{"id":541,"date":"2008-11-25T14:08:17","date_gmt":"2008-11-25T12:08:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=541"},"modified":"2021-01-14T00:00:31","modified_gmt":"2021-01-13T22:00:31","slug":"kader-loth-verliert-gegen-prinz-frederic-von-anhalt-in-sachen-pipibadewasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/kader-loth-verliert-gegen-prinz-frederic-von-anhalt-in-sachen-pipibadewasser\/","title":{"rendered":"Kader Loth verliert gegen Prinz Frederic von Anhalt in Sachen Pipibadewasser"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_27091\" aria-describedby=\"caption-attachment-27091\" style=\"width: 444px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27091\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/Badewanne.jpg\" alt=\"\" width=\"444\" height=\"270\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27091\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Anna Om \u2013 Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Landgericht Berlin (LG Berlin, Urteil v. 26.8.2008, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=27%20O%20348\/08\" title=\"LG Berlin, 26.08.2008 - 27 O 348\/08: Schmerzensgeld wegen Urinierens ins Badewasser im TV\">27 O 348\/08<\/a>) hatte sich mit angeblichen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/persoenlichkeitsrecht\">Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen<\/a> innerhalb der Z-Promi-Parade im Mittelalter-Stil &#8220;Die Burg&#8221; von Pro7 zu befassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fr%C3%A9d%C3%A9ric_von_Anhalt\">Prinz Frederic von Anhalt<\/a> (laut Webseite von Pro7 Zigarrenraucher, Playboy, Lebemann) hatte <a href=\"http:\/\/www.kader-loth.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kader Loth<\/a> (die Alm-K\u00f6nigin) auf Zahlung au\u00dfergerichtlicher Anwaltskosten verklagt, die entstanden waren, nachdem Kader Loth wohl leider f\u00e4lschlicherweise behauptet hatte, der Prinz habe sie mit der Faust geschlagen. Widerklagend wollte Frau Loth gerne rund 10.000,00 \u20ac vom Prinzen daf\u00fcr haben, dass dieser mit dem nicht minder ekelhaften <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/karim.maataoui\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Karim Maataoui<\/a> (der Knutscher) vor laufender Kamera in ihr Badewasser gepinkelt hatte.<\/p>\n<p>Das Landgericht schildert den Fall so anschaulich, dass ich zitieren m\u00f6chte:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8220;Der Kl\u00e4ger und die Beklagte traten im Jahr\u00a02004\/2005 in der Sendung \u201eDie \u2026\u201c auf, die von dem Sender \u2026 bundesweit ausgestrahlt wurde und in der eine Reihe von Prominenten und solchen, die sich daf\u00fcr halten, unter vermeintlich mittelalterlich Umst\u00e4nden lebten. Die Mitspieler wurden dabei in die Gruppen \u201eAdel\u201c und \u201eP\u00f6bel\u201c eingeteilt. Der Kl\u00e4ger geh\u00f6rte zum \u201eP\u00f6bel\u201c, die Beklagte zum \u201eAdel\u201c.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><em>Am\u00a031.01.2005 verlangte die Beklagte vom \u201eP\u00f6bel\u201c, man solle ihr ein hei\u00dfes Bad zubereiten. Der Kl\u00e4ger und ein weiterer Mitspieler dieser Gruppe bereiteten daraufhin das Bad und urinierten vor laufender Kamera in das Wasser. Die Beklagte tauchte lediglich einen Arm in das Badewasser, wurde jedoch rechtzeitig gewarnt, so dass sie letztlich nicht in dem Wasser badete. Als die Beklagte die gemeinsamen Aufnahmen beim Abendessen am selben Tag sah, schlich sie sich von hinten mit einer Sch\u00fcssel roter Marmelade an den Kl\u00e4ger heran, der dem Bildschirm zugewandt sa\u00df und beschmierte ihn im Gesicht mit Marmelade. Die Beklagte wurde daraufhin von einem Schlag an ihrem Kopf getroffen. Die genauen Umst\u00e4nde dieser Auseinandersetzung sind streitig. Nach dieser Auseinandersetzung wurde der Kl\u00e4ger dadurch dem Sendeformat entsprechend \u201ebestraft\u201c, dass er f\u00fcr einige Stunden in einen K\u00e4fig gesperrt wurde, der einige Meter \u00fcber der Erde hing.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Landgericht verneinte eine schwere Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzung:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8220;(&#8230;) Dies gilt schon deshalb, weil nach den Ausf\u00fchrungen des Kl\u00e4gers, denen die Beklagte nicht mehr entgegengetreten ist, nicht erkennbar ist, dass die Beklagte gerade wegen der Handlungen des Kl\u00e4gers in besonderer Weise der L\u00e4cherlichkeit preisgegeben worden w\u00e4re. Denn das ganze Sendeformat war erkennbar darauf anlegt, dass sich die Teilnehmer zur Belustigung des Publikums blo\u00dfstellen und zum Teil entw\u00fcrdigen, wohl um ihre eigene Bekanntheit zu steigern. Die Beklagte hat au\u00dferdem \u2013 offenbar dem Stil der Sendung entsprechend -handgreiflich reagiert, indem sie dem Kl\u00e4ger Marmelade ins Gesicht geschmiert hat. Zudem hat die Beklagte weder geltend gemacht noch ist dies sonst ersichtlich, dass sie verlangt h\u00e4tte, dass die betreffenden Teile der Sendung nicht ausgestrahlt oder zumindest nicht wiederholt werden, womit sie ohne weiteres h\u00e4tte verhindern, dass ihr, wie sie vortragen l\u00e4sst, \u201epositives Image\u201c, von dem sie lebe, Schaden nimmt. Schlie\u00dflich hat der Kl\u00e4ger unwidersprochen vorgetragen, dass die Beklagte in einer fr\u00fcheren auf einem \u00e4hnlichen Prinzip basierenden Sendung freiwillig in einen Bottich voller G\u00fclle gestiegen ist. Wenn die Beklagte aber aus freien St\u00fccken ihren K\u00f6rper in fl\u00fcssigen Tierf\u00e4kalien taucht, ist unklar, weshalb sie dadurch der L\u00e4cherlichkeit preisgegeben worden sein soll, dass sie ihre Hand in mit menschlichem Urin versetztes Badewasser h\u00e4lt.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht Berlin (LG Berlin, Urteil v. 26.8.2008, Az. 27 O 348\/08) hatte sich mit angeblichen Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen innerhalb der Z-Promi-Parade im Mittelalter-Stil &#8220;Die Burg&#8221; von Pro7 zu befassen. 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