{"id":56960,"date":"2021-01-25T07:14:21","date_gmt":"2021-01-25T05:14:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=56960"},"modified":"2023-09-16T02:15:52","modified_gmt":"2023-09-16T00:15:52","slug":"arbeitgeber-darf-von-bewertungsportal-kununu-datenauskunft-nach-rechtswidriger-bewertung-verlangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/datenschutzrecht\/arbeitgeber-darf-von-bewertungsportal-kununu-datenauskunft-nach-rechtswidriger-bewertung-verlangen\/","title":{"rendered":"Arbeitgeber darf von Bewertungsportal Kununu Datenauskunft verlangen"},"content":{"rendered":"
\"Auskunftsanspruch
Photo by Glenn Carstens-Peters on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n

Auf dem Bewertungsportal Kununu<\/a>\u00a0k\u00f6nnen Arbeitnehmer und Bewerber ihren (potentiellen) Arbeitgeber<\/a> bewerten. Dies f\u00fchrt nicht selten zu Rechtsstreitigkeiten<\/a>.<\/em><\/p>\n

Der Bewertende sieht seine \u00c4u\u00dferung von der Meinungsfreiheit<\/a> gesch\u00fctzt. Betroffene Unternehmer berufen sich auf ihr Pers\u00f6nlichkeitsrecht<\/a>. Sie f\u00fcrchten um ihren guten Ruf<\/a>.<\/em><\/p>\n

Das Oberlandesgericht Celle hatte sich k\u00fcrzlich mit der Frage zu besch\u00e4ftigen, ob Kununu einem Arbeitgeber Auskunft<\/a> \u00fcber die Bestands- und Nutzungsdaten<\/a> eines Bewertenden erteilen muss (OLG Celle, Beschluss v. 07.12.2020, Az. 13 W 80\/20<\/a>).<\/em><\/p>\n

Der Beschwerde des Bewertungsportals lagen zwei Bewertungen zu Grunde. Das Gericht verpflichtete Kununu hinsichtlich einer dieser Bewertungen zur Auskunftserteilung.<\/em><\/p>\n

Streit \u00fcber Gehaltszahlungen<\/h2>\n

Bei der Antragstellerin handelte es sich um ein Unternehmen der IT-Branche mit etwa 25 Mitarbeitern. Ein Nutzer gab auf dem Bewertungsportal Kununu unter der Bezeichnung \u201eMitarbeiter\u201c folgende zwei negative Bewertungen ab:<\/p>\n

Die Bewertung vom 2. Mai enthielt die \u00dcberschrift: \u201eGehalt kommt nicht p\u00fcnktlich, Telefone gesperrt wegen offener Rechnungen\u201c. In der Rubrik \u201eVerbesserungsvorschlag\u201c schrieb der Nutzer: \u201eP\u00fcnktliche Gehaltszahlungen anstreben\u201c.<\/p>\n

In der Bewertung vom 23. Oktober schilderte er unter dem Punkt \u201eArbeitsatmosph\u00e4re\u201c, dass man nicht informiert worden sei, dass man sein Monatsgehalt nicht bekomme. Es gebe keine Fairness, da einige Angestellte Gehalt bek\u00e4men und andere nicht. Das \u201eVorgesetztenverhalten\u201c beschrieb er wie folgt: \u201eMobbing bei K\u00fcndigung\u201c. Unter dem Stichwort \u201eGehalt\/Sozialleistungen\u201c f\u00fchrte er aus, dass man zeitweise gar kein Geld bekommen habe. Als man das Gespr\u00e4ch gesucht habe, habe es nur 10 % vom Gehalt gegeben. In der Zusammenfassung wiederholte er seine Vorw\u00fcrfe unter dem Unterpunkt \u201econtra\u201c: \u201eKein p\u00fcnktliches Gehalt, zeitweise gar kein Gehalt\u201c und \u201ebetriebliche Rentenversicherung abgezogen aber nicht an die Versicherung gegeben\u201c.<\/p>\n

\"\"<\/a><\/span><\/p>