{"id":53091,"date":"2020-05-06T12:31:06","date_gmt":"2020-05-06T10:31:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=53091"},"modified":"2020-05-05T23:32:01","modified_gmt":"2020-05-05T21:32:01","slug":"urheber-eines-selbstausloeser-bildes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-eines-selbstausloeser-bildes\/","title":{"rendered":"Selbstausl\u00f6ser schlie\u00dft Urheberrecht nicht aus"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_53092\" aria-describedby=\"caption-attachment-53092\" style=\"width: 560px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-53092\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/william-bayreuther-hfk6xOjQlFk-unsplash-708x398.jpg\" alt=\"Selbstausl\u00f6ser Urheber\" width=\"560\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/william-bayreuther-hfk6xOjQlFk-unsplash-708x398.jpg 708w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/william-bayreuther-hfk6xOjQlFk-unsplash-620x349.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/william-bayreuther-hfk6xOjQlFk-unsplash-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/william-bayreuther-hfk6xOjQlFk-unsplash-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/william-bayreuther-hfk6xOjQlFk-unsplash-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53092\" class=\"wp-caption-text\">Photo by William Bayreuther on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>2011 dr\u00fcckte auf der indonesischen Insel\u00a0Sulawesi der Affe\u00a0Naruto auf den Selbstausl\u00f6ser der Kamera des\u00a0Naturfotografen David Slater, der das Ger\u00e4t in dem Naturschutzgebiet eine Weile unbeaufsichtigt liegen gelassen hatte. <\/em><\/p>\n<p><em>Das Selfie von Naruto ist anschlie\u00dfend durch die Welt gegangen und bis heute wohl das bekannteste Bild eines Tieres. <\/em><\/p>\n<p><em>Der Fall ist aber nicht nur deshalb bekannt geworden, sondern auch weil er einen langen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/urheber-designrecht\/selfie-urheberrecht-peta\">urheberrechtlichen Streit<\/a> ausgel\u00f6st hat. Wem geb\u00fchren die Rechte an einem sogenannten Selbstausl\u00f6serbild?<\/em><\/p>\n<h2>Das Gesetz sch\u00fctzt alle Formen von Fotos<\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst gilt festzuhalten, dass das UrhG alle Arten von Fotos sch\u00fctzt, zumindest dann, wenn die Bilder unter Benutzung strahlender Energie erzeugt werden. Handwerkliches oder k\u00fcnstlerisches K\u00f6nnen spielen dabei keine Rolle. Das UrhG sch\u00fctzt schon die reine technische Leistung. Das bedeutet, dass selbst die einfachsten Aufnahmen, m\u00f6gen sie verpixelt oder verwackelt sein, unter den Schutz des UrhG fallen.<\/p>\n<h2>Der Urheber<\/h2>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheberrecht-2\">Urheber, also der Berechtigte<\/a>, ist in den unproblematischen F\u00e4llen derjenige, der den Ausl\u00f6ser der Kamera bet\u00e4tigt. Ein blo\u00dfes Kopieren oder Scannen, n\u00e4mlich eine blo\u00dfe Reproduktion, reichen dabei nicht aus, da sie mechanische Vorg\u00e4nge sind, die keine pers\u00f6nliche Leistung erfordern. Alles \u00fcber dieser Schwelle hinaus gen\u00fcgt aber schon, um den Schutzbereich des UrhG zu aktivieren. Was passiert aber, wenn ein Affe den Knopfdruck des Selbstausl\u00f6sers einer unbeaufsichtigten Kamera bet\u00e4tigt und dabei ein hoch angefragtes Selfie entsteht?<\/p>\n<h2>Der Spezialfall des Selbstausl\u00f6sers<\/h2>\n<p>Unter normalen Umst\u00e4nden bet\u00e4tigt den Selbstausl\u00f6ser ein Mensch. In diesen F\u00e4llen ist dieser auch grunds\u00e4tzlich der Urheber des Bildes, solange er als \u201eHerr der Aufnahme\u201c einzuordnen ist. Das bedeutet, dass er einen echten Einfluss auf den Entstehungsvorgang des Bildes haben muss. Das Entstehen der Aufnahme darf nicht vom Zufall abh\u00e4ngig sein.<\/p>\n<p>Im Fall Naruto hatte ein US-Gericht 2015 entschieden, dass die Urheberrechte weder dem Affen Naruto geb\u00fchrten \u2013 die in dessen Namen die Tierrechtsorganisation PETA eingeklagt hatte \u2013 ebenso wenig dem Fotografen, dessen Kamera der Affe nutzte. <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/urheber-designrecht\/streit-um-affen-selfies-ist-beendet\">Auf eine Berufung von PETA hin<\/a> wies der US Court of Appeals for the Ninth Circuit am 23. April 2018 die Klage von PETA ab und sprach dem britischen Fotografen David Slater die Vermarktungsrechte an den Bildern zu.<\/p>\n<p>Zu unterstreichen gilt, dass nach deutschem Recht ein m\u00f6gliches Urheberrecht des Affen nicht einmal zur Debatte st\u00fcnde. M\u00f6gliche Urheberrechte von Tieren scheitern nach dem UrhG bereits an ihrer fehlenden Rechtsf\u00e4higkeit. Urheberrechte des Fotografen Slaters w\u00e4ren dennoch jedenfalls denkbar, w\u00fcrde man annehmen, dass dieser die Kontrolle \u00fcber die Aufnahmebedingungen besa\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2011 dr\u00fcckte auf der indonesischen Insel\u00a0Sulawesi der Affe\u00a0Naruto auf den Selbstausl\u00f6ser der Kamera des\u00a0Naturfotografen David Slater, der das Ger\u00e4t in dem Naturschutzgebiet eine Weile unbeaufsichtigt liegen gelassen hatte. Das Selfie von Naruto ist anschlie\u00dfend durch die Welt gegangen und bis heute wohl das bekannteste Bild eines Tieres. Der Fall ist aber nicht nur deshalb bekannt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3012,18595],"class_list":["post-53091","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin","tag-urheberrecht","tag-selbstausloeser","topic_category-urheber-und-designrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53091"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53091\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}