{"id":56988,"date":"2021-02-04T07:38:02","date_gmt":"2021-02-04T05:38:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=56988"},"modified":"2021-02-03T20:38:40","modified_gmt":"2021-02-03T18:38:40","slug":"taylor-swift-haters-gonna-hate-copyright-streit-um-shake-it-off","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/taylor-swift-haters-gonna-hate-copyright-streit-um-shake-it-off\/","title":{"rendered":"Taylor Swift: \u201eHaters gonna hate\u201c \u2013 Copyright-Streit um \u201eShake it off\u201c"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_56990\" aria-describedby=\"caption-attachment-56990\" style=\"width: 454px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-56990\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/taylor-swift-copyright.jpg\" alt=\"Taylor Swift Copyright\" width=\"454\" height=\"715\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/taylor-swift-copyright.jpg 1134w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/taylor-swift-copyright-263x414.jpg 263w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/taylor-swift-copyright-394x620.jpg 394w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/taylor-swift-copyright-768x1210.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/taylor-swift-copyright-975x1536.jpg 975w\" sizes=\"(max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-56990\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Omid Armin on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Sie wurde im Rahmen der American Music Awards (AMA) als \u201eK\u00fcnstlerin des Jahrzehnts\u201c ausgezeichnet, f\u00fcnf ihrer Alben erhielten die Auszeichnung des \u201eTop-selling album\u201c und einer ihrer ersten Songs ist und bleibt ihr gr\u00f6\u00dfter Hit. Ob man ihn mag oder nicht \u2013 \u201eShake it off\u201c ist ein Ohrwurm.<\/em><\/p>\n<p><em>Doch jeder Erfolg bringt Schattenseiten mit sich. Sobald Taylor Swift eine neue Single auf den Markt bringt, hagelt es Kritik und andere K\u00fcnstler wollen von dem Superstar beklaut worden sein. <\/em><\/p>\n<p><em>Auch dieses Mal geht es um angebliche Urheberrechtsverletzungen. Ein Bundesrichter aus Los Angeles kam zu dem Entschluss: Der Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung sei \u2013 auch zum f\u00fcnften Mal \u2013 zur\u00fcckzuweisen. <\/em><\/p>\n<h2>Ob Taylor Swift dieses Problem so leicht absch\u00fctteln kann?<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend Swift zweifelsohne dankbar f\u00fcr den Erfolg ihres Songs war, hielt sich die Begeisterung der S\u00e4ngerin Jesse Graham in Grenzen. Graham schrieb im Jahre 2013 den Song \u201eHaters Gone Hate\u201c. Dieser enth\u00e4lt die Passage \u201cHaters gone hate, playas gone play \/ watch out for them fakers, they\u2019ll fake you everyday.\u201d\u00a0Dieser Song war weit weniger erfolgreich als der ein Jahr sp\u00e4ter erschienene Mega-Hit \u201eShake it off\u201c von Taylor Swift.<\/p>\n<p>Doch das hielt Graham nicht davon ab, seiner \u00dcberzeugung, es handele sich um ein Plagiat seines Songs, nachzugehen. Er reichte 2015 Klage gegen Swift ein und erhob den Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung. Ohne eine Stellungnahme von Taylor Swift abzuwarten, entschied der zust\u00e4ndige Richter, die Klage sei abzuweisen.<\/p>\n<p>Grund daf\u00fcr sei vor allem, dass auch etliche andere Werke, Passagen \u00fcber \u201eplayers playing\u201c und \u201ehaters hating\u201c enthalten und so nicht originell genug seien, um <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheber-und-designrecht-2\/\">urheberrechtlichen<\/a> Schutz zu verdienen.<\/p>\n<h2>Kein Plagiat<\/h2>\n<p>Die Lieder von Jesse Graham und Taylor Swift \u00e4hneln sich in einigen Passagen \u2013 mehr Gemeinsamkeiten gebe es jedoch nicht, stellte das Gericht mehrfach fest. Dennoch reichte Graham eine weitere Klage ein. Gleicher Kl\u00e4ger, gleiche Kl\u00e4gerin in der gleichen Angelegenheit. Vor allem aber auch die gleichen haltlosen Vorw\u00fcrfe. Sowohl der Vorwurf eines Urheberrechtsversto\u00dfes als auch seine weiteren Beschwerden schlugen fehl.<\/p>\n<p>In einem Beschluss vom 12. Januar 2021 kam der Vorsitzende Richter zu dem Entschluss: Taylor Swift versto\u00dfe nicht gegen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht\/\">Urheberrechte<\/a> und wies daher auch die j\u00fcngste Beschwerde Grahams zur\u00fcck. So stellte das Gericht fest, dass die Klage \u201eby the doctroine of res judicata\u201c (per Rechtskraft) ausgeschlossen war. Graham habe denselben Anspruch geltend gemacht habe, wie in vorherigen Verfahren.<\/p>\n<p>Neben der Forderung, die mittlerweile f\u00fcnfte Klage abzuweisen, bat Taylor Swift das Gericht zudem, Jesse Graham als \u201evexatious litigant\u201c zu erkl\u00e4ren. Weil Graham nur geringe Chancen habe, seine Anspr\u00fcche durchzusetzen, liege auf der Hand, dass er sie damit lediglich weiter blo\u00dfstellen und ihr Probleme bereiten wolle, so Taylor Swift. Der Vorsitzende Richter, Michael Fitzgerald, kam jedoch zu dem Entschluss, Graham sei nicht ein solch \u201eschikan\u00f6ser\u201c Kl\u00e4ger \u2013 f\u00fcnf Klagen reichten daf\u00fcr noch nicht aus. In der Regel bed\u00fcrfe es daf\u00fcr Hunderte von Klagen.<\/p>\n<h2>Graham nicht das einzige \u201eProblem\u201c f\u00fcr Swift<\/h2>\n<p>Grahams Vorw\u00fcrfe sind nicht die einzigen, die gegen Taylor Swift erhoben werden. Auch die Songwriter Sean Hall und Nathan Butler leiteten rechtliche Schritte gegen die Pops\u00e4ngerin ein. Sie behaupten, Swift habe Passagen aus ihrem Song \u201ePlayas Gon Play\u201c kopiert \u2013 Gleicher Vorwurf, gleiche Beklagte, aber diesmal andere Kl\u00e4ger. \u00a0Doch auch hier wies der Richter die Beschwerde der Kl\u00e4ger zur\u00fcck. Grund daf\u00fcr sei die mangelnde Originalit\u00e4t der Songtexte. Selbst, wenn Taylor Swift sie kopiert haben sollte, scheide eine Urheberrechtsverletzung aus.<\/p>\n<h2>Nichts dran an der Klage?<\/h2>\n<p>In beiden F\u00e4llen scheint es, als w\u00fcrden die Gerichte dabei bleiben, dass die Texte nicht originell genug sind, um urheberrechtlichen Schutz zu verdienen. Sowohl 2001 als auch 2013 und 2014 waren Player, Haters playende Player sowie hatende Haters der amerikanischen Popkultur bekannt. Damit sei das Konzept, dass Spieler und Hasser hier ihre Natur ausleben, nicht kreativ, sondern \u201ebanal\u201c \u2013 so Fitzgerald, der Vorsitzende Richter:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Players gonna play, haters gonna hate&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>W\u00e4hrend Taylor Swift darauf wartet, dass das Bezirksgericht die F\u00e4lle Hall und Nathan entscheidet, kann sie in Sachen Graham aufatmen.<\/p>\n<p>Oder etwa nicht? Noch ist kein Wort dar\u00fcber gefallen, ob Jesse Graham vorhat, sich zur\u00fcckzuziehen oder Klage Nummer sechs einzureichen und die von ihm verlangten 38 Millionen Dollar zu erstreiten. Feststeht: Bis jetzt konnte Swift dieses Problem immer (wieder) leicht \u201eabsch\u00fctteln\u201c \u2013 Shake it off.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie wurde im Rahmen der American Music Awards (AMA) als \u201eK\u00fcnstlerin des Jahrzehnts\u201c ausgezeichnet, f\u00fcnf ihrer Alben erhielten die Auszeichnung des \u201eTop-selling album\u201c und einer ihrer ersten Songs ist und bleibt ihr gr\u00f6\u00dfter Hit. Ob man ihn mag oder nicht \u2013 \u201eShake it off\u201c ist ein Ohrwurm. Doch jeder Erfolg bringt Schattenseiten mit sich. 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