{"id":515,"date":"2008-11-16T21:57:53","date_gmt":"2008-11-16T19:57:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=515"},"modified":"2017-03-13T01:10:51","modified_gmt":"2017-03-13T00:10:51","slug":"oktoberfestbier-ist-nicht-gleich-oktoberfestbier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/oktoberfestbier-ist-nicht-gleich-oktoberfestbier\/","title":{"rendered":"Oktoberfestbier ist nicht gleich Oktoberfestbier"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Das Landgericht M\u00fcnchen I hat am 19.02.2008 entschieden <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/markenrecht\/326\/5\/4\">(Landgericht M\u00fcnchen I, Urteil vom 19.02.2008, Az. 9 HK O 20939\/07)<\/a>, dass im Rahmen der Berichterstattung \u00fcber das Mainzer (!) Oktoberfest die Wortmarke &#8220;Oktoberfest-Bier&#8221; nicht verwendet werden darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kl\u00e4gerin ist ein Zusammenschluss von M\u00fcnchener Traditionsbrauereien, die Markeninhaberin der Wortmarke &#8220;Oktoberfest-Bier&#8221; ist. Die Beklagte ist eine Messegesellschaft, die auf der eigenen Website &#8220;oktoberfestmainz.com&#8221; auf einen Presseartikel \u00fcber das dort im Jahr 2007 stattfindete 3. Oktoberfest verlinkte, in dem unter anderem folgendes stand:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#8220;Auch in diesem Jahr wird es wieder ein eigens f\u00fcr das Volksfest gebrautes Oktoberfestbier geben, hergestellt von der &#8230;. Brauerei.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kl\u00e4gerin ist der Ansicht, dass die Beklagte passivlegitimiert ist, da sie als Mitveranstalterin des Mainzer Oktoberfestes Bier anbietet, und daher der Begriff &#8220;Oktoberfestbier&#8221; markenm\u00e4\u00dfig benutzt worden sei.\u00a0 \u00dcberdies stelle diese konkrete Verwendung des Wortes &#8220;Oktoberfestbier&#8221; eine wettbewerbswidrige Rufausbeutung im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">\u00a7 4 Nr. 9b UWG<\/a> dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kl\u00e4gerin sieht als entscheidenden Grund f\u00fcr die Haftung der Beklagten, dass diese den Presseartikel auf ihrer eigenen Website eingebunden und somit den Inhalt zu ihrerm eigenen im gesch\u00e4ftlichen\u00a0 Verkehr gemacht habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da die Beklagte unter anderem auch die \u00f6rtliche Zust\u00e4ndigkeit ger\u00fcgt hat, hat das Landgericht M\u00fcnchen I zun\u00e4chst klargestellt, dass bei Markenverletzungen im Internet gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/MarkenG\/140.html\" title=\"&sect; 140 MarkenG: Kennzeichenstreitsachen\">\u00a7 140 MarkenG<\/a> jedes Gericht \u00f6rtlich zust\u00e4ndig ist, da eine bundesweite Abrufm\u00f6glichkeit besteht. Das Mainzer Oktoberfest werde als Konkurrenzveranstaltung zum bekannten M\u00fcnchener Oktoberfest aufgezogen und richtet sich daher auch an bayrische Adressaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Gericht stellte dann weiter klar, dass die gro\u00dfe Bekanntheit des &#8220;M\u00fcnchener Oktoberfestes&#8221; dazu f\u00fchre , dass der Verkehr den kombinierten Begriff nicht als ausschlie\u00dflich generischen Begriff, sondern gerade auch als einen Hinweis auf den Verbund der M\u00fcnchener Brauereien verstehe. Das Oktoberfestbier wird ausschlie\u00dflich f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfte Volksfest der Welt gebraut, und diese au\u00dferordentliche Bekanntheit strahle auf die Marke &#8220;Oktoberfest-Bier&#8221; aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Voraussetzung der markenm\u00e4\u00dfigen Benutzung &#8211; die sehr weit auszulegen sei, so das Gericht &#8211; ist erf\u00fcllt, da es nicht vollkommen fern liege, dass der Verkehr einen Herkunftshinweis annehme. Der Verkehr werde in die Irre gef\u00fchrt, da er f\u00e4lschlich glaube, die Beklagte w\u00fcrde als Lizenznehmerin berechtigt das bekannte Oktoberfestbier ausschenken. Zudem lehne sich der Artikel, f\u00fcr den die Beklagte als St\u00f6rerin verantwortlich sei, bewusst an den Ruf des M\u00fcnchener Bieres an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Je bekannter eine Marke, desto weiter ihr Schutzbereich, ok. Inwieweit das Gericht aber die Pressefreiheit bei dieser Entscheidung bedacht hat, wird bei einem Bier zu diskutieren sein (nh). <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/markenrecht\/326\/5\/4\">Zum Urteil<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht M\u00fcnchen I hat am 19.02.2008 entschieden (Landgericht M\u00fcnchen I, Urteil vom 19.02.2008, Az. 9 HK O 20939\/07), dass im Rahmen der Berichterstattung \u00fcber das Mainzer (!) Oktoberfest die Wortmarke &#8220;Oktoberfest-Bier&#8221; nicht verwendet werden darf. 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