{"id":57904,"date":"2021-05-03T07:55:55","date_gmt":"2021-05-03T05:55:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=57904"},"modified":"2021-05-03T00:57:01","modified_gmt":"2021-05-02T22:57:01","slug":"streitwert-auskunftsanspruch-dsgvo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/datenschutzrecht\/streitwert-auskunftsanspruch-dsgvo\/","title":{"rendered":"Wer bietet mehr? Oder: Der Wert der Auskunft"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_57905\" aria-describedby=\"caption-attachment-57905\" style=\"width: 424px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-57905\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/streitwert-auskunftsanspruch-dsgvo.jpeg\" alt=\"Streitwert Auskunftsanspruch DSGVO\" width=\"424\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/streitwert-auskunftsanspruch-dsgvo.jpeg 1772w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/streitwert-auskunftsanspruch-dsgvo-585x414.jpeg 585w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/streitwert-auskunftsanspruch-dsgvo-620x438.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/streitwert-auskunftsanspruch-dsgvo-293x207.jpeg 293w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/streitwert-auskunftsanspruch-dsgvo-768x543.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/streitwert-auskunftsanspruch-dsgvo-1536x1086.jpeg 1536w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57905\" class=\"wp-caption-text\">Animaflora PicsStock &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>In jedem Gerichtsverfahren wird ein Streitwert angesetzt, nach dem sich u.a. die zu zahlenden Geb\u00fchren bemessen. <\/em><\/p>\n<p><em>Die H\u00f6he des Streitwerts bestimmt aber auch, vor welchem Gericht die erstinstanzliche Verhandlung stattfindet. <\/em><\/p>\n<p><em>Liegt er unter 5000 Euro ist in der Regel das Amtsgericht zust\u00e4ndig, liegt er dar\u00fcber, das Landgericht.<\/em><\/p>\n<h2>AG K\u00f6ln: Streitwert \u00fcber der Zust\u00e4ndigkeitsgrenze<\/h2>\n<p>Landet nun eine Klage beim Amtsgericht und der Sachverhalt legt nahe, den Streitwert bei \u00fcber 5000 Euro zu taxieren, kann sich das Amtsgericht f\u00fcr sachlich nicht zust\u00e4ndig erkl\u00e4ren und den Fall ans Landgericht verweisen. So geschehen bei einer Klage, mit der ein Auskunftsanspruch nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15 DSGVO<\/a> geltend gemacht wird. Das AG K\u00f6ln entschied, dass der \u201eStreitwert \u00fcber der Zust\u00e4ndigkeitsgrenze\u201c liege, zust\u00e4ndig sei \u201e das aus dem Tenor ersichtliche Landgericht\u201c (AG K\u00f6ln, Beschluss v. 21.12.2020, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=121%20C%20389\/20\" title=\"AG K&ouml;ln, 21.12.2020 - 121 C 389\/20: Der Wert der Auskunft\">121 C 389\/20<\/a>).<\/p>\n<p>Dabei stellt es eine Rechnung auf, in der f\u00fcr \u201edie Datenauskunft gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15<\/a> DSGVO\u201c bereits \u201eein Streitwert von 5.000,00 EUR festzusetzen\u201c sei, so dass der Gesamtstreitwert der Klage \u00fcber 5000 Euro liege.<\/p>\n<h2>Was ist ein Auskunftsanspruch nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15 DSGVO<\/a> wert?<\/h2>\n<p>Interessant an dieser Rechnung ist der Ansatz von 5000 Euro f\u00fcr das DSGVO-Auskunftsbegehren. Hierzu gibt es in der Rechtsprechung sehr unterschiedliche Einsch\u00e4tzungen \u2013 von 500 Euro (OLG K\u00f6ln, 2018; LAG N\u00fcrnberg, 2020) \u00fcber 2000 Euro (LG Berlin, 2019) bis hin zu 5000 Euro (OLG K\u00f6ln, 2019) geht das muntere Hochhandeln des Streitwerts. Die neuerlichen 5000 Euro bilden hier m\u00f6glicherweise nur den (vorl\u00e4ufigen) H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p>Wie das AG K\u00f6ln zu dieser erneuten Rekordh\u00f6he kommt, dar\u00fcber l\u00e4sst sich nur spekulieren; eine n\u00e4here Begr\u00fcndung f\u00fcr ihre Einsch\u00e4tzung geben die K\u00f6lner Amtsrichter nicht.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In jedem Gerichtsverfahren wird ein Streitwert angesetzt, nach dem sich u.a. die zu zahlenden Geb\u00fchren bemessen. Die H\u00f6he des Streitwerts bestimmt aber auch, vor welchem Gericht die erstinstanzliche Verhandlung stattfindet. Liegt er unter 5000 Euro ist in der Regel das Amtsgericht zust\u00e4ndig, liegt er dar\u00fcber, das Landgericht. 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