{"id":56320,"date":"2020-12-18T10:42:18","date_gmt":"2020-12-18T08:42:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=56320"},"modified":"2020-12-18T10:42:18","modified_gmt":"2020-12-18T08:42:18","slug":"datenschutz-eigenen-anspruch-gerichtlich-geltend-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/datenschutzrecht\/datenschutz-eigenen-anspruch-gerichtlich-geltend-machen\/","title":{"rendered":"Datenschutz: Eigenen Anspruch gerichtlich geltend machen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_56322\" aria-describedby=\"caption-attachment-56322\" style=\"width: 413px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-56322\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/dsgvo-anspruch-selber-geltend-machen.jpg\" alt=\"DSGVO Anspruch geltend machen\" width=\"413\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/dsgvo-anspruch-selber-geltend-machen.jpg 1984w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/dsgvo-anspruch-selber-geltend-machen-619x414.jpg 619w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/dsgvo-anspruch-selber-geltend-machen-620x415.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/dsgvo-anspruch-selber-geltend-machen-309x207.jpg 309w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/dsgvo-anspruch-selber-geltend-machen-768x514.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/dsgvo-anspruch-selber-geltend-machen-1536x1028.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 413px) 100vw, 413px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-56322\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Hernan Lucio on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Das muss man sich mal vorstellen: Da geht man im Hausflur an den Briefk\u00e4sten vorbei und wirft einen kurzen Blick aufs Schwarze Brett mit den Notrufnummern und M\u00fcllabfuhrterminen und entdeckt \u2013 seinen Mietvertrag.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer einen Mietvertrag \u00f6ffentlich aush\u00e4ngt, begeht eine Datenschutzrechtsverletzung nach <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/eu-datenschutz-grundverordnung-dsgvo\/\">DSGVO<\/a>. Der betroffene Mieter hat Anspruch auf Unterlassung. Diesen Anspruch kann sie oder er (im vorliegenden Fall ging es um eine Mieterin) auch selbst geltend machen. <\/em><\/p>\n<p><em>Das entschied das LG Frankfurt a.M. (LG Frankfurt a.M., Urteil v. 15.10.2020, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2-03%20O%20356\/20\" title=\"LG Frankfurt\/Main, 15.10.2020 - 3 O 356\/20: Unterlassungsanspruch wegen rechtswidriger Datenver...\">2-03 O 356\/20<\/a>).<\/em><\/p>\n<h2>Recht auf gerichtlichen Rechtsbehelf<\/h2>\n<p>Ganz allgemein lautet der Grundsatz: Ist eine Person von einer rechtswidrigen Datenverarbeitung betroffen, so kann sie vor Gericht eigene <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/\">datenschutzrechtliche<\/a> Unterlassungsanspr\u00fcche geltend machen. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/79.html\" title=\"Art. 79 DSGVO: Recht auf wirksamen gerichtlichen Rechtsbehelf gegen Verantwortliche oder Auftragsverarbeiter\">Art. 79 DSGVO<\/a> entfaltet diesbez\u00fcglich keine Sperrwirkung, betont er doch das \u201eRecht auf einen wirksamen gerichtlichen Rechtsbehelf\u201c, wenn die betroffene Person der Ansicht ist, \u201edass die ihr aufgrund dieser Verordnung zustehenden Rechte infolge einer nicht im Einklang mit dieser Verordnung stehenden Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten verletzt wurden\u201c.<\/p>\n<h2>Pers\u00f6nliche Daten geh\u00f6ren nicht in die \u00d6ffentlichkeit<\/h2>\n<p>Und das war hier ganz offensichtlich der Fall, denn der \u00f6ffentliche Aushang der Daten des Mietvertrags sei, so die Frankfurter Richter, \u201enicht vom Vertragszweck nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/6.html\" title=\"Art. 6 DSGVO: Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Verarbeitung\">Art. 6 Abs. 1 lit. b) DSGVO<\/a> gedeckt\u201c, so dass es f\u00fcr das Anpinnen des sehr pers\u00f6nlichen Datenwerks am Schwarzen Brett \u201ekeine sachliche Berechtigung gab\u201c. Auf solch ein Gebaren sollte man eingedenk der DSGVO also tunlichst verzichten. Umso mehr Platz ist f\u00fcr Notrufnummern und M\u00fcllabfuhrtermine.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das muss man sich mal vorstellen: Da geht man im Hausflur an den Briefk\u00e4sten vorbei und wirft einen kurzen Blick aufs Schwarze Brett mit den Notrufnummern und M\u00fcllabfuhrterminen und entdeckt \u2013 seinen Mietvertrag. 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