{"id":57568,"date":"2021-03-24T18:26:05","date_gmt":"2021-03-24T16:26:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=57568"},"modified":"2021-03-24T18:26:41","modified_gmt":"2021-03-24T16:26:41","slug":"gefakte-facebook-likes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/social-media-recht\/gefakte-facebook-likes\/","title":{"rendered":"Gef\u00e4llt nicht: Gefakte Facebook-Likes"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_57571\" aria-describedby=\"caption-attachment-57571\" style=\"width: 435px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-57571\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/gefakete-facebook-likes-scaled.jpeg\" alt=\"gefakte Facebook Likes\" width=\"435\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/gefakete-facebook-likes-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/gefakete-facebook-likes-543x414.jpeg 543w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/gefakete-facebook-likes-620x473.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/gefakete-facebook-likes-271x207.jpeg 271w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/gefakete-facebook-likes-768x586.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/gefakete-facebook-likes-1536x1172.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/gefakete-facebook-likes-2048x1563.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57571\" class=\"wp-caption-text\">Konstantin Yuganov &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Das Like ist die neue W\u00e4hrung. Zumindest ist es f\u00fcr Gewerbetreibende Gold und Geld wert, wenn die Kundschaft sie mag und dies auch \u00f6ffentlichkeitswirksam dokumentiert \u2013 durch einen gehobenen Daumen im Facebook. <\/em><\/p>\n<p><em>Je mehr davon, desto besser, denn die Reputation steigt mit jedem Like.<\/em><\/p>\n<h2>Hat Grenzen: Den Likes auf die Spr\u00fcnge helfen<\/h2>\n<p>Dieser Sachverhalt kann dazu f\u00fchren, dann man bei den Likes ein wenig \u201enachhilft\u201c. Etwa, indem man die Kunden um eine Bewertung bittet. Das ist rechtlich in Ordnung. Nicht in Ordnung ist es unterdessen, wenn man den Kunden durch konkrete Anreize zum Like bewegt, wie das eine Apotheke tat, indem sie f\u00fcr Likes Pr\u00e4mien in Aussicht stellte. Eine solche Gew\u00e4hrung von finanziellen Vorteilen f\u00fcr ein Facebook-Like ist <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/\">wettbewerbswidrig<\/a>, weil<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>der User \u2013 und potentielle Kunde \u2013 damit in die Irre gef\u00fchrt wird. Das entschied das LG Bonn (LG Bonn, Urteil v. 4.12.2020, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=14%20O%2082\/19\" title=\"LG Bonn, 04.12.2020 - 14 O 82\/19: Irref&uuml;hrung durch finanzielle Vorteile f&uuml;r Facebook-Like\">14 O 82\/19<\/a>).<\/p>\n<h2>Bezahlung muss offengelegt werden<\/h2>\n<p>Es stellte klar, dass mit einer bezahlten Empfehlung Dritter nur dann geworben werden darf, wenn die Bezahlung offengelegt wird und man den Wert des positiven Urteils dann entsprechend einsch\u00e4tzen kann. Unterbleibt eine Offenlegung oder ist diese nicht m\u00f6glich (wie bei Facebook-Likes), dann werde der potentielle Kunde get\u00e4uscht, weil und soweit er in solchen F\u00e4llen davon ausgeht, es handle sich um \u201eechte\u201c Empfehlungen, denen sich gegebenenfalls zu folgen lohnt. Denn \u00c4u\u00dferungen Dritter, so das Gericht, wirken in der Werbung objektiv und werden daher im Allgemeinen h\u00f6her bewertet als eigene Aussagen des Werbenden. Eigenlob stinkt, Kunden-Likes wirken.<\/p>\n<h2>Facebook-Logik: Viele Likes, hohe Kundenzufriedenheit<\/h2>\n<p>Damit ist sowohl der verdeckte Kauf von Empfehlungen, als auch die Werbung mit dem k\u00fcnstlich hochgejazzten Beifall <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/\">wettbewerbswidrig<\/a>. Bei Facebook-Likes stellt sich der werbende Effekt ohne weiteres ein, so dass beides in eins f\u00e4llt: unlauteres \u201eNachhelfen\u201c und irref\u00fchrende Werbung. Denn mit einer hohen Zahl an Likes suggeriert ein Unternehmen eine gewisse Beliebtheit, was mittelbar auch auf eine hohe Kundenzufriedenheit schlie\u00dfen l\u00e4sst. Im Ganzen liegt damit eine Wettbewerbsverletzung vor, auch wenn die Likes keine konkreten Aussagen zu<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u00fcberpr\u00fcfbaren Tatsachen machen. Ihre Zahl an sich ist heutzutage hinreichend aussagekr\u00e4ftig.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Like ist die neue W\u00e4hrung. Zumindest ist es f\u00fcr Gewerbetreibende Gold und Geld wert, wenn die Kundschaft sie mag und dies auch \u00f6ffentlichkeitswirksam dokumentiert \u2013 durch einen gehobenen Daumen im Facebook. Je mehr davon, desto besser, denn die Reputation steigt mit jedem Like. 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