ehedem den Erwerb von Nutzungsrechten an dem streitgegenst\u00e4ndlichen Foto angeboten, dieser jedoch ausdr\u00fccklich abgelehnt hatte.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Was lernen wir aus dieser Dreiecksgeschichte?<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Drei Dinge:<\/p>\n<ol>\n<li class=\"Textbody\">Die Zweitverwertung eines Fotos (durch den Architekten), das vom Rechteinhaber (dem Modeunternehmen) bereitgestellt wird, dem aber nicht das Recht zur Unterlizensierung \u00fcbertragen wurde, ist ein Versto\u00df gegen das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">Urheberrecht<\/a> (des Fotografen).<\/li>\n<li class=\"Textbody\">Es steht dem <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht\/\">Urheberrechtsschutz<\/a> f\u00fcr das Bild nicht entgegen, dass das Motiv (das Geb\u00e4ude) seinerseits urheberrechtlich gesch\u00fctzt ist; es ist zu trennen zwischen der (m\u00f6glichen) Rechtsverletzung durch die Ablichtung des Motivs und der (tats\u00e4chlichen) Rechtsverletzung durch die Ver\u00f6ffentlichung des Lichtbilds.<\/li>\n<li class=\"Textbody\">Die Schadensbemessung erfolgt grunds\u00e4tzlich auf Basis des entgangenen branchen\u00fcblichen Honorars.<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine urheberrechtliche Dreiecksgeschichte wurde vor der 14. Zivilkammer des LG K\u00f6ln verhandelt. Akteure der Geschichte sind ein Fotograf, ein Architekt und ein Modeunternehmen. Der Fotograf hatte ein Geb\u00e4ude abgelichtet, das der Architekt f\u00fcr das Modeunternehmen geplant hatte. Dieses erwarb die Rechte an zwei Bildern des Fotografen. 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