{"id":56921,"date":"2021-02-08T14:21:56","date_gmt":"2021-02-08T12:21:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=56921"},"modified":"2021-02-07T21:45:41","modified_gmt":"2021-02-07T19:45:41","slug":"geld-nach-verspaeteter-landung-spaetere-aufklaerung-auf-landing-page","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/geld-nach-verspaeteter-landung-spaetere-aufklaerung-auf-landing-page\/","title":{"rendered":"Geld nach versp\u00e4teter Landung? Sp\u00e4tere Aufkl\u00e4rung auf Landing-Page!"},"content":{"rendered":"<div>\n<figure id=\"attachment_56923\" aria-describedby=\"caption-attachment-56923\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-56923\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/google-ad-aufklaerung-landingpage.jpeg\" alt=\"Google-Anzeige Aufkl\u00e4rung Landingpage\" width=\"460\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/google-ad-aufklaerung-landingpage.jpeg 2362w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/google-ad-aufklaerung-landingpage-414x414.jpeg 414w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/google-ad-aufklaerung-landingpage-620x620.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/google-ad-aufklaerung-landingpage-768x768.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/google-ad-aufklaerung-landingpage-1536x1536.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/google-ad-aufklaerung-landingpage-2048x2048.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-56923\" class=\"wp-caption-text\">Graphicroyalty &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"Textbody\"><em>Man kennt das: In der Werbung wird oft versprochen, was das Beworbene nicht h\u00e4lt. Der Pr\u00e4gnanz kurzer Botschaften f\u00e4llt die gebotene Genauigkeit zum Opfer. <\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\"><em>Das gilt besonders im Internet. <\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\"><em>Im Prinzip kein Problem, wenn rechtzeitig vor Vertragsabschluss aufgekl\u00e4rt wird. Diese Aufkl\u00e4rung muss vollst\u00e4ndig sein, sie muss alle missverst\u00e4ndlichen oder unklare Angaben aus der Werbebotschaft erl\u00e4utern.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Bis zu 600 Euro Entsch\u00e4digung?<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Das OLG D\u00fcsseldorf hatte sich in einem Verfahren mit <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/irrefuehrende-werbung\/\">irref\u00fchrender Google Ads-Werbung<\/a> auseinanderzusetzen und stellte in der Entscheidung die Anforderungen an die nachtr\u00e4gliche Versachlichung klar (OLG D\u00fcsseldorf, Urteil v. 17. Juli 2020, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=15%20U%2076\/19\" title=\"OLG D&uuml;sseldorf, 17.07.2020 - 15 U 76\/19: Irref&uuml;hrung bei Google-Ads-Werbung\">15 U 76\/19<\/a>). Ein Unternehmen, dass sich auf die Geltendmachung von Entsch\u00e4digung bei Flugversp\u00e4tungen spezialisiert hat, warb mit der Aussage, der Kunde k\u00f6nne durch die Beauftragung des Dienstleisters mit \u201ebis zu 600 Euro Entsch\u00e4digung\u201c rechnen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Abz\u00fcglich Provision!<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Das stimmt so nicht \u2013 in Wahrheit muss immer noch die Geb\u00fchr f\u00fcr die Dienstleistung abgezogen werden. Dass von der Provision in der Google Ads-Werbung keine Rede ist, sei jedoch gar nicht das Problem, so das OLG D\u00fcsseldorf, schlie\u00dflich st\u00fcnde dort auch gar nicht so viel Platz f\u00fcr lange Erkl\u00e4rungen zur Verf\u00fcgung. Diese m\u00fcssten dann aber nachgereicht werden, wenn sich die Landing-Page \u00f6ffnet. Dort m\u00fcsse unmissverst\u00e4ndlich stehen, was Sache ist. Genau an diesem Kriterium der \u201eirrtumsausschlie\u00dfenden Angaben\u201c mangele es jedoch, weil auch auf der Landing-Page nirgendwo ersichtlich war, dass von den \u201ebis zu 600 Euro\u201c noch die Provision abzuziehen ist. Dass der Kunde damit rechne, dass die Dienstleistung nicht kostenlos ist, reicht nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Kunden vor Fehleinsch\u00e4tzungen bewahren<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Also, mit rei\u00dferischen Slogans und verf\u00fchrerischen Verhei\u00dfungen ein wenig Clickbaiting zu betreiben, ist so lange in Ordnung, wie danach auf der Landing-Page unverh\u00fcllter Klartext gesprochen wird. Bevor der Kunde unter falschen Voraussetzungen abhebt, nur um dann aus heiterem Himmel abzust\u00fcrzen.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kennt das: In der Werbung wird oft versprochen, was das Beworbene nicht h\u00e4lt. Der Pr\u00e4gnanz kurzer Botschaften f\u00e4llt die gebotene Genauigkeit zum Opfer. Das gilt besonders im Internet. Im Prinzip kein Problem, wenn rechtzeitig vor Vertragsabschluss aufgekl\u00e4rt wird. Diese Aufkl\u00e4rung muss vollst\u00e4ndig sein, sie muss alle missverst\u00e4ndlichen oder unklare Angaben aus der Werbebotschaft erl\u00e4utern. 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