{"id":54058,"date":"2020-07-07T04:28:07","date_gmt":"2020-07-07T02:28:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=54058"},"modified":"2020-07-08T00:56:38","modified_gmt":"2020-07-07T22:56:38","slug":"was-ist-ein-foto-wert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/was-ist-ein-foto-wert\/","title":{"rendered":"Was ist ein Foto wert?"},"content":{"rendered":"
\"Streitwert
Photo by Miha Jan Strehovec on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n

Die Festlegung des Streitwerts ist kein unerheblicher Teil eines Verfahrens. <\/em><\/p>\n

Zum einen h\u00e4ngt davon im im Zivilprozess die Zust\u00e4ndigkeit des erstinstanzlichen Gerichts ab \u2013 liegt er unter 5.000 Euro, ist in der Regel das Amtsgericht zust\u00e4ndig, liegt er h\u00f6her, wird regelm\u00e4\u00dfig das Landgericht t\u00e4tig. <\/em><\/p>\n

Auch, wenn er dabei Ausnahmen gibt, bestimmt also Bedeutung und Wert des Streitgegenstandes die Zust\u00e4ndigkeit. Zudem h\u00e4ngen die Kosten des Verfahrens (einschlie\u00dflich der Geb\u00fchren f\u00fcr den Rechtsanwalt) vom Streitwert ab.<\/em><\/p>\n

Das Gericht muss einen Streitwert festlegen<\/h2>\n

Was ist nun ein angemessener Wert? Gerade bei Verfahren zu immateriellen Rechten ist das eine Ermessenssache. Geht es um einen Bu\u00dfgeldbescheid, dessen Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Kl\u00e4ger gerichtlich gepr\u00fcft wissen will, ist der Streitwert leicht zu ermitteln: er entspricht regelm\u00e4\u00dfig der H\u00f6he des Bu\u00dfgelds, denn darum geht es ja. Wenn er nun aber im Verfahren um ein nicht klar bezifferbares Nutzungsrecht an einer Sache geht, muss das Gericht einen Streitwert festlegen. Ist man als Partei mit dem Resultat nicht einverstanden, kann man eine Streitwertbeschwerde einlegen.<\/p>\n

OLG Frankfurt a.M.: Streitwert bei Online-Klau eines Profi-Fotos betr\u00e4gt im Mittel 6.000 Euro<\/h2>\n

So geschehen im Fall einer unerlaubten Nutzung eines Fotos, den das OLG Frankfurt a.M. zu verhandeln hatte. Im Rahmen einer Streitwertbeschwerde hatte sich das Gericht mit der Frage auseinanderzusetzen, welcher Streitwert angemessen ist, wenn unerlaubt die Werke eines professionellen Fotografen vervielf\u00e4ltigt werden. Das OLG Frankfurt a.M. meint: Wird ungefragt das Foto eines Berufsfotografen f\u00fcr gesch\u00e4ftliche Zwecke \u00fcbernommen, liegt der Streitwert f\u00fcr einen Unterlassungsanspruch in der Regel zwischen 5.000 und 7.000 Euro, im Mittel also 6.000 Euro (OLG Frankfurt a.M., Beschluss v. 30.3.2020, Az.: 11 W 8\/20<\/a>).<\/p>\n

Begr\u00fcndung f\u00fcr Unter- und Obergrenze<\/h2>\n

Das ist eine Menge Geld f\u00fcrs Bild. Zu bedenken ist hierbei jedoch zweierlei: 1. Es handelte sich um das Foto eines Profis. 2. Das Bild wurde f\u00fcr gewerbliche Zwecke genutzt. Andererseits setzt das OLG Frankfurt a.M. eine Obergrenze, weil das Foto selbst \u201eausweislich des Bildmotivs und seines saisonalen Charakters nicht von besonders hohem \u00f6konomischem Wert\u201c sei und es keine \u201eAnkn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr eine besonders umfangreiche gewerbliche Nutzung und damit f\u00fcr einen gesteigerten Angriffsfaktor\u201c gebe.<\/p>\n

Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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