{"id":53387,"date":"2020-05-19T06:31:09","date_gmt":"2020-05-19T04:31:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=53387"},"modified":"2020-05-18T18:32:27","modified_gmt":"2020-05-18T16:32:27","slug":"und-woher-haben-sie-meine-daten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/datenschutzrecht\/und-woher-haben-sie-meine-daten\/","title":{"rendered":"Und woher haben Sie meine Daten?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_53388\" aria-describedby=\"caption-attachment-53388\" style=\"width: 483px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-53388\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/joshua-sortino-LqKhnDzSF-8-unsplash-scaled.jpg\" alt=\"DSGVO Herkunft von Daten\" width=\"483\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/joshua-sortino-LqKhnDzSF-8-unsplash-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/joshua-sortino-LqKhnDzSF-8-unsplash-620x414.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/joshua-sortino-LqKhnDzSF-8-unsplash-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/joshua-sortino-LqKhnDzSF-8-unsplash-1536x1026.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/joshua-sortino-LqKhnDzSF-8-unsplash-2048x1368.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 483px) 100vw, 483px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53388\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Joshua Sortino on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Als die Welt noch analog war, gab es eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einfache M\u00f6glichkeit, einen Hinweis auf Datenmissbrauch zu erhalten: Sollte man im Rahmen von Gewinnspielen oder Umfragen mit Gewinnchance die Adresse angeben (ausschlie\u00dflich f\u00fcr Benachrichtigungen im Erfolgsfall \u2013 klar), hat man seinen Namen einfach derart verfremdet, wie es wohl sonst Niemandem in den Sinn gekommen w\u00e4re (und der Brieftr\u00e4ger ihn trotzdem gerade noch mit einem in Verbindung bringen konnte).<\/em><\/p>\n<p><em> Bekam Tom M\u00fcller dann nach einigen Wochen Reklamesendungen, adressiert an \u201eThom Muelhar\u201c, dann wusste er Bescheid: das Unternehmen, das diese Werbung an ihn geschickt hat, muss die Daten irgendwie von der Einrichtung erhalten haben, die ehedem Gewinnspiel bzw. Umfrage durchf\u00fchrte.<\/em><\/p>\n<h2>Daten in der digitalen Welt<\/h2>\n<p>In der digitalen Welt ist das nicht mehr ganz so einfach. Unsere Daten sind praktisch \u00fcberall. Wir hinterlassen mit fast all unseren Handlungen eine Leuchtspur personenbezogener Daten. Diese im Einzelfall nachvollziehen zu k\u00f6nnen, ist das Recht jeder Person, verbrieft in Artikel 15 der EU-Datenschutz-Grundverordnung von 2016, die vor zwei Jahren in Kraft trat.<\/p>\n<p>Mosbach im Odenwald, w\u00e4hrend des Mittelalters im hohen Rang einer freien Reichsstadt, ist heute immerhin Sitz eines Landgerichts. Dort wurde Anfang des Jahres festgestellt, was es hei\u00dft, einem Auskunftsanspruch nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15 Abs. 1 DSGVO<\/a> gerecht zu werden (LG Mosbach, Beschluss v. 27.1.2020, \u00a0Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=5%20T%204\/20\" title=\"LG Mosbach, 27.01.2020 - 5 T 4\/20: Geltenmachung eines Anspruchs auf Auskunftserteilung &uuml;ber di...\">5 T 4\/20<\/a>).<\/p>\n<h2>Anspruch auf \u201ealle verf\u00fcgbaren Informationen \u00fcber die Herkunft der Daten\u201c<\/h2>\n<p>Wenn die personenbezogenen Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben wurden, dann hat diese, so das LG Mosbach, nach Art. 15 Absatz 1 lit. g das Recht, Auskunft \u00fcber \u201ealle verf\u00fcgbaren Informationen \u00fcber die Herkunft\u201c der Daten zu erhalten, und zwar \u201ein gen\u00fcgender Tiefe\u201c.<\/p>\n<p>Das kann bedeuten, dass der Datengang auch hinter die Vorg\u00e4nge zur\u00fcckgehen muss, die der Person zuzuschreiben sind und die insoweit von ihr auch nachvollzogen werden k\u00f6nnen. Es reicht nicht also aus, dar\u00fcber zu informieren, woher man selbst die Daten bezog, man muss m\u00f6glicherweise auch ergr\u00fcnden und mitteilen, woher diese Quelle die personenbezogenen Daten erlangt hat.<\/p>\n<h2>Auskunftsanspruch war noch nicht erf\u00fcllt<\/h2>\n<p>In dem vorliegenden Fall hatte die Vorinstanz (Amtsgericht Wertheim, Beschluss vom 27.05.2019 \u2013 Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=1%20C%2066\/19\" title=\"1 C 66\/19 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">1 C 66\/19<\/a>) der Schuldnerin Auskunftserteilung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15 Abs. 1 a-h DSGVO<\/a> aufgegeben, die diesem Anspruch jedoch nicht in vollem Umfang nachgekommen war. Zwischen a und h liegt n\u00e4mlich der Buchstabe g und dieser tr\u00e4gt der Schuldnerin auf, \u201ealle verf\u00fcgbaren Informationen \u00fcber die Herkunft der Daten\u201c mitzuteilen, \u201ewenn die personenbezogenen Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben werden\u201c. Das wiederum war der Fall, so dass sie zu der beschriebenen umfangreichen Auskunftserteilung verpflichtet war.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als die Welt noch analog war, gab es eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einfache M\u00f6glichkeit, einen Hinweis auf Datenmissbrauch zu erhalten: Sollte man im Rahmen von Gewinnspielen oder Umfragen mit Gewinnchance die Adresse angeben (ausschlie\u00dflich f\u00fcr Benachrichtigungen im Erfolgsfall \u2013 klar), hat man seinen Namen einfach derart verfremdet, wie es wohl sonst Niemandem in den Sinn gekommen w\u00e4re [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":74,"featured_media":53388,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[8],"tags":[17191,17998,18611,18612],"class_list":["post-53387","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-datenschutzrecht","tag-dsgvo","tag-art-15-dsgvo","tag-auskunftsanspruc","tag-herkunft-der-daten","topic_category-datenschutzrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/74"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53387"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53387\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/53388"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}