{"id":59100,"date":"2021-08-23T02:10:35","date_gmt":"2021-08-23T00:10:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=59100"},"modified":"2021-09-02T20:17:24","modified_gmt":"2021-09-02T18:17:24","slug":"marke-dischinghis-khan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/markenrecht\/marke-dischinghis-khan\/","title":{"rendered":"Gibt&#8217;s auch ohne Band: Die Marke \u201eDschinghis Khan\u201c"},"content":{"rendered":"<div>\n<figure id=\"attachment_59101\" aria-describedby=\"caption-attachment-59101\" style=\"width: 503px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-59101\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dshinghis-khan-marke-621x414.jpeg\" alt=\"Marke Dshinghis Khan\" width=\"503\" height=\"335\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dshinghis-khan-marke-621x414.jpeg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dshinghis-khan-marke-620x413.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dshinghis-khan-marke-310x207.jpeg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dshinghis-khan-marke-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dshinghis-khan-marke-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dshinghis-khan-marke-2048x1366.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 503px) 100vw, 503px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-59101\" class=\"wp-caption-text\">vectorfusionart &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"Textbody\"><em>Erinnern Sie sich noch an \u201eDschinghis Khan\u201c? <\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\"><em>Also, nicht an den mongolischen Stammesf\u00fchrer, der im fr\u00fchen 13. Jahrhundert ein asiatisches Gro\u00dfreich gr\u00fcndete, sondern an die gleichnamige Band, die im sp\u00e4ten 20. Jahrhundert \u2013 genauer: von 1979 bis 1985 \u2013 mit Liedern wie \u201eMoskau\u201c oder auch \u201eDschinghis Khan\u201c (der deutsche Beitrag zum Eurovision Song Contest 1979, der immerhin auf Platz 4 landete), in Deutschland, aber auch in \u00d6sterreich und der Schweiz, gro\u00dfe Hiterfolge feierte.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Das Recht am Bandnamen \u201eDschinghis Khan\u201c<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Vor der auf Kennzeichenrecht spezialisierten 33. Zivilkammer des Landgerichts M\u00fcnchen I ging es nun um die Frage, wer Inhaber des Kennzeichenrechts ist, wer also den Bandnamen \u201eDschinghis Khan\u201c im Rahmen seiner Projekte f\u00fchren darf \u2013 und wer nicht. Der Streit zwischen dem damaligen Produzenten und dem ehemaligen Leads\u00e4nger der Band eskalierte, weil jener zum Fu\u00dfball-WM 2018 Neuauflagen der bekannten Songs mit den anderen Bandmitgliedern plante und dabei die Marke \u201eDschinghis Khan\u201c ebenso beanspruchen wollte, wie das der S\u00e4nger bereits seit Jahren tat \u2013 mit Billigung des Produzenten. Allerdings gewann die Marke durch die Fu\u00dfball-WM in Russland betr\u00e4chtlich an Wert \u2013 der Titel \u201eMoskau\u201c passte schlie\u00dflich zum Ereignis wie der Ball ins Tor.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Produzent und Sch\u00f6pfer hat Kennzeichenrecht<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Wer darf nun die Marke nutzen? Der Produzent, der die Auffassung vertritt, das gesamte Band-Projekt sei auf seinem Mist gewachsen, oder der S\u00e4nger, der meint, das Recht am Bandnamen habe nicht der Produzent, sondern die Band, zu der er auch mal geh\u00f6rte? Das LG M\u00fcnchen gab dem Produzenten Recht (LG M\u00fcnchen I, Urteil v. 27.7.2021, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=33%20O%206282\/19\" title=\"LG M&uuml;nchen I, 27.07.2021 - 33 O 6282\/19: Dschinghis Khan\">33 O 6282\/19<\/a>). Er sei der ma\u00dfgebliche Sch\u00f6pfer des Musikprojekts \u201eDschinghis Khan\u201c, ihm stehe daher ein entsprechendes Unternehmenskennzeichenrecht im Zusammenhang mit musikalischen Darbietungen zu, beispielsweise f\u00fcr Folgeprojekte wie eben jenes zur Fu\u00dfball-WM 2018 in Russland.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Kennzeichenrechte erl\u00f6schen nicht nach Bandaufl\u00f6sung<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Und dieses Recht habe der Produzent auch nach Aufl\u00f6sung der Band, denn das Ende einer Musikgruppe bedeute nicht generell das Erl\u00f6schen etwaiger Kennzeichenrechte. Damit tr\u00fcge man, so das Gericht, den Besonderheiten des Musikgewerbes Rechnung, in dem es durchaus \u00fcblich sei, dass auch nach dem Auseinanderbrechen einer Formation deren Tontr\u00e4ger weiterhin verkauft werden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Urteil noch nicht rechtskr\u00e4ftig<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Soweit das LG M\u00fcnchen. Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig. \u201eHe Reiter, Immer weiter!\u201c? Warten wir es ab.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnern Sie sich noch an \u201eDschinghis Khan\u201c? Also, nicht an den mongolischen Stammesf\u00fchrer, der im fr\u00fchen 13. Jahrhundert ein asiatisches Gro\u00dfreich gr\u00fcndete, sondern an die gleichnamige Band, die im sp\u00e4ten 20. 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