{"id":57564,"date":"2021-03-23T07:20:20","date_gmt":"2021-03-23T05:20:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=57564"},"modified":"2021-03-22T04:53:35","modified_gmt":"2021-03-22T02:53:35","slug":"herkunftsbezeichnung-schwarzwaelder-schinken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/markenrecht\/herkunftsbezeichnung-schwarzwaelder-schinken\/","title":{"rendered":"Was den Schinken zum Schwarzw\u00e4lder macht"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_57565\" aria-describedby=\"caption-attachment-57565\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-57565\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/herkunftsbezeichnung-schwarzwaelder-schinken.jpeg\" alt=\"Herkunftsbezeichnung Schwarzw\u00e4lder Schinken\" width=\"460\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/herkunftsbezeichnung-schwarzwaelder-schinken.jpeg 1417w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/herkunftsbezeichnung-schwarzwaelder-schinken-621x414.jpeg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/herkunftsbezeichnung-schwarzwaelder-schinken-620x413.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/herkunftsbezeichnung-schwarzwaelder-schinken-310x207.jpeg 310w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/herkunftsbezeichnung-schwarzwaelder-schinken-768x512.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57565\" class=\"wp-caption-text\">beats_ &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Der BGH hat in Umsetzung eines Urteils des EuGH (EuGH, Urteil v. 19.12.2018 \u2013 Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=C-367\/17\" title=\"EuGH, 19.12.2018 - C-367\/17: Schwarzw&auml;lder Schinken muss nur dann im Schwarzwald geschnitten un...\">C-367\/17<\/a>) entschieden, dass Schwarzw\u00e4lder Schinken nicht zwingend im Schwarzwald geschnitten und verpackt werden muss (Beschluss vom 3.9.2020 \u2013 Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZB%2072\/19\" title=\"BGH, 03.09.2020 - I ZB 72\/19: Schwarzw&auml;lder Schinken II - Markenrechtsschutz: Voraussetzungen f...\">I ZB 72\/19<\/a>). <\/em><\/p>\n<p><em>Dieses Erfordernis sei \u2013 so der BGH \u2013 nicht produktspezifisch gerechtfertigt.<\/em><\/p>\n<h2>Keine produktspezifische Rechtfertigung<\/h2>\n<p>Eine produktspezifische Rechtfertigung liege nach Auffassung des BGH n\u00e4mlich nur dann vor, wenn das betreffende Erzeugnis \u2013 hier: der Schwarzw\u00e4lder Schinken \u2013 bei einer Verarbeitung (Schneiden, Verpacken) au\u00dferhalb des Erzeugungsgebiets im Vergleich zu anderen vergleichbaren Erzeugnissen erh\u00f6hten Risiken ausgesetzt ist, die geeignet sind, das Vorliegen mindestens einer der drei Bedingungen f\u00fcr die Zuerkennung der gesch\u00fctzten geografischen Angabe zu gef\u00e4hrden: Qualit\u00e4tswahrung, Ursprungsgew\u00e4hrleistung, Kontrollgew\u00e4hrleistung.<\/p>\n<h2>Kontrolle darf nicht schlechter sein<\/h2>\n<p>Es ist also zu fragen, ob sich Qualit\u00e4t oder Ursprung \u00e4ndert, wenn der Schinken aus dem Schwarzwald nicht im Schwarzwald geschnitten und verpackt wird. Es ist ferner zu fragen, ob die bei der Verarbeitung des Schinkens n\u00f6tigen Kontrollen von Ursprung und Qualit\u00e4t au\u00dferhalb des Schwarzwalds genauso ergebnissichernd und effektiv durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen wie innerhalb des Schwarzwalds. Die erste Frage kann vereint, die zweite Frage kann bejaht werden, so der BGH. Damit steht einer Verarbeitung des Schwarzw\u00e4lder Schinkens au\u00dferhalb des Erzeugungsgebiets nichts im Weg.<\/p>\n<h2>H\u00f6chstrichterliche Feststellung<\/h2>\n<p>Das bedeutet im Ergebnis: Herkunft und Qualit\u00e4t des Schwarzw\u00e4lder Schinkens h\u00e4ngt nicht davon ab, wo er geschnitten und verpackt wird. W\u00e4re das auch gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der BGH hat in Umsetzung eines Urteils des EuGH (EuGH, Urteil v. 19.12.2018 \u2013 Az.: C-367\/17) entschieden, dass Schwarzw\u00e4lder Schinken nicht zwingend im Schwarzwald geschnitten und verpackt werden muss (Beschluss vom 3.9.2020 \u2013 Az.: I ZB 72\/19). Dieses Erfordernis sei \u2013 so der BGH \u2013 nicht produktspezifisch gerechtfertigt. 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