{"id":55642,"date":"2020-10-28T07:51:21","date_gmt":"2020-10-28T05:51:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=55642"},"modified":"2020-10-27T18:51:50","modified_gmt":"2020-10-27T16:51:50","slug":"virtuell-trifft-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/virtuell-trifft-realitaet\/","title":{"rendered":"Virtuell trifft Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_55644\" aria-describedby=\"caption-attachment-55644\" style=\"width: 438px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-55644\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/markus-winkler-F20a488uCAI-unsplash-scaled.jpg\" alt=\"Online-Attest Corona\" width=\"438\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/markus-winkler-F20a488uCAI-unsplash-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/markus-winkler-F20a488uCAI-unsplash-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/markus-winkler-F20a488uCAI-unsplash-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/markus-winkler-F20a488uCAI-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/markus-winkler-F20a488uCAI-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/markus-winkler-F20a488uCAI-unsplash-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55644\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Markus Winkler on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><i>Die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/arbeitsrecht-geschaeftsgeheimnisse-know-how\/coronavirus-faq-die-wichtigsten-fragen\/\">Corona<\/a>-Pandemie hat die Online-Welt befl\u00fcgelt. Man kann es aber auch \u00fcbertreiben. Nach Fernbehandlung routinem\u00e4\u00dfig Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung per WhatsApp anzubieten, ist ein<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Wettbewerbsversto\u00df, so das Landgericht Hamburg.<\/i><\/p>\n<p>Die Frage, ob eine Person arbeitsf\u00e4hig ist oder nicht, entscheidet sich f\u00fcr einen Arzt normalerweise nach einer Untersuchung. Daf\u00fcr muss er die betreffende Person zumindest sehen, oft auch eingehender k\u00f6rperlich begutachten, mit Hilfe moderner Technik Messungen vornehmen usw. Man kennt das. Vorher muss man daf\u00fcr im Wartezimmer sitzen und alte Illustrierte durchbl\u00e4ttern \u2013 Patient kommt von <i>patientia<\/i> und das hei\u00dft u.a. \u201eGeduld\u201c.<\/p>\n<h2>Virtuelle Beratung ersetzt den Realit\u00e4tscheck nicht<\/h2>\n<p>In Zeiten des Internet (und verst\u00e4rkt durch die Corona-Pandemie) haben sich medizinische Online-Beratungsangebote etabliert. Diese ersetzen den Besuch beim Arzt jedoch nicht, weder in der Sache \u2013 das Stellen einer genauen Diagnose mit zur Person passenden Therapie \u2013 noch in den arbeitsrechtlichen Belangen einer n\u00f6tigen Krankschreibung, wenn diese \u00fcber den Einzelfall hinaus regelm\u00e4\u00dfig ausgestellt wird. Das u.a. auch aus Gr\u00fcnden des lauteren Wettbewerbs.<\/p>\n<h2>LG Hamburg: AU-Scheine per WhatsApp wettbewerbswidrig<\/h2>\n<p>Das LG Hamburg hat dazu festgestellt, dass ein Online-Angebot zur Ausstellung von Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigungen per WhatsApp im Rahmen einer Fernbehandlung wettbewerbswidrig ist, weil es mit der \u00e4rztlichen Sorgfalt nicht vereinbar ist, dass der Arzt grunds\u00e4tzlich auf den pers\u00f6nlichen Kontakt mit dem Patienten verzichtet (LG Hamburg, Urteil v. 21.7.2020, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=406%20HKO%20162\/19\" title=\"LG Hamburg, 21.07.2020 - 406 HKO 162\/19: Online-Angebot Arbeitsunf&auml;higkeits-Scheine per WhatsAp...\">406 HKO 162\/19<\/a>).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Corona-Ausnahme nicht zur Regel machen<\/h2>\n<p>Die Attestierung einer Arbeitsunf\u00e4higkeit setze nach Ansicht der Richter zuverl\u00e4ssige Feststellungen durch den Arzt voraus, die nur durch einen pers\u00f6nlichen Kontakt m\u00f6glich seien. Die zeitlich begrenzte Ausnahmeregelung w\u00e4hrend der ersten Hochphase der Corona-Pandemie im Fr\u00fchjahr \u00e4ndere an diesem Grundsatz nichts, so das LG Hamburg, sie zeige vielmehr dessen Bedeutung.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Pandemie hat die Online-Welt befl\u00fcgelt. Man kann es aber auch \u00fcbertreiben. 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