{"id":55508,"date":"2020-10-20T07:01:30","date_gmt":"2020-10-20T05:01:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=55508"},"modified":"2020-10-19T02:03:50","modified_gmt":"2020-10-19T00:03:50","slug":"kug-und-dsgvo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/datenschutzrecht\/kug-und-dsgvo\/","title":{"rendered":"BGH: Das KUG ist auch nach Geltung der DSGVO anwendbar"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_55558\" aria-describedby=\"caption-attachment-55558\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-55558\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/dsgvo-3958460_1280-621x414.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/dsgvo-3958460_1280-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/dsgvo-3958460_1280-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/dsgvo-3958460_1280-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/dsgvo-3958460_1280.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55558\" class=\"wp-caption-text\">Bild von Andreas Breitling auf Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/bundesgerichtshof\/\">Bundesgerichtshof<\/a> hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass die \u00a7\u00a7 22 und 23 des <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">Kunsturhebergesetzes<\/a> (KUG) auch nach Inkrafttreten der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/eu-datenschutz-grundverordnung-dsgvo\/\">Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)<\/a> weiterhin gelten. <\/em><\/p>\n<p><em>Die Vorschriften legen fest, dass bei der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/bilderklau-fotoklau\/\">Ablichtung<\/a> von Personen f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung im Allgemeinen deren Zustimmung eingeholt werden muss. Insofern entfalten die Regelungen unter anderem f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/presserecht\/\">Presseberichterstattung<\/a> im <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/it-recht\/\">Internet<\/a> Bedeutung.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<h2>BILD berichtet per Bild<\/h2>\n<p>Die inzwischen nicht mehr allzu &#8220;neue&#8221; <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/eu-datenschutz-grundverordnung-dsgvo\/\">Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)<\/a> ist bereits seit Mai 2018 in Kraft. Die Reform des europaweiten <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/\">Datenschutzes<\/a> zieht mancherorts selbstredend die Ab\u00e4nderung und auch Abschaffung nationaler <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/\">Datenschutzgesetze<\/a> nach sich. Der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/bundesgerichtshof\/\">Bundesgerichtshof<\/a> hat nun entschieden, dass die \u00a7\u00a7 22 und 23 des <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">Kunsturhebergesetzes<\/a> (KUG) auch weiterhin in bestimmten Konsellationen Anwendung finden.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt des Urteils war die Berichterstattung eines <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/presserecht\/\">Presseunternehmens<\/a> \u00fcber das gerichtliches Scheidungsverfahren eines deutschen Promip\u00e4rchens im <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/it-recht\/\">Internet<\/a>. Im Einzelnen waren auf der Webseite des Boulevardblatts &#8220;Bild&#8221; <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/bilderklau-fotoklau\/\">Fotos<\/a> der damaligen Ehepartner vor dem Amtsgericht am Verhandlungstag ver\u00f6ffentlicht worden. Darunter wurde in <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/sportrecht\/verfolgung-unzulaessiger-wort-und-bildberichterstattung\/\">Textform<\/a> der Werdegang der Ehe und Scheidung kurz dargestellt. Gegen jene Berichterstattung ging die betroffene Gemahlin vor, und erhob letztlich <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/klage\/\">Klage<\/a> vor dem K\u00f6lner <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/lg-landgericht\/\">Landgericht<\/a>.<\/p>\n<p>Der Rechtsstreit wurde letztinstantzlich nun vor dem <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/bundesgerichtshof\/\">Bundesgerichtshof<\/a> entschieden. W\u00e4hrend das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/lg-landgericht\/\">Landgericht<\/a> noch sowohl die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/bilderklau-fotoklau\/\">Bild<\/a>&#8211; als auch die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/sportrecht\/verfolgung-unzulaessiger-wort-und-bildberichterstattung\/\">Wortberichterstattung<\/a> als unzul\u00e4ssig angesehen hatte (<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/lg-landgericht\/\">LG<\/a> K\u00f6ln, Urteil v. 10.10.2018, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=28%20O%20137\/18\" title=\"LG K&ouml;ln, 10.10.2018 - 28 O 137\/18\">28 O 137\/18<\/a>), kamen die Richter am <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/olg-oberlandesgericht\/\">OLG<\/a> K\u00f6ln in der Berufung zu dem Ergebnis, dass nur die ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/bilderklau-fotoklau\/\">Fotos<\/a> Grund zur Beanstandung lieferten (<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/olg-oberlandesgericht\/\">OLG<\/a> K\u00f6ln, Urteil v. 28.05.2019, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=15%20U%20197\/18\" title=\"OLG K&ouml;ln, 28.05.2019 - 15 U 197\/18\">15 U 197\/18<\/a>). Dieser Auffassung schlo\u00df sich der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/bundesgerichtshof\/\">Bundesgerichtshof<\/a> in der Revision nun an (<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/bundesgerichtshof\/\">BGH<\/a>, Urteil v. 07.07.2020, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20250\/19\" title=\"BGH, 07.07.2020 - VI ZR 250\/19: Rechtsstreit um die Zul&auml;ssigkeit einer Wort- und Bildberichters...\">VI ZR 250\/19<\/a>).<\/p>\n<h2>Zeitgeschehnisse in (der) Bild und Text?<\/h2>\n<p>Die Richter in Karlsruhe argumentierten auf gleiche Weise wie der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/olg-oberlandesgericht\/\">Senat<\/a> in K\u00f6ln. Die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/sportrecht\/verfolgung-unzulaessiger-wort-und-bildberichterstattung\/\">Wortberichterstattung<\/a> betreffe hier lediglich die Sozialsph\u00e4re der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/klage\/\">Kl\u00e4gerin<\/a>. Grunds\u00e4tzlich wird bei Verletzungen des <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/postmortales-persoenlichkeitsrecht\/\">Pers\u00f6nlichkeitsrechts<\/a> nach drei Sph\u00e4ren unterschieden: Der benannten Sozialsph\u00e4re, bei der Eingriffe oftmals hinzunehmen sind, da hier &#8220;nur&#8221; der Bereich der Teilnahme am \u00f6ffentlichen Leben umfasst ist. Weit st\u00e4rker sch\u00fctzenswert ist auf zweiter Ebene die Privatsph\u00e4re. Hierzu geh\u00f6rt der engste Freundes- und Familienkreis, in dem sich die betreffende Person bewegt. Schlichtweg unantastbar ist die Intimsph\u00e4re, hierunter fallen unter anderem Tagebucheintr\u00e4ge und \u00e4hnliches. Eingriffe in diese Sph\u00e4re k\u00f6nnen niemals gerechtfertigt werden.<\/p>\n<p>Die Mitteilung unstreitig wahrer Tatsachen in geschriebener Form aus der Sozialph\u00e4re sei nicht zu beanstanden, da sie nicht mit schwerwiegenden Auswirkungen auf das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/category\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/\">Pers\u00f6nlichkeitsrecht<\/a> der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/klage\/\">Kl\u00e4gerin<\/a> verbunden sei. Selbst wenn man zu Gunsten der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/klage\/\">Kl\u00e4gerin<\/a> davon ausgehe, dass die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/presserecht\/\">Berichterstattung<\/a> \u00fcber die Scheidung beziehungsweise die Ehedauer der (\u00e4u\u00dferen) Privatsph\u00e4re zuzuordnen sei, liege ein \u00f6ffentliches Informationsinteresse vor, welches bei Abw\u00e4gung mit der Beeintr\u00e4chtigung der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/klage\/\">Kl\u00e4gerin<\/a> durch die Mitteilung der Informationen \u00fcber den amtsgerichtlichen Termin ihre <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/postmortales-persoenlichkeitsrecht\/\">pers\u00f6nlichkeitsrechtlichen<\/a> Belange \u00fcberwiege.<\/p>\n<p>Anders verhalte es sich allerdings mit der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/bilderklau-fotoklau\/\">Bildberichterstattung<\/a>, so der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/bundesgerichtshof\/\">BGH<\/a>. Die gezeigten <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/bilderklau-fotoklau\/\">Fotos<\/a> verstie\u00dfen gegen <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\" title=\"&sect; 22 KunstUrhG\">\u00a7 22<\/a> des Kunsturhebergesetzes. Die Vorschrift legt fest, dass <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/recht-am-eigenen-bild\/\">Bildnisse<\/a> nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder \u00f6ffentlich zur Schau gestellt werden d\u00fcrfen. Hiervon existieren allerdings Ausnahmen, welche in \u00a7 23 <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">KUG<\/a> normiert sind. Hier hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>(1) Ohne die nach \u00a7 22 erforderliche Einwilligung d\u00fcrfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:<\/p><\/blockquote>\n<dl>\n<dt>\n<blockquote><p>1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;<\/p><\/blockquote>\n<\/dt>\n<dt>\n<blockquote><p>2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen \u00d6rtlichkeit erscheinen;<\/p><\/blockquote>\n<\/dt>\n<dt>\n<blockquote><p>3. Bilder von Versammlungen, Aufz\u00fcgen und \u00e4hnlichen Vorg\u00e4ngen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;<\/p><\/blockquote>\n<\/dt>\n<dt>\n<blockquote><p>4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem h\u00f6heren Interesse der Kunst dient.<\/p><\/blockquote>\n<p>In seiner Urteilsbegr\u00fcndung ging der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/bundesgerichtshof\/\">BGH<\/a> auf die Frage ein, inwiefern es sich unter Umst\u00e4nden um ein <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/recht-am-eigenen-bild\/\">Bildnis<\/a> aus dem Bereich der Zeitgeschichte handeln k\u00f6nne. Wann das im Einzelnen der Fall ist, ist durchaus schwer zu beantworten. Wie so oft kommt es auf die Umst\u00e4nde des Einzelfalls an, ausschlaggebend ist freilich der Begriff der Zeitgeschichte. Der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/bundesgerichtshof\/\">BGH<\/a> hat in \u00e4lteren Entscheidungen hierzu diverse \u00c4u\u00dferungen getroffen. So umfasse die Bezeichnung &#8220;alle Fragen von allgemeinem gesellschaftlichem Interesse&#8221;, sowie \u201ealle Erscheinungen im Leben der Gegenwart, die von der \u00d6ffentlichkeit beachtet werden, bei ihr Aufmerksamkeit finden und Gegenstand der Teilnahme oder Wissbegier weiter Kreise sind\u201c. In diesem Zusammenhang sei stets eine interessengerechte Abw\u00e4gung zwischen dem Interesse der \u00d6ffentlichkeit einerseits und den <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/postmortales-persoenlichkeitsrecht\/\">Pers\u00f6nlichkeitsrechten<\/a> der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/recht-am-eigenen-bild\/\">abgebildeten<\/a> Personen andererseits vorzunehmen.<\/p>\n<p>Und eben im Rahmen einer solchen m\u00fcssten die Rechte des betroffenen Paares zur\u00fccktreten. Denn auch wenn die Scheidung an sich &#8211; also ohne n\u00e4here Detailangaben &#8211; zur Sozialsph\u00e4re der Betroffenen z\u00e4hle und die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/klage\/\">Kl\u00e4gerin<\/a> prominent sei, fehle es vorliegend an einem hinreichenden Informationsinteresse f\u00fcr eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/recht-am-eigenen-bild\/\">Bildberichterstattung<\/a>. Dar\u00fcber hinaus vermittelten die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/recht-am-eigenen-bild\/\">Fotografien<\/a> einen hilflosen Eindruck der Betroffenen, da sie sich in einer Situation bef\u00e4nden, in welcher fremde &#8220;Zaung\u00e4ste&#8221; gerne vermieden werden.<\/p>\n<h2><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/eu-datenschutz-grundverordnung-dsgvo\/\">DSGVO<\/a> sperrt Vorschriften im <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">KUG<\/a> nicht<\/h2>\n<p>Schlie\u00dflich \u00e4u\u00dferte sich der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/verhandlungstrategie-prozesstaktik\/bundesgerichtshof\/\">Bundesgerichtshof<\/a> auch zu der Frage, inwiefern die entscheidenden Vorschriften der <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\" title=\"&sect; 22 KunstUrhG\">\u00a7\u00a7 22<\/a> und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/23.html\" title=\"&sect; 23 KunstUrhG\">23 KUG<\/a> im Lichte der geltenden <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/eu-datenschutz-grundverordnung-dsgvo\/\">Datenschutzgrundverordnung<\/a> noch zur Anwendung kommen. Im hier betroffenen journalistischen Bereich sei dies aber aufgrund der \u00d6ffnungsklausel des Art. 85 gegeben. Diese besagt, dass <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/\">Datenverarbeitungen<\/a> zu journalistischen Zwecken durch die Anbieter von Telemedien von den die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/\">Datenverarbeitung<\/a> betreffenden Vorschriften in Art. 6 und Art. 7 <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/eu-datenschutz-grundverordnung-dsgvo\/\">DSGVO<\/a> durch nationale Regelungen ausgenommen werden. Die \u00a7\u00a7 22 und 23 <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\/\">KUG<\/a> seien im Hinblick auf die Beurteilung der Zul\u00e4ssigkeit von Bildver\u00f6ffentlichungen im journalistischen Bereich als die \u00d6ffnungsklausel des Art. 85 <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/datenschutzrecht\/eu-datenschutz-grundverordnung-dsgvo\/\">DSGVO<\/a> ausf\u00fcllende Gesetze anzusehen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Mit <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/recht-am-eigenen-bild\/\">Aufnahmen<\/a> fremder Personen sollte grunds\u00e4tzlich vorsichtig umgegangen werden &#8211; ohne eine Zustimmung oder eine der in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/23.html\" title=\"&sect; 23 KunstUrhG\">\u00a7 23 KUG<\/a> genannten Ausnahmen stehen dem Abgelichteten Unterlassungs- und unter Umst\u00e4nden auch <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/schadensersatz\/\">Schadensersatzanspr\u00fcche<\/a> zu. Sollten Sie im umgekehrten Fall einmal derartige Verletzungen Ihrer <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/postmortales-persoenlichkeitsrecht\/\">Pers\u00f6nlichkeitsrechte<\/a> &#8211; in welcher Form auch immer &#8211; aus der Welt geschafft sehen wollen, finden Sie hier Abhilfe:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/verfolgung-von-verstoessen-gegen-das-persoenlichkeitsrecht-im-internet\/\">Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverst\u00f6\u00dfe im Internet verfolgen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/dt>\n<\/dl>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass die \u00a7\u00a7 22 und 23 des Kunsturhebergesetzes (KUG) auch nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) weiterhin gelten. Die Vorschriften legen fest, dass bei der Ablichtung von Personen f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung im Allgemeinen deren Zustimmung eingeholt werden muss. 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