{"id":55345,"date":"2020-10-08T07:07:35","date_gmt":"2020-10-08T05:07:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=55345"},"modified":"2020-10-08T04:08:17","modified_gmt":"2020-10-08T02:08:17","slug":"was-kostet-das-bild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/was-kostet-das-bild\/","title":{"rendered":"Was kostet das Bild?"},"content":{"rendered":"<div>\n<figure id=\"attachment_55346\" aria-describedby=\"caption-attachment-55346\" style=\"width: 559px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-55346 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/alexander-wang-KjyrxSHwqTg-unsplash-622x414.jpg\" alt=\"Verg\u00fctung freiberuflicher Fotografen\" width=\"559\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/alexander-wang-KjyrxSHwqTg-unsplash-622x414.jpg 622w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/alexander-wang-KjyrxSHwqTg-unsplash-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/alexander-wang-KjyrxSHwqTg-unsplash-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/alexander-wang-KjyrxSHwqTg-unsplash-1536x1022.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/alexander-wang-KjyrxSHwqTg-unsplash-2048x1363.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 559px) 100vw, 559px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55346\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Alexander Wang on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"Textbody\"><em>Freiberufliche T\u00e4tigkeiten geben dem, der sie aus\u00fcbt, mehr Freiheiten in der Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsumfang als bei einer Festanstellung. <\/em><em>Das sind gegen\u00fcber einem Angestelltenverh\u00e4ltnis nicht zu leugnende Vorteile. <\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\"><em>Die Sache hat jedoch einen Haken: Das Arbeitsentgelt unterliegt einer gewissen Unsicherheit, die Bezahlung ist zudem der H\u00f6he nach nicht festgelegt, sondern Verhandlungssache. Bei dieser Verhandlung setzt sich meist derjenige durch, der sich in der besseren Marktposition befindet. <\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\"><em>Das ist in den seltensten F\u00e4llen der Freiberufler.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Freiheit und Unsicherheit<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Freiheit auf der einen, Unsicherheit auf der anderen Seite \u2013 Alltag vieler Freiberufler. Um die Unsicherheit nicht allzu gro\u00df werden zu lassen, orientieren sich die Honorare oft an den Eink\u00fcnften, die festangestellt T\u00e4tige bei vergleichbaren Leistungen erwarten d\u00fcrfen. Dass dies auch f\u00fcr die Nutzungs- und Verwertungsrechten an Bildern gilt, die von freiberuflichen Fotografen geschossen wurden, hat der Bundesgerichtshof entschieden (BGH, Urteil v. 23.7.2020, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20114\/19\" title=\"BGH, 23.07.2020 - I ZR 114\/19: Angemessenheit einer zwischen einer Fotoagentur und einem freibe...\">I ZR 114\/19<\/a>).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Geregelte Verg\u00fctung<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Demnach gilt, dass bei der Frage, welche Verg\u00fctung f\u00fcr die Einr\u00e4umung von Nutzungs- und Verwertungsrechten an Bildern von freiberuflich t\u00e4tigen Fotografen angemessen ist, die Gemeinsamen Verg\u00fctungsregelungen f\u00fcr freie hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen (GVR Tageszeitungen) sowie der Tarifvertrag f\u00fcr arbeitnehmer\u00e4hnliche freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen vom 24. November 2008 herangezogen werden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">F\u00fcr freie oder feste Fotografen kann die Verg\u00fctung seitens der Fotoagentur deswegen \u00e4hnlich ausfallen, weil die Interessenlage hinreichend vergleichbar sei, so der BGH. Es kommt also nicht darauf an, ob die Gemeinsamen Verg\u00fctungsregelungen und\/oder der Tarifvertrag tats\u00e4chlich gelten (das ist ja bei Freiberuflern nicht der Fall), sondern ob die T\u00e4tigkeit des freien Fotografen dem entspricht, was mit den genannten arbeitsrechtlichen Vereinbarungen f\u00fcr die festangestellten Kollegen geregelt wurde: Die Lieferung von Bildern f\u00fcr die Agentur nach Auftrag.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"Textbody\">Wichtiger Schritt in die richtige Richtung<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"Textbody\">Hier eine verbindliche Orientierung zu geben, um eine angemessene Bezahlung zu erm\u00f6glichen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn immer mehr wird im Bereich des Journalismus (nicht nur bei den Fotografen, sondern auch bei denen, die Texte in unterschiedlichsten Formen liefern) im Rahmen \u201efreier\u201c Mitarbeit organisiert. Das sollte nicht bedeuten: Frei von fairer Entgeltung der Leistung. Das dankenswerter Weise klarzustellen, ist der bleibende Wert des BGH-Urteils.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freiberufliche T\u00e4tigkeiten geben dem, der sie aus\u00fcbt, mehr Freiheiten in der Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsumfang als bei einer Festanstellung. Das sind gegen\u00fcber einem Angestelltenverh\u00e4ltnis nicht zu leugnende Vorteile. Die Sache hat jedoch einen Haken: Das Arbeitsentgelt unterliegt einer gewissen Unsicherheit, die Bezahlung ist zudem der H\u00f6he nach nicht festgelegt, sondern Verhandlungssache. 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