{"id":55654,"date":"2020-10-27T16:26:12","date_gmt":"2020-10-27T14:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=55654"},"modified":"2020-11-02T16:46:27","modified_gmt":"2020-11-02T14:46:27","slug":"rechtswidrige-meldung-bafin-muss-kosten-tragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/pressemitteilungen\/rechtswidrige-meldung-bafin-muss-kosten-tragen\/","title":{"rendered":"VG Frankfurt entscheidet in der Hauptsache: BaFin-Meldung war rechtswidrig"},"content":{"rendered":"<p><i><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-51974\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/BaFin.png\" alt=\"\" width=\"455\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/BaFin.png 500w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/BaFin-345x207.png 345w\" sizes=\"(max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><\/i><i>Das\u00a0Verwaltungsgericht\u00a0Frankfurt hatte im Wege\u00a0einer einstweiligen Anordnung die BaFin dazu verpflichtet, eine unter der Rubrik \u201cUnerlaubte Gesch\u00e4fte\u201d\u00a0ver\u00f6ffentlichte, rechtswidrige\u00a0Meldung \u00fcber ein\u00a0Krypto-Unternehmen zu entfernen (VG Frankfurt, Beschluss v. 11.5.2020, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=7%20L%20452\/20\" title=\"VG Frankfurt\/Main, 11.05.2020 - 7 L 452\/20: BaFin muss &quot;Warnmeldung&quot; l&ouml;schen\">7 L 452\/20<\/a>.F).\u00a0<\/i><\/p>\n<p><i>Das Gericht hat\u00a0jetzt auch die Hauptsache\u00a0zugunsten des betroffenen Unternehmens entschieden und nach Erledigung des Verfahrens die Kosten der BaFin auferlegt.<\/i><\/p>\n<h2>BaFin ver\u00f6ffentlichte rechtswidrige Meldung<\/h2>\n<p>Wir hatten bereits <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/pressemitteilungen\/bafin-muss-meldung-loeschen\/?preview_id=53588&amp;preview_nonce=ea794bca99&amp;_thumbnail_id=51974&amp;preview=true\">hier<\/a> dar\u00fcber berichtet: Die BaFin hatte auf ihrer Internetseite \u00f6ffentlich behauptet, dass ein Unternehmen kein nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KWG\/32.html\" title=\"&sect; 32 KWG: Erlaubnis\">\u00a7 32 KWG<\/a> und \u00a7 10 ZAG zugelassenes Institut sei und keine Erlaubnis zum Betreiben dieser Gesch\u00e4fte in der Bundesrepublik Deutschland habe. Die BaFin hatte daf\u00fcr jedoch keine Rechtsgrundlage. Sie hatte das Unternehmen auch nicht, wozu sie verpflichtet gewesen w\u00e4re, vorher ordnungsgem\u00e4\u00df angeh\u00f6rt.<\/p>\n<h2>Die BaFin versuchte, gerichtlicher Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt durch L\u00f6schung zuvorkommen<\/h2>\n<p>Das betroffene Unternehmen reichte daher mit Unterst\u00fctzung von LHR beim Verwaltungsgericht Frankfurt gegen die BaFin Klage auf Entfernung der Meldung ein und stellte einen Antrag auf einstweilige Anordnung (VG Frankfurt, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=7%20L%20452\/20\" title=\"VG Frankfurt\/Main, 11.05.2020 - 7 L 452\/20: BaFin muss &quot;Warnmeldung&quot; l&ouml;schen\">7 L 452\/20<\/a>. F). Die BaFin l\u00f6schte die Meldung unter dem Druck der gerichtlichen Schritte daraufhin umgehend. Damit wollte man offenbar eine\u00a0Entscheidung des Verwaltungsgerichts in der Sache verhindern.\u00a0Wir berichteten hier:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/pressemitteilungen\/krypto-unternehmen-geht-gegen-bafin-vor\"><strong>Krypto-Unternehmen geht mit LHR erfolgreich gegen BaFin-Meldung vor<\/strong><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser Schachzug f\u00fchrte gl\u00fccklicherweise jedoch nicht zum von der BaFin gew\u00fcnschten Erfolg. Aus nachvollziehbaren Gr\u00fcnden h\u00e4tte man dort nat\u00fcrlich eine Sachentscheidung des Gerichts gerne verhindert. Nicht zuletzt, weil die Verantwortlichen zwar die die Meldung von ihrer urspr\u00fcnglichen Ver\u00f6ffentlichungsstelle entfernt hatten, sie jedoch im sogenannten &#8220;BaFin-Journal&#8221; weiter \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich machten und sich weigerten, sie auch dort zu entfernen, musste das Verwaltungsgericht schlie\u00dflich entscheiden.<\/p>\n<h2>Verwaltungsgericht Frankfurt ordnet umgehende Entfernung der Meldung an<\/h2>\n<p>Das Verwaltungsgerichts Frankfurt fand f\u00fcr die Meldung der BaFin deutliche Worte und ordnete per einstweiliger Verf\u00fcgung vom 11.5.2020 an, dass die BaFin die betreffende Meldung umgehend und vollst\u00e4ndig von Ihrer Webseite zu entfernen hat (VG Frankfurt, Beschluss v. 11.5.2020, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=7%20L%20452\/20\" title=\"VG Frankfurt\/Main, 11.05.2020 - 7 L 452\/20: BaFin muss &quot;Warnmeldung&quot; l&ouml;schen\">7 L 452\/20<\/a>.F), da es sich dabei um eine rechtswidrige, anprangernde und rufsch\u00e4digende Ma\u00dfnahme handelte, f\u00fcr die keinerlei Erm\u00e4chtigungsgrundlage ersichtlich ist.<\/p>\n<h2>VG Frankfurt best\u00e4tigt Rechtswidrigkeit der Meldung auch in der Hauptsache<\/h2>\n<p>Nachdem die BaFin nun endlich auch die Meldung aus ihrem &#8220;BaFin-Journal&#8221; entfernt hatte, konnte der Rechtsstreit auch in der Sache f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt werden. Dieser Erledigungskl\u00e4rung schloss sich die BaFin zwar an, sie weigerte sich jedoch nach wie vor die Konsequenzen f\u00fcr ihr rechtswidriges Handeln zu tragen und wenigstens die Kosten des durch sie verursachten Verfahrens zu \u00fcbernehmen. Diese musste ihr daher vom VG Frankfurt per Beschluss auferlegt werden\u00a0(VG Frankfurt, Beschluss v. 15.9.2020, Az. 7 K 455\/20.F).<\/p>\n<p>Rechtsanwalt Arno Lampmann von der Kanzlei LHR:<\/p>\n<blockquote><p>Die ausf\u00fchrlich und sorgf\u00e4ltig begr\u00fcndete Entscheidung des Verwaltungsgerichts zeigt einmal wieder: Die BaFin ist als Beh\u00f6rde an Recht und Gesetz gebunden. Sie darf nur das tun, was ihr vom Gesetz explizit erlaubt wird. Der vermeintlich gute Zweck heiligt auch beim Verbraucherschutz die Mittel nicht. Zumal \u00f6ffentliche Meldungen die gew\u00fcnschte Wirkung nicht verfehlen und gro\u00dfen Schaden anrichten, der \u2013 wenn diese rechtswidrig sind \u2013 letztlich vom Steuerzahler und damit wieder von dem Verbraucher bezahlt werden muss, den man eigentlich sch\u00fctzen sollte.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>(Offenlegung: LHR hat die Antragstellerin vertreten)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das\u00a0Verwaltungsgericht\u00a0Frankfurt hatte im Wege\u00a0einer einstweiligen Anordnung die BaFin dazu verpflichtet, eine unter der Rubrik \u201cUnerlaubte Gesch\u00e4fte\u201d\u00a0ver\u00f6ffentlichte, rechtswidrige\u00a0Meldung \u00fcber ein\u00a0Krypto-Unternehmen zu entfernen (VG Frankfurt, Beschluss v. 11.5.2020, Az. 7 L 452\/20.F).\u00a0 Das Gericht hat\u00a0jetzt auch die Hauptsache\u00a0zugunsten des betroffenen Unternehmens entschieden und nach Erledigung des Verfahrens die Kosten der BaFin auferlegt. BaFin ver\u00f6ffentlichte rechtswidrige Meldung Wir [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":51974,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[13,1156],"tags":[688,17506,18634],"class_list":["post-55654","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht","category-pressemitteilungen","tag-rechtswidrig","tag-bafin","tag-warnmeldung","topic_category-medienrecht-persoenlichkeitsrecht","topic_category-reputationsmanagement"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55654"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55654\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51974"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}