{"id":58527,"date":"2021-07-06T07:14:40","date_gmt":"2021-07-06T05:14:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=58527"},"modified":"2021-07-06T05:37:10","modified_gmt":"2021-07-06T03:37:10","slug":"verschiedene-produkte-widerrufsbelehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/vertragsrecht\/verschiedene-produkte-widerrufsbelehrung\/","title":{"rendered":"Rechtens: Anderes Produkt, andere Widerrufsbelehrung"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_58528\" aria-describedby=\"caption-attachment-58528\" style=\"width: 507px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-58528 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/unterschiedliche-widerrufsbelehrung-online-shop-623x414.jpeg\" alt=\"unterschiedliche Widerrufsbelehrung Online-Shop\" width=\"507\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/unterschiedliche-widerrufsbelehrung-online-shop-623x414.jpeg 623w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/unterschiedliche-widerrufsbelehrung-online-shop-620x412.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/unterschiedliche-widerrufsbelehrung-online-shop-312x207.jpeg 312w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/unterschiedliche-widerrufsbelehrung-online-shop-768x510.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/unterschiedliche-widerrufsbelehrung-online-shop-1536x1020.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/unterschiedliche-widerrufsbelehrung-online-shop-2048x1360.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 507px) 100vw, 507px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-58528\" class=\"wp-caption-text\">Stockfotos-MG &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Ein Online-Shop darf verschiedene Widerrufsbelehrungen f\u00fcr unterschiedliche Produkte vorhalten. <\/em><\/p>\n<p><em>Es ist rechtens, wenn der entsprechende Hyperlink beim Kauf nicht paketf\u00e4higer Ware (Speditionsware) zu einer anderen Widerrufsbelehrung f\u00fchrt als beim Kauf paketf\u00e4higer Ware (Standardware), entschied das OLG K\u00f6ln (OLG K\u00f6ln, Urteil v. 23.4.2021, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20U%20149\/20\" title=\"6 U 149\/20 (3 zugeordnete Entscheidungen)\">6 U 149\/20<\/a>). <\/em><\/p>\n<p><em>Es best\u00e4tigte damit das Urteil des LG Aachen vom 27.11.2020 (LG Aachen, Urteil v. 27.11.2020, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=42%20O%2038\/20\" title=\"LG Aachen, 27.11.2020 - 42 O 38\/20\">42 O 38\/20<\/a>).<\/em><\/p>\n<h2>Widerrufsbelehrungen f\u00fcr Standard- und Speditionsware unterschiedlich<\/h2>\n<p>In dem Fall ging es um einen Online-Shop f\u00fcr Spielger\u00e4te aus Holz f\u00fcr den Au\u00dfenbereich, Kinderbetten und Matratzen, der nach Ansicht eines\u00a0 Vereins, der sich dem Kampf gegen\u00a0 unlauteren Wettbewerb verschrieben hat, keine korrekten\u00a0Widerrufsbelehrungen vorhalte und daher wettbewerbswidrig handle. Der Verbraucher wisse bei Abschluss des Vertrages n\u00e4mlich nicht, welchen Versandweg die gekaufte Ware nehme, was jedoch Auswirkungen auf die Kosten bei R\u00fccksendung habe. W\u00e4hrend bei sogenannter Speditionsware eine Abholung durch das Unternehmen erfolgt und dieses auch die Kosten daf\u00fcr tr\u00e4gt, war bei sogenannter Standardware, die per Post oder Paketdienst geliefert wird, geregelt, dass der Verbraucher die Kosten der R\u00fccksendung zu tragen habe. Die Widerrufsbelehrungen f\u00fcr Standard- und Speditionsware unterschieden sich in diesen Regelungen zur R\u00fccksendung.<\/p>\n<h2>Kosteninformation nicht n\u00f6tig<\/h2>\n<p>Das sei auch in Ordnung, so zuerst das LG Aachen und nun das OLG K\u00f6ln, denn die\u00a0 Widerrufsbelehrungen entspr\u00e4chen in dieser Form dem Gesetz,. Die Unterscheidung der beiden Waren- bzw. Versandarten\u00a0 sei dem angesprochenen informierten Durchschnittsverbraucher zuzutrauen. \u00dcber die H\u00f6he der bei R\u00fccksendung der Ware f\u00fcr den K\u00e4ufer anfallenden Kosten m\u00fcsse der Unternehmer nicht informieren., bei\u00a0 Speditionsware braucht er dies ohnehin nicht, da er es ja ist, der im Retourfall die Versandkosten \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Online-Shop darf verschiedene Widerrufsbelehrungen f\u00fcr unterschiedliche Produkte vorhalten. Es ist rechtens, wenn der entsprechende Hyperlink beim Kauf nicht paketf\u00e4higer Ware (Speditionsware) zu einer anderen Widerrufsbelehrung f\u00fchrt als beim Kauf paketf\u00e4higer Ware (Standardware), entschied das OLG K\u00f6ln (OLG K\u00f6ln, Urteil v. 23.4.2021, Az.: 6 U 149\/20). 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