{"id":55866,"date":"2020-11-26T06:30:27","date_gmt":"2020-11-26T04:30:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=55866"},"modified":"2020-11-26T19:13:15","modified_gmt":"2020-11-26T17:13:15","slug":"kampf-gegen-fake-accounts-facebook-darf-user-identitaet-pruefen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/social-media-recht\/kampf-gegen-fake-accounts-facebook-darf-user-identitaet-pruefen\/","title":{"rendered":"Kampf gegen Fake-Accounts: Facebook darf User-Identit\u00e4t pr\u00fcfen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_55867\" aria-describedby=\"caption-attachment-55867\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-55867\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/glen-carrie-ra4vJwxnvAo-unsplash-scaled.jpg\" alt=\"Identit\u00e4tspr\u00fcfung durch Facebook\" width=\"480\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/glen-carrie-ra4vJwxnvAo-unsplash-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/glen-carrie-ra4vJwxnvAo-unsplash-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/glen-carrie-ra4vJwxnvAo-unsplash-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/glen-carrie-ra4vJwxnvAo-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/glen-carrie-ra4vJwxnvAo-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/glen-carrie-ra4vJwxnvAo-unsplash-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55867\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Glen Carrie on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Urspr\u00fcnglich war Facebook mal angetreten, eine Kommunikationsm\u00f6glichkeit zwischen Familienmitgliedern sowie (echten) Freunden und Bekannten zu schaffen. <\/em><\/p>\n<p><em>Daraus ist l\u00e4ngst ein milliardenschweres Gesch\u00e4ft geworden, in dem sich auch einige User-Gruppen unsch\u00f6n hervortun. <\/em><em>Mit so genannten Fake-Accounts versuchen sie, die gigantisch gro\u00dfe Facebook-Community auf ihr Angebot aufmerksam zu machen, einfach dadurch, dass sich sich massenhaft als m\u00f6gliche \u201eFreunde\u201c bewerben. <\/em><\/p>\n<p><em>Bei genauer Hinsicht entpuppen sich diese M\u00f6chtegern-\u201eFreunde\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>als Verk\u00e4ufer mehr oder minder dubioser Dienstleistungen.<\/em><\/p>\n<h2>Identit\u00e4tsnachweis ist Mitwirkungshandlung<\/h2>\n<p>Weil es auf die Stimmung der redlichen Nutzer schl\u00e4gt und zudem die zahlenden Werbekunden verunsichert, geht Facebook dagegen vor \u2013 unter Mithilde der Community, die aufgefordert ist, derartiger Fake-Accounts zu \u201emelden\u201c. Zugleich verlangt Facebook bei der Neuanmeldung eines verd\u00e4chtigen Accounts einen Indentit\u00e4tsnachweis. Das darf der Social Media-Riese, wie das LG Frankfurt a.M. entschied (LG Frankfurt a.M., Urteil v. 3.9.2020, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2-03%20O%20282\/19\" title=\"LG Frankfurt\/Main, 03.09.2020 - 3 O 282\/19: Zur K&uuml;ndigung eines Kontos in einem sozialen Netzwe...\">2-03 O 282\/19<\/a>). Mit der Konsequenz, dass Facebook den Account l\u00f6schen darf, weigert sich der User entsprechende Mitwirkungshandlungen vorzunehmen.<\/p>\n<h2>Die Sache mit der Anonymit\u00e4t<\/h2>\n<p>Dabei wird die Anonymit\u00e4t des Users nicht gef\u00e4hrdet, denn die Identit\u00e4tsfeststellung kann auch per Best\u00e4tigungscode erfolgen. Zudem sei nicht die F\u00fchrung des Accounts unter Klarnamen gefordert worden, sondern lediglich der Nachweis gegen\u00fcber Facebook, dass die betreffende Person Inhaberin dieses Kontos ist, das dann selbst auch unter einem Pseudonym gef\u00fchrt werden darf. Ohnehin sei fraglich, so das LG Frankfurt a.M., ob das Recht auf Anonymit\u00e4t nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/TMG\/13.html\" title=\"&sect; 13 TMG: (weggefallen)\">\u00a7 13 Abs. 6 TMG<\/a> im Lichte der verbindlichen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/eu-datenschutz-grundverordnung-dsgvo\/\">DSGVO<\/a> noch gelte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Also: Klarer Sieg f\u00fcr Facebook. Und ein R\u00fcckschlag f\u00fcr alle Fake-Accounts und ihre Freunde.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urspr\u00fcnglich war Facebook mal angetreten, eine Kommunikationsm\u00f6glichkeit zwischen Familienmitgliedern sowie (echten) Freunden und Bekannten zu schaffen. Daraus ist l\u00e4ngst ein milliardenschweres Gesch\u00e4ft geworden, in dem sich auch einige User-Gruppen unsch\u00f6n hervortun. 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