{"id":57006,"date":"2021-02-05T20:05:54","date_gmt":"2021-02-05T18:05:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=57006"},"modified":"2021-02-05T20:05:54","modified_gmt":"2021-02-05T18:05:54","slug":"geoblocking-teure-abschottung-fuer-spieleverlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/e-sportrecht\/geoblocking-teure-abschottung-fuer-spieleverlage\/","title":{"rendered":"Geoblocking: Teure Abschottung f\u00fcr Spieleverlage"},"content":{"rendered":"<div>\n<figure id=\"attachment_57007\" aria-describedby=\"caption-attachment-57007\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-57007\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/geoblocking-spieleverlage-bussgeld.jpeg\" alt=\"Bu\u00dfgeld Geoblocking Spieleverlage\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/geoblocking-spieleverlage-bussgeld.jpeg 1181w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/geoblocking-spieleverlage-bussgeld-620x414.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/geoblocking-spieleverlage-bussgeld-768x513.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57007\" class=\"wp-caption-text\">Bits and Splits &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"Textbody\"><em>Der Europ\u00e4er wird dem Menschenbild des \u201ehomo ludens\u201c (nach Johan Huizinga), des spielenden Menschen, durchaus gerecht. <\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\"><em>Mehr als die H\u00e4lfte aller Menschen in Europa spielen zumindest gelegentlich Videospiele. <\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\"><em>Die Branche floriert und die f\u00fchrenden Spieleverlage sind l\u00e4ngst Gro\u00dfunternehmen mit Milliardenumsatz.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Rechtswidrige Geoblocking-Praktiken<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Die EU-Kommission nun ein Millionenbu\u00dfgeld gegen verschiedene Spieleverlage (Valve, Capcom u.a.) ein Bu\u00dfgeld i. H. v. insgesamt 7,8 Millionen Euro verh\u00e4ngt. Der Vorwurf der Kommission lautet: Die betroffenen Unternehmen w\u00fcrden den Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum (EWR) abschotten, indem sie den grenz\u00fcberschreitenden Verkauf ihrer Produkte vertraglich beschr\u00e4nkten. Das ist ein Versto\u00df gegen die Geoblocking-VO der EU. Die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/geoblocking-zulaessig\/\">Geoblocking<\/a>-Praktiken der Verlage betrafen rund 100 PC-Videospiele unterschiedlicher Genres (z. B. Sport-, Simulations- und Actionspiele).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Vertraglich eingeschr\u00e4nkter Handel<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Im einzelnen hatte der federf\u00fchrende Spieleverlag Valve mit seinen Partnern vereinbart, dass bei Kaufanfragen bzw. Bestellungen die Aktivierung bestimmter PC-Videospiele auf dem Angebot der beteiligten Verlage au\u00dferhalb bestimmter L\u00e4nder verhindert wurde. Zwischen September 2010 und Oktober 2015 wurde so \u00fcber Zeitr\u00e4ume von ein bis f\u00fcnf Jahren verhindert, dass Interessenten aus ganz Europa auf die Angebote aus insbesondere osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern zugreifen konnten. Genau das h\u00e4tte aber laut Geoblocking-VO gew\u00e4hrleistet sein m\u00fcssen. Hinzu kamen Vereinbarungen, die den grenz\u00fcberschreitenden Verkauf von PC-Videospielen innerhalb des EWR einschlie\u00dflich beschr\u00e4nkten. Diese Praktiken kamen in der Regel \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume von drei bis elf Jahren zwischen M\u00e4rz 2007 und November 2018 zur Anwendung. Auch dieser vertraglich eingeschr\u00e4nkte Handel vertr\u00e4gt sich nicht mit der Geoblocking-VO.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Spiel ohne Grenzen<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Der Menschen sei nur da ganz Mensch, wenn er spielt, meinte Friedrich Schiller. Daf\u00fcr, dass dieses Spiel ohne Grenzen stattfindet bzw. dem Verkauf von PC-Videospielen keine solchen gesetzt werden, steht die EU mit ihrer Geoblocking-VO. Und zur Not auch mit saftigen Bu\u00dfgeldern auf h\u00f6chstem Level. F\u00fcr die wettbewerbswidrigen Praktiken von Valve, Capcom und Co. hei\u00dft es nun jedenfalls: Game over!<\/p>\n<\/div>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ\u00e4er wird dem Menschenbild des \u201ehomo ludens\u201c (nach Johan Huizinga), des spielenden Menschen, durchaus gerecht. Mehr als die H\u00e4lfte aller Menschen in Europa spielen zumindest gelegentlich Videospiele. Die Branche floriert und die f\u00fchrenden Spieleverlage sind l\u00e4ngst Gro\u00dfunternehmen mit Milliardenumsatz. 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