{"id":56074,"date":"2020-12-05T06:23:04","date_gmt":"2020-12-05T04:23:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=56074"},"modified":"2020-12-03T01:10:38","modified_gmt":"2020-12-02T23:10:38","slug":"dsgvo-auskunftsanspruch-telefonvermerke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/datenschutzrecht\/dsgvo-auskunftsanspruch-telefonvermerke\/","title":{"rendered":"DSGVO: Umfassender Auskunftsanspruch"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_56075\" aria-describedby=\"caption-attachment-56075\" style=\"width: 459px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-56075\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/dsgvo-auskunft-gespraechsvermerke.jpg\" alt=\"DSGVO-Auskunft Telefonvermerke\" width=\"459\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/dsgvo-auskunft-gespraechsvermerke.jpg 2268w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/dsgvo-auskunft-gespraechsvermerke-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/dsgvo-auskunft-gespraechsvermerke-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/dsgvo-auskunft-gespraechsvermerke-311x207.jpg 311w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/dsgvo-auskunft-gespraechsvermerke-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/dsgvo-auskunft-gespraechsvermerke-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/dsgvo-auskunft-gespraechsvermerke-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-56075\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Julian Hochgesang on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Vor dem LG K\u00f6ln ging es bei einer Klage gegen eine Krankenkasse wieder einmal um die Frage, was sich hinter dem Auskunftsanspruch nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15 Abs. 1 DSGVO<\/a> verbirgt. <\/em><\/p>\n<p><em>Die Richter betonten in ihrer Entscheidung, dass dieser umfassend zu verstehen sei und sich auch auf Gespr\u00e4chsvermerke und Telefonnotizen beziehe (LG K\u00f6ln, Urteil v. 11.11.2020, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=23%20O%20172\/19\" title=\"LG K&ouml;ln, 11.11.2020 - 23 O 172\/19: DSGVO: Umfassender Auskunftsanspruch\">23 O 172\/19<\/a>).<\/em><\/p>\n<h2>Auch W\u00fcnsche und Werturteile sind Daten<\/h2>\n<p>F\u00fcr das LG K\u00f6ln besteht zu allen Informationen, die zu einer Person vorliegen, ein Auskunftsanspruch nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15 Abs. 1 DSGVO<\/a>, also nicht nur zu \u201epers\u00f6nlichen Informationen wie Identifikationsmerkmale (z.B. Name, Anschrift und Geburtsdatum)\u201c und \u201e\u00e4u\u00dferen Merkmalen (wie Geschlecht, Augenfarbe, Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht)\u201c, sondern auch zu \u201einneren Zust\u00e4nden (z.B. Meinungen, Motive, W\u00fcnsche, \u00dcberzeugungen und Werturteile)\u201c sowie \u201es\u00e4mtliche Informationen wie etwa Verm\u00f6gens- und Eigentumsverh\u00e4ltnisse, Kommunikations- und Vertragsbeziehungen und alle sonstigen Beziehungen der betroffenen Personen zur Dritten und ihrer Umwelt\u201c. Also: Alles, was einer bestimmten Stelle an Informationen \u00fcber eine Person vorliegt. Und sei es auch nur als Gespr\u00e4chsvermerk oder Telefonnotiz.<\/p>\n<h2>Einw\u00e4nde m\u00fcssen zur\u00fccktreten<\/h2>\n<p>Geht das nicht zu weit? Nein, so das LG K\u00f6ln. Rechtsmissbr\u00e4uchlich werde das Auskunftsbegehren erst bei \u201eoffenkundig unbegr\u00fcndeten oder &#8211; insbesondere im Fall von h\u00e4ufiger Wiederholung &#8211; exzessiven Antr\u00e4gen einer betroffenen Person\u201c (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/12.html\" title=\"Art. 12 DSGVO: Transparente Information, Kommunikation und Modalit&auml;ten f&uuml;r die Aus&uuml;bung der Rechte der betroffenen Person\">Art. 12 Abs. 5 DSGVO<\/a>). Und auch abweichende branchenspezifische Standards brechen den Auskunftsanspruch nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15 Abs. 1 DSGVO<\/a> nicht; die Krankenkasse hatte sich auf den Code of Conduct der Versicherungswirtschaft zur\u00fcckgezogen, drang damit vor dem LG K\u00f6ln aber nicht durch. Es widerspr\u00e4che dem weit gefassten Begriff der \u201epersonenbezogenen Daten\u201c nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/4.html\" title=\"Art. 4 DSGVO: Begriffsbestimmungen\">Art. 4 DSGVO<\/a>, wenn \u201eVerb\u00e4nde und andere Vereinigungen\u201c nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/40.html\" title=\"Art. 40 DSGVO: Verhaltensregeln\">Art. 40 Abs. 2 DSGVO<\/a> den Auskunftsanspruch gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15 Abs. 1 DSGVO<\/a> eigenm\u00e4chtig begrenzen d\u00fcrften. Eine solche Befugnis sei auch dem <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/40.html\" title=\"Art. 40 DSGVO: Verhaltensregeln\">Art. 40 DSGVO<\/a> nicht zu entnehmen, betonten die Richter.<\/p>\n<h2>Auch Technik ist kein Hinderungsgrund<\/h2>\n<p>Schlie\u00dflich kann sich die Krankenkasse auch nicht darauf zur\u00fcckziehen, dass die Auskunft nur mit gro\u00dfer M\u00fche erteilt werden k\u00f6nne und aufgrund der Vielzahl der Versicherungsnehmer \u201eunverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig\u201c sei. Das LG K\u00f6ln referenziert dazu auf eine unmissverst\u00e4ndliche Entscheidung des OLG K\u00f6ln (OLG K\u00f6ln, Urteil v. 26.7.2019, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=20%20U%2075\/18\" title=\"20 U 75\/18 (4 zugeordnete Entscheidungen)\">20 U 75\/18<\/a>), nach der es einer Einrichtung oder einem Unternehmen, dass sich der elektronischen Datenverarbeitung bedient, obliege \u201ediese im Einklang mit der Rechtsordnung zu organisieren\u201c und daf\u00fcr zu sorgen, \u201edass dem <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/eu-datenschutz-grundverordnung-dsgvo\/\">Datenschutz<\/a> und den sich hieraus ergebenden Rechten Dritter Rechnung getragen wird\u201c.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem LG K\u00f6ln ging es bei einer Klage gegen eine Krankenkasse wieder einmal um die Frage, was sich hinter dem Auskunftsanspruch nach Art. 15 Abs. 1 DSGVO verbirgt. Die Richter betonten in ihrer Entscheidung, dass dieser umfassend zu verstehen sei und sich auch auf Gespr\u00e4chsvermerke und Telefonnotizen beziehe (LG K\u00f6ln, Urteil v. 11.11.2020, Az.: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":74,"featured_media":56075,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[8],"tags":[572,17191,18851],"class_list":["post-56074","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-datenschutzrecht","tag-auskunftsanspruch","tag-dsgvo","tag-telefonvermerke","topic_category-datenschutzrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56074","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/74"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56074"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56074\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56075"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56074"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56074"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56074"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}