{"id":51313,"date":"2020-02-03T07:58:03","date_gmt":"2020-02-03T06:58:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=51313"},"modified":"2020-02-02T13:58:53","modified_gmt":"2020-02-02T12:58:53","slug":"wettbewerbsverstoss-eines-hotelbuchungsportals","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsverstoss-eines-hotelbuchungsportals\/","title":{"rendered":"Hotelbuchungsportal verst\u00f6\u00dft gegen Wettbewerbsregeln"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_51317\" aria-describedby=\"caption-attachment-51317\" style=\"width: 423px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-51317\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/marten-bjork-n_IKQDCyrG0-unsplash-1-621x414.jpg\" alt=\"Opodo Irref\u00fchrung\" width=\"423\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/marten-bjork-n_IKQDCyrG0-unsplash-1-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/marten-bjork-n_IKQDCyrG0-unsplash-1-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/marten-bjork-n_IKQDCyrG0-unsplash-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/marten-bjork-n_IKQDCyrG0-unsplash-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/marten-bjork-n_IKQDCyrG0-unsplash-1-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 423px) 100vw, 423px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-51317\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Marten Bjork on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Bewirbt ein Online-Portal Hotels, muss es dem User transparent darstellen, nach welchen Kriterien es seine Liste zusammengestellt hat. <\/em><\/p>\n<p><em>Anlass f\u00fcr diese Rechtsprechung des LG Hamburg (Urteil v. 07.11.2019, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=327%20O%20234\/19\" title=\"327 O 234\/19 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">327 O 234\/19<\/a>) war ein Rechtsversto\u00df des Reiseportals Opodo, das eine Trefferliste mit \u201eTop-Tipps\u201c anzeigte, ohne jedoch die zugrundeliegenden Kriterien offenzulegen.<\/em><\/p>\n<h2>Sortierkriterien f\u00fcr die Hotel-Ranglisten waren nicht erkennbar<\/h2>\n<p>Gegen den Reisevermittler Opodo Ltd. hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) geklagt. Zwar konnten Kunden nach Preisg\u00fcnstigkeit oder Kundenbewertungen sortierte Trefferlisten von Hotels einsehen. Unter den vom Portal aussortierten \u201eTop-Tipps\u201c jedoch bekam der Kunde stets dieselbe Liste zu Gesicht. Dar\u00fcber, wie die Reihenfolge erstellt wurde, fehlten jegliche Angaben. In seiner Pressemitteilung schloss sich das Gericht der Auffassung der vzbv an, dass Opodo dadurch den Kunden wesentliche Informationen f\u00fcr ihre Entscheidung vorenthalten hat. Aber auch die anderen vorerw\u00e4hnten Rubriken kritisierte das Gericht. Dort sei ebenfalls unklar, nach welchen Algorithmen die Ranglisten erstellt wurden. Ein solches intransparentes System lasse daran zweifeln, dass in erster Linie die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/wettbewerbsrecht\/irrefuehrende-werbung\">Kundeninteressen ber\u00fccksichtigt<\/a> wurden. Jedenfalls liege es in solchen F\u00e4llen nahe, dass die Sortierkriterien durch finanzielle Zuwendungen manipuliert sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>Eine europ\u00e4ische Richtlinie verpflichtet Vergleichsportale zur Transparenz<\/h2>\n<p>Das europ\u00e4ische Recht hat bereits die Irref\u00fchrungsgefahren erkannt, die von intransparenten Rankings f\u00fcr die Verbraucher ausgehen k\u00f6nnen. Die <a href=\"https:\/\/www.datev-magazin.de\/nachrichten-steuern-recht\/recht\/modernisierung-der-eu-verbraucherschutzvorschriften-zustimmung-rat-21315\">Richtlinie zur besseren Durchsetzung und Modernisierung der Verbraucherschutzvorschriften der Union<\/a> verpflichtet Vergleichsportale dazu, die Kriterien f\u00fcr ihr Ranking und ihre relative Gewichtung offenzulegen. \u201eDie Verbraucher wissen nicht immer, wie das Ranking der ihnen auf dem Online-Marktplatz dargelegten Angebote zustande kam und wer der Verk\u00e4ufer ist (ein Unternehmer oder ein anderer Verbraucher).\u201c Die Verbraucherzentrale forderte die Bundesregierung auf, die Richtlinie in deutsches Recht z\u00fcgig umzusetzen.<\/p>\n<h2>Opodo erschien nicht zur Verhandlung<\/h2>\n<p>Deshalb erging gegen sie ein Vers\u00e4umnisurteil. Nichtsdestotrotz machte das Gericht einige eigene Ausf\u00fchrungen zur Sache und bem\u00e4ngelte das Fehlen \u201ejeglicher objektiver Beurteilungsgesichtspunkte\u201c f\u00fcr die Erstellung der Rangliste.<\/p>\n<h2>F\u00fcr den Reiseanbieter nicht die erste Konfrontation mit der Justiz<\/h2>\n<p>Opodo hatte auch schon in der Vergangenheit unangenehme Erfahrungen mit den deutschen Gerichten. Etwa 2017 untersagte der BGH ihm seine bisherige Praxis, seine Onlinekunden zum Abschluss einer Reiseversicherung zu dr\u00e4ngen (BGH, <a class=\"fad_weblink\" title=\"vzbv.de: Urteilsbegr\u00fcndung BGH gegen Opodo\" href=\"http:\/\/www.vzbv.de\/sites\/default\/files\/downloads\/2017\/01\/20\/opodo_bgh_reiseschutz.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Urteil v. 29. 09 2016, Az.: I ZR 160\/15<\/a>). Dem Unternehmen wurde Unseri\u00f6sit\u00e4t und irref\u00fchrende Buchungsgestaltung attestiert, ebenfalls nach Klage der vzbv. Opodo muss sich auf jeden Fall mehr auf den Verbraucherschutz k\u00fcmmern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bewirbt ein Online-Portal Hotels, muss es dem User transparent darstellen, nach welchen Kriterien es seine Liste zusammengestellt hat. Anlass f\u00fcr diese Rechtsprechung des LG Hamburg (Urteil v. 07.11.2019, Az.: 327 O 234\/19) war ein Rechtsversto\u00df des Reiseportals Opodo, das eine Trefferliste mit \u201eTop-Tipps\u201c anzeigte, ohne jedoch die zugrundeliegenden Kriterien offenzulegen. 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