{"id":58287,"date":"2021-06-17T07:00:37","date_gmt":"2021-06-17T05:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=58287"},"modified":"2021-08-12T23:00:04","modified_gmt":"2021-08-12T21:00:04","slug":"schadensersatz-nichterfuellung-sponsoring-vertrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/sportrecht\/schadensersatz-nichterfuellung-sponsoring-vertrag\/","title":{"rendered":"OLG N\u00fcrnberg: Schadensersatz wegen Nichterf\u00fcllung eines Sponsoring-Vertrags"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_58288\" aria-describedby=\"caption-attachment-58288\" style=\"width: 534px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-58288 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schadensersatz-nichterfuellung-sponsoring-vertrag-621x414.jpeg\" alt=\"Schadensersatz Nichterf\u00fcllung Sponsoring-Vertrag\" width=\"534\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schadensersatz-nichterfuellung-sponsoring-vertrag-621x414.jpeg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schadensersatz-nichterfuellung-sponsoring-vertrag-620x413.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schadensersatz-nichterfuellung-sponsoring-vertrag-311x207.jpeg 311w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schadensersatz-nichterfuellung-sponsoring-vertrag-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schadensersatz-nichterfuellung-sponsoring-vertrag-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schadensersatz-nichterfuellung-sponsoring-vertrag-2048x1365.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-58288\" class=\"wp-caption-text\">charnsitr &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Das OLG N\u00fcrnberg hat sich in einer Entscheidung mit der Auslegung eines Sponsoring-Vertrags zwischen einem Sportartikelhersteller und dem Vermarkter des international bekannten Fu\u00dfballers Paulo Dybala bei Vertragsverst\u00f6\u00dfen befasst (OLG N\u00fcrnberg, Urteil v. 06.04.2021, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=3%20U%202801\/19\" title=\"OLG N&uuml;rnberg, 06.04.2021 - 3 U 2801\/19: Was ist, wenn der Fu&szlig;ballspieler nicht will?\">3 U 2801\/19<\/a>).<\/em><\/p>\n<p><em>In dem Fall ging es um den argentinischen Fu\u00dfballspieler Paulo Dybala mit einem Marktwert von \u00fcber 100 Millionen Euro und \u00fcber 40 Millionen Instagram-Abonnenten. Die Beklagte war die Inhaberin der exklusiven weltweiten Marken-, Namens- und sonstigen kommerziellen Rechte an dem Spieler, mit dem sie einen Manager- und Werbeleistungsvertrag, im Folgenden kurz Rechtevertrag, abschloss.<\/em><\/p>\n<h2>Pers\u00f6nliche Kollektion ohne Spieler<\/h2>\n<p>Die Kl\u00e4gerin ist ein Tochterunternehmen des bekannten Sportartikelherstellers Puma aus Herzogenaurach bei N\u00fcrnberg. Die Kl\u00e4gerin plante die Markteinf\u00fchrung einer eigenen \u201eSignature Collection\u201c mit dem Namen und mit Mitwirkung des Spielers. Doch dazu kam es nicht: Der Spieler k\u00fcndigte den Rechtevertrag au\u00dferordentlich und trug die Produkte der Kl\u00e4gerin nicht und bewarb diese auch nicht. Anschlie\u00dfend schloss er einen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/sportrecht\/e-sport\/sponsoringvertrag\/\">Sponsoring-Vertrag<\/a> mit einem anderen Sportartikelhersteller.<\/p>\n<h2>Als eigene Pflichten \u00fcbernommen<\/h2>\n<p>Das OLG N\u00fcrnberg entschied, dass ein Sportler bei Vertragsverst\u00f6\u00dfen regelm\u00e4\u00dfig als Erf\u00fcllungsgehilfe des Vermarkters anzusehen ist, wenn die Auslegung des Sponsoring-Vertrags ergibt, dass der Vermarkter die Pflichten des <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/sportrecht\/beratung-von-profi-sportvereinen-und-profi-sportlern\/\">Sportlers<\/a>, die Produkte des Sportartikelherstellers zu bewerben, als eigene Pflichten \u00fcbernommen hat. Sind in dem Sponsoring-Vertrag konkrete, terminbezogene Veranstaltungen aufgef\u00fchrt, zu denen der Sportler die Produkte des Sportartikelherstellers bewerben soll und hat der Sportler die Produkte w\u00e4hrend dieser Veranstaltungen nicht getragen, trete grunds\u00e4tzlich eine Unm\u00f6glichkeit der Leistungspflicht des Vermarkters f\u00fcr diesen Zeitabschnitt ein. Sind die Leistungen des Vermarkters aufgrund einer K\u00fcndigung des Rechtevertrags durch den <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/sportrecht\/\">Sportler<\/a> f\u00fcr den Sportartikelhersteller ohne Interesse und v\u00f6llig unbrauchbar, bestehe in der Regel kein Verg\u00fctungsanspruch des Vermarkters, so das OLG weiter.<\/p>\n<h2>Verg\u00fctungsanspruch auf Null gemindert<\/h2>\n<p>Auch wenn die Auslegung ergebe, dass der im Sponsoring-Vertrag geregelte Anspruch eines Sportartikelherstellers auf Zahlung von pauschaliertem Schadensersatz in einem synallagmatischen Verh\u00e4ltnis zum Verg\u00fctungsanspruch des Vermarkters stehe, f\u00fchre die Geltendmachung des pauschalierten Schadensersatzes nicht stets dazu, dass der Vermarkter dem Schadensersatzanspruch ohne weiteres seine Verg\u00fctungsanspr\u00fcche entgegensetzen k\u00f6nne. Der geltend gemachte Verg\u00fctungsanspruch der Beklagten sei bereits nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/326.html\" title=\"&sect; 326 BGB: Befreiung von der Gegenleistung und R&uuml;cktritt beim Ausschluss der Leistungspflicht\">\u00a7 326 Abs. 1 S. 1 BGB<\/a> erloschen und wegen v\u00f6lliger Unbrauchbarkeit auf Null gemindert gewesen.<\/p>\n<h2>Spieler handelte \u201ezumindest fahrl\u00e4ssig\u201c<\/h2>\n<p>Das Gericht verurteilte die Beklagte, an Puma pauschalierten Schadenersatz in H\u00f6he von 2,7 Millionen Euro nebst Zinsen zu zahlen und s\u00e4mtlichen weiteren Schaden zu ersetzen, der Puma aufgrund der Nichterf\u00fcllung und aufgrund von Vertragsverletzungen des Rechtevertrages entstanden ist oder noch entstehen kann. Es ergebe sich bereits aus dem Wortlaut und der Systematik des Sponsoring-Vertrages, dass die Beklagte die Pflichten des Spielers als eigene direkte Pflichten \u00fcbernommen habe und sie selbst Schuldnerin der Leistungs- und Unterlassungspflichten des Spielers sei.<\/p>\n<p>Dass die Beklagte nicht selbst in der Lage gewesen sei, die Pflichten aus dem Sponsoring-Vertrag zu erf\u00fcllen, sei f\u00fcr die Erf\u00fcllungsgehilfeneigenschaft des Spielers unerheblich, so das Gericht. Allerdings habe der Spieler \u201ezumindest fahrl\u00e4ssig\u201c gehandelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das OLG N\u00fcrnberg hat sich in einer Entscheidung mit der Auslegung eines Sponsoring-Vertrags zwischen einem Sportartikelhersteller und dem Vermarkter des international bekannten Fu\u00dfballers Paulo Dybala bei Vertragsverst\u00f6\u00dfen befasst (OLG N\u00fcrnberg, Urteil v. 06.04.2021, Az. 3 U 2801\/19). 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