{"id":5888,"date":"2011-07-07T08:34:55","date_gmt":"2011-07-07T06:34:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=5888"},"modified":"2017-05-11T01:24:26","modified_gmt":"2017-05-11T00:24:26","slug":"makake-affe-mahnt-unzulassige-veroffentlichung-seiner-fotos-ab-wir-sind-doch-hier-nicht-im-urwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/makake-affe-mahnt-unzulassige-veroffentlichung-seiner-fotos-ab-wir-sind-doch-hier-nicht-im-urwald\/","title":{"rendered":"Makake-Affe mahnt unzul\u00e4ssige Ver\u00f6ffentlichung seiner Fotos ab ("Wir sind doch hier nicht im Urwald")"},"content":{"rendered":"

\"\"Der Stern<\/a> gl\u00e4nzt oft mit guten Fotos und gibt sogar monatlich mit “Stern View<\/a>” ein Magazin mit vielen sch\u00f6nen bunten Bildern heraus.<\/p>\n

Eine Gemeinsamkeit haben alle diese Fotos, n\u00e4mlich dass sie von Menschen angefertigt wurden. Aber es geht auch anders, wie der Stern berichtet<\/a>:<\/p>\n

Bei einer Fototour im Urwald von Sulawsi, Indonesien, klaute ein Makake<\/a> dem Fotografen David Slater<\/a> die Kamera und fertigte einige Fotos an. Der Affe startete ein ca. 15-min\u00fctiges Fotoshooting, schnitt viele Grimassen und fotografierte alles, bei nicht bei drei auf dem Baum war, darunter auch sich selbst<\/a> (siehe oben links).<\/p>\n

Die Frage nach den Rechten an den Fotos scheint auf den ersten Blick klar: Der Affe ist Urheber der Fotos und hat auch als Abgebildeter das Recht am eigenen Bild. W\u00fcrde er sich jedoch, nachdem er durch die Publikation auf stern.de bereits den Ritterschlag f\u00fcr seine F\u00e4higkeiten als Fotograf erhalten hat, gegen die Ver\u00f6ffentlichung und Verbreitung seiner Fotos mit dem \u00fcblichen Instrumentarium einer Abmahnung wegen Verst\u00f6\u00dfe gegen Urheber -und Urheberpers\u00f6nlichkeitsrechte sowie das Recht am eigenen Bild wehren wollen, w\u00fcrde ihm die Tatsache zum Verh\u00e4ngnis werden, dass die Rechtsordnung tierische Urheber rechtlos stellt.<\/p>\n

Nach \u00a7 2 Abs. 2 UrhG<\/a> werden nur pers\u00f6nliche geistige Sch\u00f6pfungen als Lichtbildwerke gesch\u00fctzt, und geistige Sch\u00f6pfungen kann nur ein Mensch hervorbringen. Wegen \u00a7 72 UrhG<\/a>\u00a0 gilt f\u00fcr Lichtbilder dasselbe. Das KUG, das Gesetz, welches das Recht am eigenen Bild regelt, gilt ebenfalls nur f\u00fcr Menschen. Dies ergibt sich bereits daraus, dass das Grundgesetz die Grundrechte, welche Grundlage f\u00fcr das Urheber- und Pers\u00f6nlichkeitsrecht sind, nur Menschen zuerkennt.<\/p>\n

Die Rechtsfigur des “Work made for hire”, das also ein Arbeitgeber automatisch Urheber des Werkes seines Arbeitnehmers wird, ist der deutschen Rechtsordnung fremd und d\u00fcrfe hier auch nicht vorliegen, da der Makake zum einen nicht weisungsgebunden war und zum anderen die Kamera in verbotener Eigenmacht geklaut hatte. Also doch keine Abmahnung. W\u00e4re auch schwierig geworden mit der Mandantenkommunikation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Der Stern gl\u00e4nzt oft mit guten Fotos und gibt sogar monatlich mit “Stern View” ein Magazin mit vielen sch\u00f6nen bunten Bildern heraus. Eine Gemeinsamkeit haben alle diese Fotos, n\u00e4mlich dass sie von Menschen angefertigt wurden. Aber es geht auch anders, wie der Stern berichtet: Bei einer Fototour im Urwald von Sulawsi, Indonesien, klaute ein Makake […]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[621,622,623,624,625,636],"class_list":["post-5888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-urheber-designrecht","tag-makake-affe","tag-urheber","tag-selbstportrat","tag-selbstbildnis","tag-tier","tag-makake"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5888"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5888\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}