{"id":55257,"date":"2020-10-05T07:48:04","date_gmt":"2020-10-05T05:48:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=55257"},"modified":"2020-10-05T21:05:49","modified_gmt":"2020-10-05T19:05:49","slug":"influencer-werbende-hinweise-sind-zu-kennzeichnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/social-media-recht\/influencer-werbende-hinweise-sind-zu-kennzeichnen\/","title":{"rendered":"OLG Karlsruhe zu Influencern: Werbende Hinweise sind zu kennzeichnen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_55259\" aria-describedby=\"caption-attachment-55259\" style=\"width: 445px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-55259\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/solen-feyissa-KWZa42a1kds-unsplash-scaled.jpg\" alt=\"Pamela Reif Schleichwerbung\" width=\"445\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/solen-feyissa-KWZa42a1kds-unsplash-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/solen-feyissa-KWZa42a1kds-unsplash-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/solen-feyissa-KWZa42a1kds-unsplash-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/solen-feyissa-KWZa42a1kds-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/solen-feyissa-KWZa42a1kds-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/solen-feyissa-KWZa42a1kds-unsplash-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 445px) 100vw, 445px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55259\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Solen Feyissa on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Der Hinweis auf ein Unternehmen ist Werbung \u2013 und muss als solche gekennzeichnet werden. <\/em><\/p>\n<p><em>Auch, wenn daf\u00fcr kein Geld flie\u00dft. Das sollten sich alle Influencer (und alle, die sich daf\u00fcr halten) merken.<\/em><\/p>\n<h2>Wenn Grenzen verwischt werden<\/h2>\n<p>In ihrer Funktion als mehr oder weniger versteckt f\u00fcr Produkte und Dienstleistungen Werbende besch\u00e4ftigen so genannte Influencer regelm\u00e4\u00dfig die Juristen. Denn die Grenze zwischen privatem Erscheinungsbild einerseits und kommerziellen Interessen andererseits werden bei Influencern bewusst verwischt. Das ist gewisserma\u00dfen das Gesch\u00e4ftsmodell: die wirtschaftlichen Zwecke durch ein authentisches Auftreten noch gezielter zu verfolgen. Paradoxie einer Scheinwelt.<\/p>\n<h2>Hinweise sind gesch\u00e4ftliche Handlungen<\/h2>\n<p>Juristisch erforderlich ist daher eine klare Kennzeichnung der werblichen Inhalte, auch wenn die lediglich als Hinweise (links, tap tags) in den redaktionellen Inhalt eingebracht werden, zur \u201eInformation\u201c der Follower und Fans, unentgeltlich. Doch auch, wenn die Unternehmen f\u00fcr diese Hinweise nichts bezahlen, habe der Influencer oder die Influencerin einen Vorteil: gesteigertes Image und damit wiederum eine h\u00f6here Attraktivit\u00e4t f\u00fcr Unternehmen, die dann vielleicht auch wirklich mal f\u00fcr Werbung bezahlen. Daher stellen diese Hinweise gesch\u00e4ftliche Handlungen dar.<\/p>\n<h2>Pamela Reif unterliegt erneut<\/h2>\n<p>Das entschied nun das OLG Karlsruhe (OLG Karlsruhe, Urteil v. 9.9.2020, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20U%2038\/19\" title=\"6 U 38\/19 (3 zugeordnete Entscheidungen)\">6 U 38\/19<\/a>) und best\u00e4tigte damit das Urteil der Vorinstanz (LG Karlsruhe, Urteil v. 21.3.2019 Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=13%20O%2038\/18\" title=\"LG Karlsruhe, 21.03.2019 - 13 O 38\/18: Schleichwerbung in sozialen Medien, Pamela_rf, Foto-Tagg...\">13 O 38\/18<\/a> KfH) im Fall der Influencerin Pamela Reif, die drei mit tap tags gespickte Beitr\u00e4ge nicht als Werbung gekennzeichnet hatte, woraufhin sich der Verband Sozialer Wettbewerb auf Unterlassung verklagte. Die 24-j\u00e4hrige Reif hat auf Instagram \u00fcber sechs Millionen und auf YouTube \u00fcber vier Millionen Abonnenten und lebt von ihrer Werbung f\u00fcr Fitnessprodukte und Bekleidung.<\/p>\n<h2>Nach LG und OLG nun BGH?<\/h2>\n<p>Das letzte Wort ist in diesem Fall allerdings noch nicht gesprochen: Die Angelegenheit der informierenden bzw. werbenden Influencerin Reif k\u00f6nnte vor dem BGH landen. W\u00e4re nicht schlecht, wenn ein h\u00f6chstrichterliches Urteil Klarheit in der Frage der Kennzeichnungspflicht schafft, f\u00fcr das rechtssichere Betreiben eines einflussreichen Instagram- oder YouTube-Accounts.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hinweis auf ein Unternehmen ist Werbung \u2013 und muss als solche gekennzeichnet werden. Auch, wenn daf\u00fcr kein Geld flie\u00dft. Das sollten sich alle Influencer (und alle, die sich daf\u00fcr halten) merken. 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