{"id":55857,"date":"2020-11-18T07:51:56","date_gmt":"2020-11-18T05:51:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=55857"},"modified":"2020-11-18T06:52:04","modified_gmt":"2020-11-18T04:52:04","slug":"grosser-erfolg-nachzahlung-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/grosser-erfolg-nachzahlung-moeglich\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfer Erfolg? &#8211; Nachzahlung m\u00f6glich!"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_55859\" aria-describedby=\"caption-attachment-55859\" style=\"width: 521px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-55859 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/victor-larracuente-8-9hqGiqgR4-unsplash-621x414.jpg\" alt=\"Auskunft Nachverg\u00fctung Keinohrhasen\" width=\"521\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/victor-larracuente-8-9hqGiqgR4-unsplash-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/victor-larracuente-8-9hqGiqgR4-unsplash-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/victor-larracuente-8-9hqGiqgR4-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/victor-larracuente-8-9hqGiqgR4-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/victor-larracuente-8-9hqGiqgR4-unsplash-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 521px) 100vw, 521px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55859\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Victor Larracuente on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><i>Man stelle sich das vor: Man schreibt ein Buch f\u00fcr einen Film, erh\u00e4lt daf\u00fcr ein Autorenhonorar und ist damit aus dem Filmprojekt entlassen. <\/i><\/p>\n<p><i>Der Film selbst wird dann \u2013 entgegen aller Prognosen \u2013 ein Kassenschlager. <\/i><\/p>\n<p><i>Das Geld geht an die Produzenten, man selbst geht leer aus. Zu Recht?<\/i><\/p>\n<p>Nicht immer. Das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht\/\">Urheberrecht<\/a> gibt den Autoren, die ja nicht unwesentlich an der G\u00fcte (und damit auch an der Grundlage des Erfolgs) eines Films beteiligt sind, die M\u00f6glichkeit einer Nachforderung. Denn es gibt den <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/32a.html\" title=\"&sect; 32a UrhG: Weitere Beteiligung des Urhebers\">\u00a7 32a UrhG<\/a>, der darauf gerichtet ist, eine urspr\u00fcnglich angemessene Verg\u00fctung bei \u00fcberdurchschnittlichem Erfolg nachtr\u00e4glich anzupassen.<\/p>\n<h2>Drehbuchautorin will mehr<\/h2>\n<p>Eine Autorin, die an den Drehb\u00fcchern zu den Filmen \u201eKeinohrhasen\u201c (Einspielergebnis: 60 Millionen Euro) und \u201eZweiohrk\u00fcken\u201c (in Deutschland \u00fcber vier Millionen Kinobesucher) mitwirkte, will auf Grundlage dieses <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/32a.html\" title=\"&sect; 32a UrhG: Weitere Beteiligung des Urhebers\">\u00a7 32a UrhG<\/a> am gro\u00dfen Erfolg der Projekte beteiligt werden. Dazu m\u00fcsste sie jedoch nachweisen, dass ihr Honorar f\u00fcr das Drehbuch und der sp\u00e4tere Ertrag aus den Filmen in einem drastischen Missverh\u00e4ltnis stehen. Dieser Nachweis gelingt nur, wenn sie die genauen Zahlen kennt.<\/p>\n<h2>Zweistufiges Verfahren<\/h2>\n<p>Genau darum ging es nun in einem Verfahren vor dem Landgericht Berlin: Die Autorin begehrte im Rahmen einer Stufenklage zun\u00e4chst Auskunft von der Produktionsfirma und Rechteinhaberin der beiden Filme zum finanziellen Erfolg, um dann m\u00f6glicherweise die Zahlung eines Nachtrags zu erstreiten. Die Stufenklage soll ihr also die M\u00f6glichkeit geben, zun\u00e4chst die grundlegenden Fakten zu erfahren, um danach zu entscheiden, ob es gerechtfertigt ist (und ob es sich \u00fcberhaupt lohnt), die nachtr\u00e4gliche Anpassung ihres Honorars zu verlangen.<\/p>\n<h2>Verj\u00e4hrungseinwand nicht relevant<\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst ging es also nur darum, ob die Autorin der Drehb\u00fccher einen Auskunftsanspruch hat. Das LG Berlin bejahte dies in seiner Entscheidung (LG Berlin, Urteil v. 27.10.2020, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=15%20O%20296\/18\" title=\"15 O 296\/18 (4 zugeordnete Entscheidungen)\">15 O 296\/18<\/a>), weil auf Grund des \u00fcberdurchschnittlichen Erfolgs der beiden Filme Anhaltspunkte f\u00fcr einen m\u00f6glichen Anspruch der Autorin auf weitere Beteiligung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/32a.html\" title=\"&sect; 32a UrhG: Weitere Beteiligung des Urhebers\">\u00a7 32a UrhG<\/a> best\u00fcnden.<\/p>\n<h2>Urteil noch nicht rechtskr\u00e4ftig<\/h2>\n<p>Auf Stufe 1 des Verfahrens spielte der Einwand der Produktionsfirma, die Sache sei verj\u00e4hrt, keine Rolle, da sich der Auskunftsanspruch auch auf Daten aus verj\u00e4hrter Zeit erstrecke, weil diese ebenfalls \u2013 dann auf Stufe 2 \u2013 von der Autorin vorgetragen werden m\u00fcssen. Ob es dazu kommt, wird sich zeigen \u2013 das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig, die Berufung beim Kammergericht m\u00f6glich.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man stelle sich das vor: Man schreibt ein Buch f\u00fcr einen Film, erh\u00e4lt daf\u00fcr ein Autorenhonorar und ist damit aus dem Filmprojekt entlassen. Der Film selbst wird dann \u2013 entgegen aller Prognosen \u2013 ein Kassenschlager. 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