{"id":52384,"date":"2020-04-08T16:13:32","date_gmt":"2020-04-08T15:13:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=52384"},"modified":"2020-04-08T16:13:32","modified_gmt":"2020-04-08T15:13:32","slug":"sixt-gibt-vor-dem-urteil-zu-seinem-umstrittenen-werbeslogan-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/sixt-gibt-vor-dem-urteil-zu-seinem-umstrittenen-werbeslogan-nach\/","title":{"rendered":"Ab ins Gel\u00e4nde! Sixt gibt vor Urteil zu seinem umstrittenen Werbeslogan nach"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_52391\" aria-describedby=\"caption-attachment-52391\" style=\"width: 476px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-52391\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/shahzin-shajid-QFIJFSOHoZY-unsplash-621x414.jpg\" alt=\"SUV Werbeslogan Sixt irref\u00fchrend\" width=\"476\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/shahzin-shajid-QFIJFSOHoZY-unsplash-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/shahzin-shajid-QFIJFSOHoZY-unsplash-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/shahzin-shajid-QFIJFSOHoZY-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/shahzin-shajid-QFIJFSOHoZY-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/shahzin-shajid-QFIJFSOHoZY-unsplash-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 476px) 100vw, 476px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-52391\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Shahzin Shajid on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Ab ins Gel\u00e4nde! Von wegen. Der Werbespruch, der Hoffnungen auf abenteuerliches Offroad-Fahren weckt, ist irref\u00fchrend. Keine blo\u00dfe rei\u00dferische Reklame, keine werbe\u00fcbliche \u00dcbertreibung. <\/em><\/p>\n<p><em>Kurz vor einem Urteil des Landgerichts M\u00fcnchen I hat sich Sixt auch zu seinem wettbewerbsrechtlichen Versto\u00df bekannt und gegen\u00fcber der Wettbewerbszentrale eine Unterlassungs- und Verpflichtungserkl\u00e4rung abgegeben.<\/em><\/p>\n<h2>SUV k\u00f6nnen \u00fcberall fahren- wo es erlaubt ist<\/h2>\n<p>Teure Stadtgel\u00e4ndewagen k\u00f6nnen auf Feld-, Wald- und Wiesenwegen fahren, sofern diese f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Verkehr freigegeben sind. Mit diesem Argument hat sich das b\u00f6rsennotierte Familienunternehmen vor einer Verurteilung zu retten versucht. Die Wettbewerbszentrale \u2013 eine Selbstkontrollorganisation der deutschen Wirtschaft \u2013 war allerdings anderer Meinung. Autos d\u00fcrfen n\u00e4mlich gar nicht abseits der Verkehrswege im freien Gel\u00e4nde fahren. Damit habe der Konzern <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/irrefuehrende-werbung\">seine Kunden in die Irre gef\u00fchrt<\/a>.<\/p>\n<h2>Die Prozessaussichten sahen f\u00fcr Sixt tr\u00fcbe aus<\/h2>\n<p>Richter Wolfgang Gawinski tendierte schon bei der m\u00fcndlichen Verhandlung im Januar dazu, der Kl\u00e4gerseite Recht zu geben: \u201eDas ist nach momentaner Auffassung der Kammer nicht blo\u00df eine werbe\u00fcbliche \u00dcbertreibung\u201d, sagte er zu dem umstrittenen Werbeslogan. Kurz vor der geplanten Entscheidung hat das Unternehmen demnach nachgegeben. Ansonsten h\u00e4tte Sixt sich wahrscheinlich mit kritischer Presse konfrontieren m\u00fcssen. Die Entscheidung war f\u00fcr den 05.03.2020 geplant. So <a href=\"https:\/\/rsw.beck.de\/aktuell\/meldung\/lg-muenchen-i-autovermietung-sixt-nimmt-suv-werbeslogan-ab-ins-gelaende-zurueck\">berichtet Beck<\/a>.<\/p>\n<h2>Sixt hat eine lange Prozesstradition<\/h2>\n<p>Es ist keinesfalls das erste Mal, dass Sixt in Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist. Sieben Jahre lang dauerte der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/spott-plakat-lafontaine-verliert-prozess-gegen-sixt-a-445015.html\">Prozess des Spitzenpolitikers Oskar Lafontaine gegen den Autovermieter<\/a> wegen eines Spott-Plakats, in welchem er 100.000 Euro Schadensersatz forderte. Die Werbung des Autovermieters Sixt zeigte im M\u00e4rz 1999, kurz nach dem R\u00fccktritt Lafontaines als Bundesfinanzminister und SPD-Vorsitzender, Portr\u00e4ts von 16 Mitgliedern aus Gerhard Schr\u00f6ders rot-gr\u00fcnem Bundeskabinett.<\/p>\n<p>Das Bild Lafontaines war durchgestrichen, dazu schrieb der Konzern: &#8220;Sixt verleast auch Autos f\u00fcr Mitarbeiter in der Probezeit.&#8221; Lafontaine klagte wegen Verletzung seiner Pers\u00f6nlichkeitsrechte. Lafontaine sah sich damals in seinem allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrecht verletzt, der BGH wies dennoch seine Klage endg\u00fcltig zur\u00fcck und wies ihm die Prozesskosten zu.<\/p>\n<p>2019 war Boris Johnson an der Reihe. Der britische Premierminister erregt oft Aufsehen, zum Werbegesicht des Autovermieters wurde er aber, als er sein Parlament in eine Zwangspause schickte. Auf dem Plakat war einerseits Johnson zu sehen, darunter textete Sixt: \u201eViel L\u00e4rm um nichts.\u201c Neben ihm war der neue vollelektrische Audi e-Tron, mit der Unterschrift: &#8220;Kein L\u00e4rm um viel.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab ins Gel\u00e4nde! Von wegen. Der Werbespruch, der Hoffnungen auf abenteuerliches Offroad-Fahren weckt, ist irref\u00fchrend. Keine blo\u00dfe rei\u00dferische Reklame, keine werbe\u00fcbliche \u00dcbertreibung. Kurz vor einem Urteil des Landgerichts M\u00fcnchen I hat sich Sixt auch zu seinem wettbewerbsrechtlichen Versto\u00df bekannt und gegen\u00fcber der Wettbewerbszentrale eine Unterlassungs- und Verpflichtungserkl\u00e4rung abgegeben. 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